Kieler Nachrichten

Ärger über schlechten Wanderweg

Matsch, Furchen und mit Wasser gefüllte Senken von Rönne nach Schlüsbek: Der Ortsbeirat sucht nach Gründen

- VON ANNETTE GÖDER

RÖNNE. Der Wanderweg von Rönne nach Schlüsbek in Kiel ist kaum begehbar. Der Ortsbeirat Wellsee/Kronsburg/ Rönne hat auf seiner Sitzung den Zustand kritisiert – und nach den Gründen gesucht, denn allein am vielen Regen liegt es nicht.

Ein Schild mit Fahrradsym­bol und der Aufschrift „Moorsee“zeigt in der Nähe der Rönner Bushaltest­elle „Beekkate“auf einen Weg, der entlang des Baches „Schlüsbek“führt. Doch mit dem Rad ist die Route nicht befahrbar. Und Fußgänger stehen immer wieder vor der Wahl, im Schlamm einzusinke­n oder – mit schlechtem Gewissen – einen Bogen über die zurzeit ebenfalls matschigen Felder zu machen. „Früher war dies ein sehr beliebter Wanderweg“, erzählte Burckhard Grabe, Wehrführer der freiwillig­en Feuerwehr Rönne.

Am Anfang ist der Weg am

Stromturm mit breiten Spuren durchfurch­t. Hier habe es Arbeiten gegeben, um die Oberleitun­gen von angrenzend­en Ästen freizuschn­eiden, informiert­e der stellvertr­etende Vorsitzend­e des Ortsbeirat­s Hans-Martin Itzke.

Auf weiten Teilen des Weges haben andere, breite Reifen das Erdreich aufgewühlt. „Den Weg nutzen Landwirte auch schon mal mit ihren Schleppern“, erklärte Grabe. „Aber das ist erlaubt, denn die Strecke ist zugleich ein durchgängi­ger Wirtschaft­sweg.“Die Landwirte müssten schließlic­h mit den Traktoren zu ihren Feldern gelangen.

Genannt wurde als weiterer Grund für den schlechten Zustand: „Manchmal unternehme­n Privatpers­onen Abenteuerf­ahrten, bei denen die Räder durchdrehe­n“, sagte Itzke. Grabe meinte: „Motorräder werden dort viel genutzt, was nicht ungefährli­ch für Radfahrer und Fußgänger ist.“

Auf halber Strecke geht der etwa drei Kilometer lange Weg direkt am Gewerbegeb­iet in eine mit Matsch und Wasser gefüllte Senke über, die wie ein kleiner Teich aussieht. Grabe vermutete: „Es könnte sein, dass dies mit Baumaßnahm­en im Gewerbegeb­iet

steht.“

Bevor der Weg an der Kreuzung der B 404 zwischen Schlüsbek und Moorsee endet, müssen Wanderer wieder am Rande von matschigen Furchen balanciere­n. Nach Einschätzu­ng Burckhard Grabes ist der schlechte Zustand des gesamten Weges zwar auch dem nassen Wetter geschuldet. Doch der Regen sei nur zum Teil für die Situation verantwort­lich. in Zusammenha­ng

Keine Richtlinie für Breite und Qualität von Wanderwege­n

Grabe berichtete von einem Ereignis vor eineinhalb Jahren. „Ein Radfahrer war gestürzt und ein Rettungswa­gen, der gekommen war, fuhr sich fest. Ich habe ihn dann mit meinem Schlepper herausgeho­lt“, so der Wehrführer und Landwirt. „Rettungsdi­enst oder Feuerwehr haben dort keine Chance zu fahren.“

Das Presseamt der Stadt teilte dazu mit: „Eine Richtlinie für die Breite und Qualität von Wanderwege­n gibt es nicht. An den Zustand der Wege in städtische­n Parkanlage­n werden natürlich andere Anforderun­gen gestellt als an Wege in der freien Landschaft.“Es heißt weiter: „Alle Wanderwege werden in der Regel so angelegt, dass sie von den Pflegefahr­zeugen des Grünfläche­namtes ohne Weiteres benutzt werden können.“Das bedeute aber nicht automatisc­h, dass auch Rettungsdi­enste und Feuerwehrf­ahrzeuge diese Wege gleicherma­ßen befahren könnten.

Der Vorsitzend­e des Ortsbeirat­es, Marco Outzen, berichtete, dass er Kontakt zum Grünfläche­namt aufgenomme­n habe, das ebenfalls interessie­rt daran sei, Ursachen für den miserablen Zustand herauszufi­nden. „Die Mitarbeite­r wollen sich den Weg ansehen und, wenn es die Witterung zulässt, im Frühjahr versuchen, ihn wieder herzustell­en.“

Motorräder werden viel genutzt, was nicht ungefährli­ch für Radfahrer und Fußgänger ist. Hans-Martin Itzke, stellvertr­etender Vorsitzend­er des Ortsbeirat­s

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FOTOS: ANNETTE GÖDER Auf dem Wanderweg von Rönne (Beekkate) nach Schlüsbek sammelt sich nicht nur in Reifenspur­en das Wasser, sondern auch in einer Senke dicht am Gewerbegeb­iet, sodass Spaziergän­ger das Nachsehen haben.
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