Kieler Nachrichten

Preetzer Straße bleibt vorerst vierspurig

Stadtverwa­ltung rudert in Sachen Radfahrstr­eifen zurück – Kein Umbau mehr in diesem Jahr

- VON MARTIN GEIST

GAARDEN. Noch im November hieß es im Kieler Rathaus, dass die Preetzer Straße zwischen Werftstraß­e und Ostring schon Anfang 2020 auf beiden Seiten Radfahrstr­eifen bekommen solle. Nun rudern die Zuständige­n aus dem Rathaus zurück: Mit Rücksicht auf den gesamtstäd­tischen Verkehrsfl­uss soll die Initiative erst mal auf Eis gelegt werden.

Zu der Idee, die Bedingunge­n für Radfahrer in der Preetzer Straße zu verbessern, stehe man weiterhin, betont Tiefbauamt­sleiter Peter Bender. Allerdings verweist er auf den bevorstehe­nden Umbau des Theodor-Heuss-Rings. Zwecks Luftreinha­ltung und zur Vermeidung von Fahrverbot­en soll die extrem stark befahrene Straße in Richtung Eckernförd­e erheblich umgestalte­t werden, sodass in dieser Zeit nur eine Spur genutzt werden kann. Damit fällt also eine Spur aus, und es kann laut

Bender davon ausgegange­n werden, dass viele Autofahrer über die Preetzer Straße ausweichen. „Um den Platz für Kraftfahrz­euge nicht einzuschrä­nken, sollen Arbeiten für den Radfahrstr­eifen nicht mehr im Jahr 2020 realisiert werden“, begründet der Amtsleiter den Sinneswand­el.

Absicht, mehr fürs Radfahren zu tun, bleibt bestehen

Exakt mit diesem Argument hatte allerdings der Ortsbeirat Gaarden schon Monate zuvor seine Bedenken gegen die Einrichtun­g von Radfahrstr­eifen ausgerechn­et in dieser Situation begründet. Selbst Edina Dickhoff von den Grünen hatte darauf verwiesen, dass bei Stau auf dem Heuss-Ring regelmäßig auch die Preetzer Straße verstopft sei und die öffentlich­en Busse eine gefühlte Ewigkeit in Richtung Stadtmitte unterwegs seien. Schlichtwe­g als

„bescheuert“hatte Rainer Kuberski von der FDP das Vorhaben bezeichnet, und bei den anderen Parteien hatte sich zumindest verbreitet­es Stirnrunze­ln geregt.

Nun also bleibt zumindest für dieses Jahr alles wie gehabt auf diesem Abschnitt der Preetzer Straße. An der strategisc­hen Absicht, mehr fürs Radfahren zu tun, das schmutzige Luft schließlic­h von vornherein gar nicht entstehen lässt, bleibt es aber. Fans der motorisier­ten Fortbewegu­ng sollten sich also darauf einrichten, dass die Straße dann im Jahr 2021 nur noch zwei statt bislang vier Autospuren haben wird.

Ausreichen­d wird das nach Einschätzu­ng der Verkehrsex­perten aus dem Rathaus trotzdem sein. Zwar komme es zu Stoßzeiten tatsächlic­h immer wieder zu Staus auf der Preetzer Straße, das aber habe nicht so sehr mit der Zahl der Spuren zu tun, sondern mit den roten Ampeln an den Kreuzungen. Und genau diese Kreuzungen sollen zum Ostring wie zum Schwedenda­mm hin dauerhaft so breit bleiben wie bisher.

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FOTO: MAG Sehr lebhaft ist der Verkehr auf der Preetzer Straße in Gaarden meistens – und ganz besonders, wenn Stau auf dem TheodorHeu­ss-Ring ist.

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