Sor­ge um Uwe See­ler

Le­gen­de des Ham­bur­ger SV ist of­fen­bar zu Hau­se ge­stürzt und hat sich die Hüf­te ge­bro­chen

Kieler Nachrichten - - SPORT - VON THO­MAS PRÜ­FER UND CLAAS HEN­NIG

HAM­BURG. Sor­gen um Uwe See­ler: Das Fuß­ball-Idol des Ham­bur­ger SV ist nach ei­nem Sturz in sei­nem Haus in Nor­der­stedt in ein Kran­ken­haus ge­bracht wor­den. Die 83 Jah­re al­te HSV-Le­gen­de brach sich nach In­for­ma­tio­nen der Deut­schen Pres­seA­gen­tur bei dem Unfall die Hüf­te und soll­te noch am Frei­tag ope­riert wer­den.

„Der Ham­bur­ger SV ist mit sei­nen Ge­dan­ken in die­sen St­un­den bei Uwe See­ler“, schrieb sein Her­zens- und Hei­mat­klub auf der Web­sei­te. Der ge­sam­te Ver­ein wün­sche „al­les Gu­te und ei­ne schnel­le Ge­ne­sung“. In den ver­gan­ge­nen Jah­ren muss­te der DFB-Eh­ren­spiel­füh­rer wie­der­holt ge­sund­heit­li­che Rück­schlä­ge ein­ste­cken. Seit ei­nem Au­to­un­fall im Jahr 2010 ist der eins­ti­ge Tor­jä­ger auf dem rech­ten Ohr taub und klagt über Gleich­ge­wichts­pro­ble­me.

Zu­dem er­hielt er ei­nen Herz­schritt­ma­cher und muss­te sich ei­nen Tu­mor in der Schul­ter ent­fer­nen las­sen.

HSV-Coach Die­ter He­cking und sein Kol­le­ge Han­si Flick vom FC Bay­ern Mün­chen sen­de­ten Grü­ße. „Uwe, bleib auf­recht! Du schaffst das. Wir sind in Ge­dan­ken bei Dir. Idea­ler­wei­se ge­win­nen wir am Sonn­tag, da­mit die Ge­ne­sung schnell von­stat­ten geht“, sag­te He­cking in der Pres­se­kon­fe­renz zum Zweit­li­ga-Spit­zen­spiel des HSV ge­gen Bie­le­feld. Bay­ern-Trai­ner Flick mein­te: „Ich wün­sche aus dem Sü­den Deutsch­lands in den Nor­den al­les, al­les Gu­te und hof­fe, dass er bald wie­der fit ist. Wir drü­cken ihm al­le Dau­men in Mün­chen.“

Als Stür­mer spiel­te See­ler von 1952 bis 1973 für den da­ma­li­gen Bun­des­li­gis­ten HSV und war 16 Jah­re lang Mit­glied der deut­schen Na­tio­nal­mann­schaft. 1966 wur­de er mit dem DFB-Team in En­g­land Vi­ze­welt­meis­ter und wur­de vier Jah­re spä­ter in Me­xi­ko WM-Drit­ter. Sei­ne Er­folgs­bi­lanz: mehr als 400 Pflicht­spiel­to­re für den HSV, 72 Län­der­spie­le mit 43 Tref­fern zwi­schen 1954 und 1970, drei­mal „Fuß­bal­ler des Jah­res“, deut­scher Meis­ter und Po­kal­sie­ger.

Ein Traum blieb trotz al­ler sport­li­chen Er­fol­ge un­er­füllt. „Wenn ich schon bei vier Welt­meis­ter­schaf­ten da­bei war, hät­te ich auch gern ein­mal den Ti­tel ge­holt. Aber ich hat­te nicht das Glück. Trotz­dem war al­les wun­der­schön. Ich ver­mis­se nichts“, sag­te vor ein paar Jah­ren „Uns Uwe“, der sei­nem HSV stets treu blieb. 1961 wi­der­stand er ei­nem Mil­lio­nen-An­ge­bot von In­ter

Mai­land, zog Hei­mat und Fa­mi­lie vor. See­ler gilt als Mus­ter an Be­schei­den­heit. Mit Ehe­frau Il­ka ist er mehr als 60 Jah­re ver­hei­ra­tet, sein En­kel Le­vin Özt­u­na­li spielt bei Mainz 05 in der Bun­des­li­ga.

Schlech­te Er­fah­run­gen mach­te See­ler als HSV-Prä­si­dent von 1995 bis 1998, als Fi­nanz­skan­da­le und sport­li­che Miss­er­fol­ge an sei­nem ma­kel­lo­sen Image kratz­ten. Spä­ter räum­te er ein, sei­ne Ent­schei­dung sei ein Feh­ler ge­we­sen.

Po­si­tiv sah er in der Prä­si­dent­schaft im­mer­hin, dass er den Neu­bau des Volks­park­sta­di­ons und des HSV-In­ter­nats an­ge­scho­ben hat­te. Nach Fer­tig­stel­lung sag­te er über die Be­deu­tung des neu­en Sta­di­ons: „Es ist zu be­zwei­feln, ob wir im al­ten Volks­park noch in der ers­ten Klas­se spie­len wür­den.“2018 stieg der HSV erst­mals in sei­ner Ge­schich­te in die Zweit­klas­sig­keit ab – trotz der mo­der­nen Are­na.

➡Schlech­te Er­fah­run­gen mach­te Uwe See­ler als HSV-Prä­si­dent von 1995 bis 1998.

FO­TO: DPA/AXEL HEIM­KEN

Das Volks­park­sta­di­on und Uwe See­ler, das ge­hört zu­sam­men – wie hier an sei­nem 80. Ge­burts­tag im No­vem­ber 2016.

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