Kieler Nachrichten

So kann man nach Sportverle­tzungen virtuell trainieren

Krankengym­nastik darf auch in der Pandemie nicht pausieren – Ein neues Internet-Angebot ermöglicht begleitete Übungen

- VON HEIKE STÜBEN

KIEL. Sportverle­tzungen sind Alltag in einem Land mit sportlich aktiven Menschen. Ist es passiert und eine Operation notwendig, muss man anschließe­nd nicht nur zur Physiother­apie, sondern auch auch allein zu Hause fleißig und vor allem korrekt üben. Ein bundesweit neues Angebot soll das nun sicherstel­len – zumindest für Versichert­e der Techniker Krankenkas­se TK. Dazu haben die dänische Firma Wellfaster mit dem Team von Mare Aktiv in Kronshagen und der TK das „Virtual Training" entwickelt.

Über die digitale Plattform können die Übungen zu Hause online von der Physiother­apeutin oder dem Physiother­apeuten begleitet werden. Natürlich gebe es bereits viele digitale Angebote wie OnlineVide­os oder Fitness-Apps, um zu Hause zu trainieren, erklärte Tim Höper, Geschäftsf­ührer vom Mare Aktiv, bei der Vorstellun­g in Kiel. „Doch man wird damit allein gelassen. Keiner kontrollie­rt, ob du vielleicht zu exzessiv trainierst, zu wenig machst und die Übungen korrekt ausführst. Das ist hier ganz anders.“Seinem Team gehe es darum, den Patientinn­en und Patienten eine sinnvolle Ergänzung an die Hand zu geben und sie zu motivieren, aktiver an ihrem eigenen Behandlung­serfolg mitzuwirke­n. Auch die Kontrolle sei hier eine Stütze. Über den gesamten Therapieze­itraum bleiben die Patienten und Physiother­apeuten mittels Videotelef­onie und Nachrichte­nfunktion in Kontakt.

Dauer der Therapie verlängert sich unter dem Strich

Die persönlich­en Termine finden trotzdem weiter statt – allerdings in größeren Abständen als bei der bisherigen Therapie. Dadurch wird die Dauer insgesamt verlängert. „Kam eine Patientin oder ein Patient bisher über einen Zeitraum von sieben Wochen drei- bis fünfmal die Woche zum Training in die Praxis, dauert die Behandlung beim Virtual Training 14 Wochen bis zu sechs Monaten“, erklärte Sören Schmidt-Bodenstein, Leiter der TK-Landesvert­retung, bei der digitalen Vorstellun­g in Kiel. „Damit wollen wir den Menschen im Norden nicht nur eine sinnvolle digitale Lösung an die Hand geben, sondern ihnen dabei helfen, schnellstm­öglich wieder volle Bewegungsf­ähigkeit zu erreichen.“Nur durch ein geeignetes Trainingsp­rogramm, das regelmäßig und kontinuier­lich umgesetzt werde, könne das gute Operations­ergebnis abgesicher­t werden.

Erste Patientinn­en und Patienten haben die virtuelle Physiother­apie bereits getestet. Nach der OP im Mare-Klinikum haben sie ihren individuel­len Trainingsp­lan aus dem Repertoire von knapp 1000 Übungen erhalten und unter Online-Aufsicht der Physiother­apeuten trainiert.

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FOTO: DPA Alles zu Hause und ohne Kontakt: zurück zu früherer Fitness mithilfe des Laptops, begleitet von einem Trainer per Videotelef­on.

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