Kieler Nachrichten

Lukaku: Tränen und Tore

Belgiens Torjäger trifft gegen Russland doppelt – zuvor stand er wie viele Kollegen unter Schock

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und sein Zustand stabil. Das Spiel wurde nach einer längeren Unterbrech­ung fortgesetz­t, Dänemark verlor am Ende mit 0:1.

„Ich werde ihm auf jeden Fall eine Nachricht schicken, aber er muss nicht sofort antworten. Ich hoffe, es geht ihm gut. Das hoffe ich vor allem auch für seine zwei Kinder, die ihn brauchen“, sagte Lukaku mitfühlend, der gleich seinen ersten Treffer genutzt hatte, um den ganz persönlich­en Liebesgruß ins weltweite TVSignal zu schicken. „Ich widme ihm diese Leistung“, fügte der 28-Jährige an. Das übrige belgische Tor erzielte der eingewechs­elte Thomas Meunier (34.) von Borussia Dortmund.

Belgiens Nationaltr­ainer Roberto Martínez schilderte, wie sehr sein Team tatsächlic­h vom tragischen Ereignis in Kopenhagen mitgenomme­n war. „Es herrschte tiefe Trauer. Wir haben es live im Fernsehen gesehen – wir wollten eigentlich fünf Minuten später unser Teammeetin­g beginnen. Aber das Letzte, worüber wir reden wollten, war Fußball. Es war ein Schock, es gab Tränen“, schilderte der Spanier die Gefühlslag­e in der Kabine eindrückli­ch. Zu einer möglicherw­eise kurzfristi­gen Absage erklärte Martínez allerdings pragmatisc­h, eine solche Entscheidu­ng läge nicht in seiner Macht. „Ich bin nur der Trainer von Belgien.

Romelu Lukaku traf beim 3:0-Auftaktsie­g von Belgien gegen Russland im Doppelpack.

Wir müssen immer auf die Anweisunge­n warten.“

Und die Anweisung lautete diesmal, dass vor 26 264 Zuschauern in der Arena gespielt werden solle. Pfiffe der Fans, extrem laute Musik aus den riesigen Boxen und die üblichen Uefa-Zeremonien: In St. Petersburg hätte man

nicht unbedingt merken können, was wenige Momente zuvor im anderen Spiel der Gruppe B in Kopenhagen Schlimmes passiert war.

Neben der psychische­n Belastung für sein Team, in dem viele Eriksen persönlich kennen oder schon mal mit ihm zusammenge­spielt haben,

nimmt Martínez auch noch ein weiteres Personalpr­oblem mit. Außenverte­idiger Timothy Castagne zog sich nach einem heftigen Kopfzusamm­enstoß eine doppelte Augenhöhle­nfraktur zu und ist für den Rest des Turniers außer Gefecht gesetzt.

Sein Vertreter Meunier zeigte gegen Russland aber eine starke Leistung, traf kurz nach seiner Einwechslu­ng zum 2:0 und legte später auch noch das 3:0 von Stürmersta­r Lukaku auf. Zum EM-Auftakt waren Kevin De Bruyne (Gesichtsop­eration) und Axel Witsel (Rückkehr nach Achillesse­hnenriss) nicht mitgereist.

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