Kieler Nachrichten

Kieler Tatort

Borowski ermittelt zum ersten Mal in Stolpe im Kreis Plön |

- VON SVEN TIETGEN

STOLPE/KIEL. Premiere für Stolpe: Erstmals wurde die Gemeinde als Drehort für eine Tatortfolg­e ausgewählt. Am Wochenende steuerte die Filmcrew um den Kieler Kommissar Borowski alias Axel Milberg den Stolper See an. Gedreht wurde auf dem Gelände des örtlichen Angelverei­ns – und mit jeder Menge Lalü-Lala.

Obwohl der Kreis Plön seit Tagen praktisch eine coronafrei­e Zone darstellt, riegelte Nordfilm am Freitag das Areal am Nordufer des Stolper Sees rigoros für die Öffentlich­keit ab. Wegen der Pandemie ist kein Besuch während der Dreharbeit­en am Set möglich, teilte die Hamburger Produktion­sfirma mit. Am Vormittag war der Zutritt noch erlaubt, die ersten Mitarbeite­r trudelten am Vereinshei­m des Angelsport­vereins ein. Der Vereinsvor­sitzende Peter Gohlke versorgte die Besucher mit Kaffee – und half auch tatkräftig bei den Vorbereitu­ngen mit.

Mit den Akteuren platzierte Gohlke ein himmelblau­es Ruderboot mit dem Kiel nach oben auf der Wiese neben dem Steg. Näheres zur Szene verraten durften die Filmfirma-Mitarbeite­r nicht. Nur soviel: „Wir packen das ganz große Besteck aus.“Der Angelverei­nschef wusste mehr: Polizeifah­rzeuge und ein Rettungswa­gen würden mit Blaulicht das Vereinsgel­ände ansteuern. Und eine Kinderpupp­e, die ein Ausstatter auf eine Bank legte, spielt ebenfalls eine Rolle. „Es wird auch mit einer Spezialdro­hne gefilmt, da bin ich ganz gespannt drauf“, erzählt Peter Gohlke.

Besondere Atmosphäre gab den Ausschlag für den Drehort

Einen echten Mord oder Totschlag hat es am Stolper See laut Gohlke noch nicht gegeben. Wohl aber tödliche Unfälle: Vor vielen Jahren verheddert­e sich ein Taucher in einer Aalreuse und ertrank. In jüngerer Zeit erlitt ein Angler im Boot auf dem See einen Herzinfark­t, dort starb er auch. „Seitdem müssen sich unsere Angler auf Listen ein- und austragen, wenn sie mit dem Boot auf dem See unterwegs sind“, erklärt der Stolper. Das lauschige Areal des Angelverei­ns inklusive gemütliche­r Holzhütte hatten Scouts der Filmfirma ausgesucht. „Im Rennen war noch einer der Diekseen bei Plön, aber die Atmosphäre hier am Stolper See passt einfach besser zur Szene“, sagt einer der Mitarbeite­r, der lieber inkognito bleiben möchten.

Kurz nach Mittag ist auch die sogenannte Base, also das Lager für die Filmcrew, am Dorfgemein­schaftshau­s betriebsbe­reit. Hinter dem Rasen parken Wohnmobile, dort ziehen sich die Schauspiel­er zurück oder sie ziehen sich um. Sicherheit­spersonal mit Headsets patrouilli­ert zwar, aber aus dem Dorf lässt sich niemand blicken. Dann rollt Axel Milberg in einer Limousine an, stilgerech­t wie ein Filmstar sitzt er im Fond. Sofort geht der TV-Kommissar zum CateringMo­bil. Ein Foto? Gerne, aber bitte vor dem Snack. Nähere Infos möchte der Schauspiel­er, der seit 2003 Hauptkommi­ssar Borowski verkörpert, nicht preisgeben.

Unterdesse­n hat die Filmfirma die erbetene Dreh-Info geschickt. Der Plot macht neugierig: In Kiel wird eine Frau von einem unbekannte­n Täter vor einen Bus gestoßen und stirbt. Nur Stunden später landet Ermittler Borowski mit einer schweren Kopfverlet­zung auf der Intensivst­ation einer Klinik – niedergesc­hlagen von einem Unbekannte­n. Je länger seine Kollegin Mila Sahin (Almila Bagriacik) den Fall untersucht, desto mehr deutet auf einen Zusammenha­ng zwischen den beiden Taten hin. Und dann bekommt der Kommissar im Krankenbet­t merkwürdig­e Anrufe.

Noch bis zum 18. Juni setzt Regisseuri­n Friederike Jehn den neuen Kieler Tatort in Szene. Arbeitstit­el des Sonntagskr­imis: „Borowski und die Frau am Telefon“. Drehorte waren und sind Kiel und Umgebung inklusive Stolpe sowie Hamburg. Einen Ausstrahlu­ngstermin hat der NDR bislang noch nicht genannt.

➡ Sicherheit­spersonal mit Headsets patrouilli­ert zwar, aber aus dem Dorf lässt sich niemand blicken.

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 ?? FOTOS: SVEN TIETGEN ?? Axel Milberg willigte gern in ein Foto vor dem Drehpausen-Snack am Dorfgemein­schaftshau­s ein.
FOTOS: SVEN TIETGEN Axel Milberg willigte gern in ein Foto vor dem Drehpausen-Snack am Dorfgemein­schaftshau­s ein.
 ??  ?? Peter Gohlke, Vorsitzend­er des Angelverei­ns, half mit, das blaue Ruderboot für eine Tatortszen­e nahe des Stegs zu platzieren.
Peter Gohlke, Vorsitzend­er des Angelverei­ns, half mit, das blaue Ruderboot für eine Tatortszen­e nahe des Stegs zu platzieren.
 ??  ?? Geheimnisv­olles Requisit: Die Ausstatter der Filmfirma steuerten für die Dreharbeit­en am See auch eine Kinderpupp­e bei.
Geheimnisv­olles Requisit: Die Ausstatter der Filmfirma steuerten für die Dreharbeit­en am See auch eine Kinderpupp­e bei.

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