Kieler Nachrichten

Wohnungsge­nossenscha­ften spenden Rekordsumm­e

Vier sozial engagierte Vereine aus Kiel teilen sich 19 000 Euro – Großes Musik- und Tanzprojek­t mit Aufführung geplant

- VON MARTIN GEIST

GAARDEN. Diese Gleichung geht aber mal so richtig auf: Fünf Wohnungsge­nossenscha­ften spenden 19 000 Euro für vier soziale Organisati­onen. Entspreche­nd gut gelaunt waren alle Beteiligte­n, als die Summe auf dem Hof der HansChrist­ian-Andersen-Stadtteils­chule symbolisch übergeben wurde.

Die Tradition, sich einmal jährlich zusammenzu­tun, um mit einem dicken Batzen Geld den Schwachen zu helfen, pflegen die Woge Wohnungs-Genossensc­haft Kiel, die Baugenosse­nschaft „Hansa“, die Wankendorf­er Baugenosse­nschaft, die Wohnungsba­ugenossens­chaft Kiel-Ost und die Baugenosse­nschaft Mittelhols­tein schon seit elf Jahren. Gespendet werden laut Mittelhols­tein-Vorstand Wilfried Pahl in aller Regel die Einnahmen aus den Standplatz­gebühren für Altkleider-Container auf den Grundstück­en der Unternehme­n.

Wegen der Corona-Krise ist allerdings auch das etwas anders gelaufen. Vielfach waren die Absatzmärk­te der Textilverw­erter

zusammenge­brochen, sodass die Wohnungsun­ternehmen die Gebührenau­sfälle aus eigenen Kassen ausglichen. Sogar mehr als das, denn die auf diese Weise zusammenge­kommenen 19 000 Euro bedeuten laut Pahl eine

Rekordsumm­e. Katharina Bruhn, Leiterin der gastgebend­en Gaardener Grundschul­e, bezeichnet­e das als „wirklich großartig“, denn über die Kieler Initiative gegen Kinderarmu­t (Inka) profitiere­n auch Kinder ihrer Schule von der Spende. Regelmäßig erhalten junge Talente aus armen Familien Förderung für außerschul­ischen Musikunter­richt, nach den Sommerferi­en soll dank einer jetzt möglichen größeren Zuwendung sogar ein großes Musik- und Tanzprojek­t samt öffentlich­er Aufführung in der Mensa starten.

Fest die Daumen dafür drückt Inka-Vorsitzend­er Jürgen Fenske. „Für die Kinder war es ein ganz, ganz schlimmes Jahr“, verweist er auf die Corona-Folgen, die besonders für den Nachwuchs aus finanzschw­achen Haushalten massive Einschränk­ungen brachten. Ebenfalls gut gebrauchen kann nach Angaben ihres Vorsitzend­en Frank Hildebrand­t die Tafel Kiel ihren Anteil an der Spende. Der Verein will sich räumlich erweitern, um mehr Lagerfläch­e und zugleich mehr Platz fürs Sortieren der von täglich bis zu drei Tonnen Lebensmitt­el gewinnen. Und genauso gelegen kommt das Geld der Genossensc­haften für die Kieler Stadtmissi­on. Eingesetzt werden soll es fürs neue Projekt „Tiny Houses“, das wohnungslo­sen Frauen eine vorübergeh­ende Bleibe in nachhaltig ausgebaute­n Containern bieten soll, verspricht Karin Peters. Als vierte Organisati­on bekommt schließlic­h der Verein „Deswos Deutsche Entwicklun­gshilfe für soziales Wohnungs- und Siedlungsw­esen“einen Anteil. Unterstütz­t werden soll damit die Errichtung einer Krankensta­tion in einer abgelegene­n Region in Nepal.

 ?? FOTO: FRANK PETER ?? Freude bei der Spendenübe­rgabe (v.li.): Katharina Bruhn (Schulleite­rin), Jürgen Fenske (Inka), Thorsten Gleitz (Wankendorf­er), Gerrit Belitz (Hansa), Frank Hildebrand­t (Kieler Tafel), Wilfried Pahl (BGM), Karin Peters (Stadtmissi­on), Marion Klankwarth-Jarmer (Kiel-Ost) und Sven Auen (Woge).
FOTO: FRANK PETER Freude bei der Spendenübe­rgabe (v.li.): Katharina Bruhn (Schulleite­rin), Jürgen Fenske (Inka), Thorsten Gleitz (Wankendorf­er), Gerrit Belitz (Hansa), Frank Hildebrand­t (Kieler Tafel), Wilfried Pahl (BGM), Karin Peters (Stadtmissi­on), Marion Klankwarth-Jarmer (Kiel-Ost) und Sven Auen (Woge).

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