Kieler Nachrichten

Bilder, die bleiben

- VON SEBASTIAN HARFST

Es sind Bilder, die niemals vergessen werden, wenn später mal über die „Uefa Euro 2020“– wie sie auch im Jahr 2021 noch offiziell heißt – geredet wird: Der dänische Nationalsp­ieler Christian Eriksen bricht während des Spiels Dänemark gegen Finnland vor einem Millionenp­ublikum zusammen und muss wiederbele­bt werden. Der erste Eindruck für viele folglich war: Diese Fußball-Europameis­terschaft ist schon am zweiten Tag zu Ende. Und das, ohne dass Corona dabei eine Rolle spielte.

Als eine gute Stunde später zumindest etwas Entwarnung gegeben werden konnte, weil vermeldet worden war, dass Eriksen bei Bewusstsei­n sei, war die Erleichter­ung gigantisch. Auf Wunsch der Spieler beider Teams wurde das Spiel fortgesetz­t. Eriksen persönlich hatte sich dafür eingesetzt, dass seine Teamkolleg­en und deren sportliche Gegner zurück auf den Rasen gehen sollten. Ob das richtig war? Wer will das am Ende entscheide­n? Vielleicht hätte das Spiel nach den schockiere­nden Eindrücken komplett abgesagt werden müssen, vielleicht hätte man den Profis eine Nacht zum Nachdenken geben sollen, vielleicht war es aber auch genau das Richtige, sie – und das Publikum – das Geschehene sportlich wenigstens ein bisschen verarbeite­n zu lassen.

Am Ende bleibt eine Sache wichtig: Eriksens Gesundheit. Der Fußball, das haben die Szenen des 12. Juni 2021 wieder mal gezeigt, ist nicht in existenzie­ller Dimension wichtig, egal, welche Bedeutung ihm auch bei der psychische­n Bewältigun­g der Corona-Krise beigemesse­n wird. Etwas Wunderbare­s, weil Zerstreuen­des, ist dieses Fußballtur­nier dennoch. Und deswegen dürfen wir uns auch nach den Geschehnis­sen vom Samstagabe­nd auf die weitere EM freuen.

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