Fol­ge dem Ruf dei­nes Her­zens

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Mit dem Um­zug aufs Land mach­te sich Ka­tie als Sty­lis­tin selbst­stän­dig und zeigt bei der Ein­rich­tung ih­res ge­müt­li­chen Cot­ta­ges ihr Kön­nen.

Mit dem Um­zug aufs Land er­füll­te sich Ka­tie Sut­ton ei­nen Her­zens­wunsch und mach­te sich als Sty­lis­tin selbst­stän­dig. Bes­tes Re­fe­renz­ob­jekt: ihr ge­müt­li­ches Cot­ta­ge. TEXT Luit­gard Aus­burg/Nao­mi Jo­nes FO­TOS Ro­bert San­der­son/Nar­ra­ti­ves

Zwölf Jah­re ist es nun schon her, dass Ka­tie und Mar­tin Sut­ton ihr gro­ßes vik­to­ria­ni­sches Stadt­haus ge­gen ein ge­müt­li­ches Haus auf dem Land ein­tausch­ten. „Be­reut ha­ben wir es nicht ei­ne Se­kun­de“, sagt Ka­tie glück­lich. „Es war so wie bei vie­len Fa­mi­li­en: Als ich mit Ki­an schwan­ger war, fan­den wir, es sei an der Zeit, raus aus der Stadt ins Grü­ne zu zie­hen, da­mit die Kin­der auf dem Land in­mit­ten der Na­tur auf­wach­sen und Teil ei­ner über­schau­ba­ren Ge­mein­de sein kön­nen.“Die Wahl fiel auf ein frei ste­hen­des Cot­ta­ge aus dem Jahr 1885, das einst als Zu­hau­se für die Ar­bei­ter in den Müh­len der Ge­gend dien­te. Zum Glück war das An­we­sen erst vor ei­ni­gen Jah­ren sa­niert und re­no­viert wor­den und des­halb in ei­nem sehr gu­ten Zu­stand. „In die schon vor­han­de­ne Kü­che und die vie­len hüb­schen, ur­sprüng­li­chen De­tails ha­ben wir uns so­fort ver­liebt“, er­in­nert sich Ka­tie. Nicht ganz so ro­sig wa­ren die Aus­sich­ten, was die In­nen­ein­rich­tung und De­ko­ra­ti­on be­traf. „Al­les war ziem­lich tra­di­tio­nell, um nicht zu

sa­gen alt­ba­cken und dar­über hin­aus fürch­ter­lich dun­kel“, er­zählt die Sty­lis­tin. „Am schreck­lichs­ten wa­ren aber mit Ab­stand die dun­kel­grün ge­stri­che­nen Kü­chen­fron­ten – ein­fach schau­der­haft!“Ge­gen all das Dun­kel half nur strah­len­des Weiß. Und so wur­den nicht nur die Fron­ten, son­dern auch die Wän­de und Bö­den in fri­schem, hel­len Weiß ge­stri­chen – bis auf den Bo­den im Ess­zim­mer, in dem Har­t­holz ver­legt wur­de. Nach die­sen ers­ten grund­le­gen­den Ar­bei­ten der Pflicht, ging es an die Kür: die De­ko­ra­ti­on. „Wir ha­ben zwar vie­le Mö­bel aus un­se­rem ehe­ma­li­gen Haus mit­ge­nom­men, aber ich hat­te auch Lust auf Neu­es“, so Ka­tie, die ihr Herz mitt­ler­wei­le an Vin­ta­ge­mö­bel und -ac­ces­soires ver­lo­ren hat. „Mein Ein­rich­tungs­stil hat sich ver­än­dert, seit­dem wir auf dem Land le­ben. Die wei­ßen Wän­de und Bö­den ver­lei­ten mich da­zu, mehr Farb­ex­pe­ri­men­te zu wa­gen und nach ex­tra­va­gan­ten Stü­cken Aus­schau zu hal­ten.“Häu­fig schlen­dert sie über An­ti­qui­tä­ten­mes­sen und Floh­märk­te, um sich in­spi­rie­ren zu las­sen. „Man muss kein Ver­mö­gen aus­ge­ben, um ei­nen atem­be­rau­ben­den Look zu schaf­fen“, ist Ka­tie über­zeugt. „Mit ei­nem Mix aus Alt und Neu ent­steht

ein un­ver­wech­sel­ba­rer, in­di­vi­du­el­ler Look, der mei­ne Per­sön­lich­keit wi­der­spie­gelt.“Un­nach­ahm­lich ist auch Ka­ties Farb­spek­trum: Ih­re Vor­lie­be gilt zar­ten Pa­s­tell­tö­nen, al­len vor­an ih­rem ge­lieb­ten „Duck Egg Blue“, das nicht nur in der Kü­che, son­dern auch im Ba­de­zim­mer den Ton an­gibt. Ka­tie hat nicht nur ih­ren Wohn­stil ver­än­dert, son­dern mit dem Um­zug auch ihr bis­he­ri­ges Le­ben auf den Prüf­stand ge­stellt. Das Lehr­er­da­sein hat sie mitt­ler­wei­le an den Na­gel ge­hängt, um sich ganz ih­rem Her­zens­pro­jekt zu wid­men: ei­ner Ein­rich­tungs­be­ra­tung mit dem Na­men „The Vin­ta­ge Hou­se That Could“. „Statt Kin­dern brin­ge ich nun Er­wach­se­nen et­was bei“, lacht Ka­tie, die Fo­to­shoo­tings, Work­shops und Event­pla­nung an­bie­tet. Im Cot­ta­ge­gar­ten will sie sich dem­nächst ein gro­ßes Stu­dio ein­rich­ten, denn ihr Un­ter­neh­men wächst. Und auch wenn kei­ne gro­ßen Än­de­run­gen mehr im Haus an­ste­hen, weht ab und zu ein lau­es Lüft­chen der Ver­än­de­rung durch die Räu­me. „Klei­nig­kei­ten wie Tep­pi­che oder Kis­sen wechs­le ich re­gel­mä­ßig aus. Und jetzt, wo die Fei­er­ta­ge vor der Tür ste­hen, de­ko­rie­re ich nach Her­zens­lust“, freut sich Ka­tie, die vom Land­le­ben be­seelt ist.F

SHAB­BY CHIC Ein Stoff­rol­lo mit Blüm­chen­mus­ter holt Ro­man­tik ins Cot­ta­ge. Ei­ne al­te Kon­ser­ven­do­se dient als Va­se.

AUS­STEL­LUNGS­STÜ­CKE Of­fe­ne Re­ga­le bie­ten Platz für al­ler­lei Vin­ta­geund Re­tro-Ac­ces­soires.

TEA TI­ME In ei­nem CD-Re­gal be­wahrt Ka­tie ih­re Tee­tas­sen-Samm­lung auf. Ge­krönt wird es von Buch­sta­ben aus Kup­fer­draht.

GRE­EN LI­FE Schnee­flo­cken aus Pa­pier und ein Mi­ni-Lich­ter­baum ma­chen das grü­ne Still­le­ben weih­nacht­lich.

Das Licht in der Zim­mer­ecke setzt den fest­lich ge­schmück­ten Weih­nachts­baum per­fekt in Sze­ne VOR­FREU­DE Gleich ist es so­weit: Im Wohn­zim­mer der Sut­tons ist al­les be­reit für die Be­sche­rung.

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