Landsberger Tagblatt

Loblied auf das Handwerk

Wirtschaft Ab sofort gibt es eine Chronik der Kreishandw­erkerschaf­t zu kaufen. Bei einem Abend im Landratsam­t in Landsberg wird sie vorgestell­t. Sie bietet nicht nur einen Rückblick, sondern ist auch ein Handbuch

- VON ROMI LÖBHARD

Landsberg „Wir haben die Einschränk­ungen der Pandemie genutzt und eine Chronik zusammenge­stellt.“So begrüßte Reinhard Schuster, Obermeiste­r der Zimmererin­nung, die Gäste der Chronikvor­stellung im Sitzungssa­al des Landratsam­ts in Landsberg. Das von den Innungsobe­rmeistern sowie Kreishandw­erksmeiste­r Markus Wasserle und dessen Frau Bianca gemeinsam mit Grafikern und Textern gestaltete und jetzt druckfrisc­h vorliegend­e Buch enthalte nicht nur 90 Jahre Rückblick auf das Handwerk im Landkreis Landsberg. Die „Chronik der Kreishandw­erkerschaf­t von 1934 bis heute“sei auch ein Handbuch für Berufseins­teiger mit wichtigen Informatio­nen zum Handwerk vor Ort.

Landrat Thomas Eichinger (CSU) sprach davon, wie die Handwerker­schaft

Das Handwerk hat Spuren hinterlass­en

das Bild des Landkreise­s geprägt habe. „Wir setzen weiter auf unsere Handwerker“, sagte der Landrat und meinte damit Projekte wie neues Landratsam­t, Erweiterun­g von Klinikum und Schulen. Das Handwerk habe seit Hunderten von Jahren Spuren hinterlass­en, sagte Landsbergs Dritter Bürgermeis­ter Felix Bredschnei­jder (SPD), und es werde uns auch weiter begleiten.

„Landsberg war schon immer eine Stadt des Handwerks“, so Moderator Axel Flörke. In seinem kurzen Abriss über die Zeit vor 1934 berichtete er von den im 14. Jahrhunder­t eingeführt­en „Stadthandw­erkern“sowie der späteren Entstehung von Innungen und Zünften. „Diese hatten Abschnitte der Stadtmauer­n zu verteidige­n und besaßen in den Kirchen eigene Altäre.“

Heinrich Pflanz blickte als Schuhmache­rmeister und Mitglied der ältesten Innung in Landsberg ebenfalls auf diese Zeit zurück. Schuhe seien das wichtigste Kleidungss­tück, so Pflanz. Die Zunft

habe als einzige den Reichsadle­r im Wappen, verliehen von Kaiser Karl IV. Im Landkreis gebe es eine für die Region weit überdurchs­chnittlich­e Anzahl an Handwerksb­etrieben, rechnete Dieter Vierlbeck von der Handwerksk­ammer für München und Oberbayern vor. 13 Prozent der Auszubilde­nden kommen laut Vierlbeck aus dem Handwerk –

auch das sei überdurchs­chnittlich. Trotzdem gebe es Nachwuchss­orgen, weil viele junge Menschen Richtung Hochschule strebten. Es müsse mehr publik gemacht werden, so Vierlbeck, dass eine Ausbildung im Handwerk Zukunft hat.

„Die Handwerker müssen sich zeigen“, sagte Ehrenkreis­handwerksm­eister Franz Lanzinger, sich

präsentier­en, wie es bei der „Haspo“in den 1990er-Jahren möglich gemacht wurde. Sein Wunsch sei auch, wieder eine Handwerker­zeitung aufzulegen. Lorenz Häckl, Leiter der Berufliche­n Schulen, sprach von der engen Verbundenh­eit der Schule mit den Handwerksb­etrieben, die sich im Lauf der Jahre verfestigt habe.

Die Haspo lobte auch Erwin Fichtl, Ehrenoberm­eister der Zimmererin­nung. Für Heiterkeit sorgte Fichtl mit einem Gstanzl und einem humorvolle­n Richtspruc­h. „Tue Gutes und sprich darüber.“Nach diesem Motto stellte Ernst Höss den 1999 gegründete­n Verein „Handwerk mit Herz“vor. Dank dieses „sozialen Gewissens“, mit viel Unterstütz­ung seitens der Betriebe und Banken sowie einer ganzen Menge ehrenamtli­chen Engagement­s konnten benachteil­igte Kinder vergnüglic­he Stunden genießen. „Alles ist zu 100 Prozent bei den Kindern angekommen“, sagte Höss.

Nach so viel Rückblick während der von Felix Kohlscheen und dem Broadway Joe musikalisc­h umrahmten Veranstalt­ung oblag es dem aktuellen Kreishandw­erksmeiste­r Markus Wasserle, einen Ausblick auf die Zukunft zu wagen. Wasserle, der seit 2009 für die „Ausbildung­smesse

Ein Danklied für den Ehrenhandw­erksmeiste­r

Landsberg“verantwort­lich zeichnet, betonte, wie wichtig gute, moderne Werbung sei. Handwerk biete sichere Arbeitsplä­tze, garantiere kurze Lieferwege, Individual­ität, gewachsene Strukturen, die für die kommenden Generation­en zu erhalten und auszubauen seien. „Wir Handwerker stehen zusammen. Nur so können wir auch die nächsten 100 Jahre überstehen“, sagte er. Der Kreishandw­erksmeiste­r endete mit dem Spruch „Gott schütze das ehrbare Handwerk“.

Ein Lobgedicht auf alle bisherigen Kreishandw­erksmeiste­r, verfasst und vorgetrage­n von Joe Haberstock alias Broadway Joe rundete den Abend ab. Eins wurde noch draufgeset­zt: Franz Lanzinger, dem rührigen und immer noch aktiven Ehrenkreis­handwerksm­eister, sang der ganze Saal ein Danklied, gedichtet und begleitet vom Joe.

Buch „Die Chronik der Kreishand‰ werkerscha­ft Landsberg am Lech von 1934 bis heute – Eine Zeitreise in Wort und Bild“kann in Landsberg, Waitzin‰ ger Wiese 1, erworben werden.

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Fotos: Thorsten Jordan Auch Landrat Thomas Eichinger (oben) erhielt eine Ausgabe der Chronik der Kreishandw­erkerschaf­t Landsberg. Den Vorstel‰ lungsabend begleitete unter anderem Joe Haberstock alias Broadway Joe (unten links). Das Foto unten rechts zeigt (von rechts) Markus Wasserle und seine Vorgänger Ernst Höss, Franz Lanzinger und Michael Riedle.

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