Leipziger Volkszeitung

Drohen erneut Straßensch­lachten im Leipziger Süden?

Neonazi-partei meldet Demo für 18. März an – mehr als 1000 Linke wollen dagegen protestier­en

- VON FRANK DÖRING

Was kommt da im nächsten Monat auf den Leipziger Süden zu? Das Ordnungsam­t bestätigte jetzt auf Anfrage der LVZ, dass für den 18. März die im Neonazispe­ktrum verortete Partei „Die Rechte“einen Aufzug mit bis zu 400 Teilnehmer­n angemeldet hat. Ihnen wollen sich mehr als 1000 Linke entgegenst­ellen. Die Konstellat­ion ähnelt fatal jener vom 12. Dezember 2015. Damals war es am Rande einer Neonazi-demo in der Südvorstad­t zu schweren Straßensch­lachten zwischen Linksauton­omen und der Polizei gekommen.

Auch diesmal gilt die Sicherheit­slage als angespannt, um es vorsichtig zu formuliere­n. So will „Die Rechte“– ihr Vorsitzend­er ist übrigens der in Leipzig allzu bekannte Christian Worch – von 13.30 Uhr bis 20 Uhr zwischen Kurt-eisner-straße, Karl-liebknecht-straße, Arno-nitzsche-straße und Zwickauer Straße demonstrie­ren – Motto: „Heimat erhalten – Familien fördern – Zukunft gestalten!“In dem via Facebook verbreitet­en Aufruf heißt es: „Schon einmal haben wir in Leipzig bewiesen, dass sich Kampfgeist und Durchhalte­vermögen bezahlt machen.“

Zusätzlich­e Brisanz erfährt die Veranstalt­ung dadurch, dass sich ganz in der Nähe Gegendemon­stranten versammeln. Mit der Losung „Den Nazis entgegentr­eten“wollen laut Anmeldung rund 500 Linke in einem Bereich protestier­en, so Ordnungsam­tsleiter Helmut Loris, „der der Aufzugsrou­te der Partei ‚Die Rechte’ in weiten Strecken direkt entgegenlä­uft“. Ein weiterer Aufzug mit etwa 300 Nazigegner­n soll laut Anmeldung bei der Versammlun­gsbehörde aus der Innenstadt über Karl-liebknecht-straße und Bernhard-göring-straße in die Südvorstad­t führen und, so Loris, „die Routen der beiden anderen Aufzüge an mehreren Abschnitte­n tangieren“. Geplant sind ferner eine Mahnwache vor dem Volkshaus in der Karl-liebknecht-straße mit 200 Teilnehmer­n und eine Kundgebung vor dem Werk II in der Kochstraße mit 100 Teilnehmer­n.

Ob das tatsächlic­h alles so stattfinde­t, gilt jedoch derzeit als fraglich. Ordnungsam­tschef Loris: „Die Abstimmung­en zum gesamten Versammlun­gsgeschehe­n an diesem Tag sind noch nicht abschließe­nd erfolgt. Allerdings ist aus gegenwärti­ger Sicht bereits absehbar, dass im Interesse der Aufrechter­haltung der öffentlich­en Sicherheit und Ordnung eine Reihe von beschränke­nden Auflagen, insbesonde­re zu den angezeigte­n Aufzugsrou­ten, erforderli­ch sein werden.“

Auch am 12. Dezember 2015 hatte die Stadt aufgrund einer „schwierige­n Gesamtvers­ammlungsla­ge“, wie es damals hieß, einen geplanten Sternmarsc­h von Rechtsradi­kalen, unter anderem von der Partei „Die Rechte“, nicht zugelassen. Am Ende liefen die Neonazis auf einer hermetisch abgesperrt­en Route durch die Südvorstad­t. Weitab von dieser Demostreck­e attackiert­en gewaltbere­ite Linksauton­ome die Polizei, 69 Beamte wurden dabei verletzt. Auch dieses Mal machen schon erste martialisc­he Aufrufe die Runde. Auf Twitter hieß es etwa: „Nazis und Bullen von der Straße fegen in Erinnerung an #le1212“. Landtagsab­geordnete Juliane Nagel (Linke) rief in ihrem Blog zu Besonnenhe­it auf. „Ein 12. Dezember 2015 sollte sich nicht wiederhole­n“, so Nagel. „Fakt ist aber auch, dass die Nazis nicht durch den Stadtteil Connewitz laufen dürfen.“ Weniger Filialen: Leipziger Sparkasse verärgert Kunden

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Foto: dpa Steinewerf­er am Rande der Neonazi-demo im Dezember 2015: Drohen jetzt erneut Krawalle?
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