Leip­zi­ger Ex­per­te rügt neue Pau­scha­le in Not­auf­nah­men

Leipziger Volkszeitung - - Erste Seite -

LEIP­ZIG.

Der Streit um die neue Ab­klä­rungs­pau­scha­le geht wei­ter. Seit 1. April wird im Be­reit­schafts-und Notfalldie­nst der Kran­ken­häu­ser zu­nächst ge­klärt, ob ein Pa­ti­ent wirk­lich ein Not­fall, ein Fall für den Kas­sen­ärzt­li­chen Be­reit­schafts­dienst oder für den Haus­arzt ist. Ho­no­riert wer­den da­bei aber le­dig­lich zwei Mi­nu­ten Un­ter­su­chung. Andre­as Gas­sen, Vor­stands­chef der Kas­sen­ärzt­li­chen Bun­des­ver­ei­ni­gung (KBV), ver­weist dar­auf, dass es kei­nes­falls um ei­ne Not­fall­be­hand­lung im Zwei-mi­nu­ten-takt ge­he, son­dern um Pa­ti­en­ten, die mit Ba­ga­tel­ler­kran­kun­gen oder so­gar nur we­gen ei­nes Re­zep­tes ei­ne Not­fall­am­bu­lanz auf­su­chen. Für die­se Ab­klä­rung ha­ben die Kran­ken­häu­ser bis­her kein Geld er­hal­ten. Da­ge­gen hält der Leip­zi­ger Me­di­zin-öko­nom Wil­fried von Eiff die neue Ab­klä­rungs­ge­bühr schlicht­weg für falsch: Sie än­de­re nichts an der Über­las­tung der Not­auf­nah­men und ber­ge dar­über hin­aus er­heb­li­che Ri­si­ken für Pa­ti­en­ten, weil sich in so kur­zer Zeit kei­ne pro­fun­de Dia­gno­se stel­len las­se. Auf die Kran­ken­häu­ser kä­men auf die­sem We­ge nur neue fi­nan­zi­el­le Be­las­tun­gen zu, fürch­tet von Eiff. rh

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