Win­zer kämp­fen mit Feu­ern ge­gen den Frost

Bo­den soll er­hitzt wer­den / Schnee auf den Berg­gip­feln

Leipziger Volkszeitung - - Sachsen Und Mitteldeut­schland - VON CHRIS­TIA­NE RAATZ

LEIP­ZIG/DRES­DEN.

Das April­wet­ter hat Schnee und Käl­te nach Sach­sen, Sach­sen-an­halt und Thü­rin­gen zu­rück­ge­bracht. Der Fich­tel­berg im Erz­ge­bir­ge tra­ge ei­ne rund 17 Zen­ti­me­ter di­cke Schnee­de­cke, sag­te ges­tern früh ein Spre­cher des Deut­schen Wet­ter­diens­tes in Leip­zig. Auf der Schmü­cke im Thü­rin­ger Wald la­gen sie­ben Zen­ti­me­ter Neu­schnee, der Bro­cken im Harz als höchs­ter Berg von Sach­sen-an­halt ging hin­ge­gen na­he­zu leer aus. „Es kön­nen aber noch ei­ni­ge Zen­ti­me­ter kom­men“, sag­te der Me­teo­ro­lo­ge. Auch im Tief­land gab es kur­ze Schnee­schau­er. Au­to­fah­rer soll­ten in den kom­men­den Ta­gen vor­sich­tig fah­ren, denn das Wet­ter blei­be bei Tem­pe­ra­tu­ren knapp über dem Ge­frier­punkt nass­kalt, warn­te der Wet­ter­dienst.

Ge­fähr­lich wer­den könn­te es auch für Sach­sens Win­zer wer­den. Sie rüs­ten sich ge­gen dro­hen­de Spät­frös­te. „Die Win­zer sind vor­be­rei­tet“, sag­te der Vor­sit­zen­de des Wein­bau­ver­ban­des, Lars Klitzsch. Man­cher­orts ge­be es be­reits ers­te Aus­trie­be an den Reb­stö­cken. Dann könn­ten Tem­pe­ra­tu­ren um den Ge­frier­punkt – wie für die nächs­ten Ta­ge in Sach­sen an­ge­kün­digt – das Ge­we­be schä­di­gen.

Obst­bau­ern ban­gen um ih­re Ern­te

Aus Angst vor Spät­frös­ten will das Staats­wein­gut Schloss Wa­cker­b­arth in den Wein­ber­gen hun­der­te klei­ne Feu­er ent­fa­chen. „Der ak­tu­el­le Käl­te­ein­bruch in Sach­sen for­dert von den Win­zern be­son­de­re Maß­nah­men“, sag­te Spre­cher Martin Jun­ge. Seit ges­tern bis zum Frei­tag sol­len da­her in je­der Nacht rund 200 klei­ne Feu­er in ins­ge­samt acht La­gen in Dies­bar-seuß­litz und Radebeul (Kreis Mei­ßen) kon­trol­liert ent­zün­det wer­den, um die Luft über dem Bo­den zu er­wär­men.

Be­trof­fen sind 19 Hekt­ar Reb­flä­che, dar­un­ter 5,5 Hekt­ar be­son­ders emp­find­li­che Jung­an­la­gen der Rebs­or­ten Mül­lerThur­gau und Bac­chus auf der Seuß­lit­zer Hein­richs­burg. „Spä­te Frost­pe­ri­oden be­dro­hen vor al­lem die Knos­pen der Reb­stö­cke, die durch die plötz­li­che Käl­te braun wer­den und ab­fal­len“, so Jun­ge. Win­zer Karl Fried­rich Aust vom gleich­na­mi­gen Wein­gut in Radebeul will sei­ne Reb­stö­cke schüt­zen, in dem er die Ru­ten mög­lichst weit hoch bin­det, um sie vor Bo­den­frost zu schüt­zen. Jung­pflan­zen wer­den mit Er­de an­ge­häu­felt.

Auch die Obst­bau­ern in Sach­sen ban­gen an­ge­sichts der Tem­pe­ra­tu­ren um ih­re Ern­te. „Es ist ei­ne ge­fähr­li­che Zeit“, er­klär­te Udo Jentzsch vom Obst­bau­ver­band. Kir­sche, Jo­han­nis­bee­re und Ap­fel stün­den vie­ler­orts schon in Blü­te. Fal­len die Tem­pe­ra­tu­ren deut­lich un­ter null Grad, dro­hen Ver­lus­te bis hin zum To­tal­aus­fall. Man­che Obst­bau­ern ar­bei­te­ten da­her mit Warm­luft oder klei­nen Feu­ern. Das funk­tio­nie­re aber meist nur auf klei­ne­ren Flä­chen, hieß es.

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