Leip­zigs neu­er Glas­pa­last

Die Säch­si­sche Auf­bau­bank hat ih­ren Fir­men­sitz schon of­fi­zi­ell von Dres­den ver­legt / Mo­dell zeigt fu­tu­ris­ti­sche Ar­chi­tek­tur

Leipziger Volkszeitung - - Leipzig - VON BJÖRN MEI­NE UND JENS RO­METSCH

Die Säch­si­sche Auf­bau­bank (SAB) hat ih­ren Sitz seit dem 1. Ja­nu­ar 2017 ganz of­fi­zi­ell nicht mehr in Dres­den – son­dern in Leip­zig. Auch der Han­dels­re­gis­ter-ein­trag ist be­reits im Ja­nu­ar er­folgt. Und die Bau­ar­bei­ten am Platz des eins­ti­gen Ro­bo­tron-ge­bäu­des sind voll im Gan­ge. Es gibt ei­ni­ge un­ge­plan­te Ver­zö­ge­run­gen, doch Sab-vor­stands­chef Stefan We­ber ist gu­ter Din­ge: Die Grund­stein­le­gung soll im Herbst über die Büh­ne ge­hen; für das zwei­te Halb­jahr 2019 ist der Um­zug vor­ge­se­hen. Bis zu 500 Mit­ar­bei­ter wer­den dann in Leip­zig tä­tig sein. Das Bud­get be­läuft sich auf rund 110 Mil­lio­nen Eu­ro.

„Wir lie­gen ei­nen Mo­nat hin­ter den ur­sprüng­li­chen Pla­nun­gen“, er­klär­te We­ber jetzt ge­gen­über der LVZ. Die Ur­sa­chen lie­gen im Bau­grund: Zum ei­nen sind die Quar­zit­schich­ten an der Ger­ber­stra­ße als das die Pro­be­boh­run­gen er­ah­nen lie­ßen. Zum an­de­ren war of­fen­bar auch die Bo­den­plat­te des weg­ge­ris­se- nen Ro­bo­tron-ge­bäu­des mit deut­lich mehr Be­ton ver­se­hen wor­den, als ge­dacht. Weil die­se Plat­te raus muss, dau­mäch­ti­ger, ert es et­was län­ger.

Bei ei­nem in­ter­na­tio­na­len Ar­chi­tek­tur­wett­be­werb mit 20 Bü­ros hat­te sich das Lon­do­ner Bü­ro Acme mit sei­nem Gestal­tungs­kon­zept für den neu­en Sab-stand­ort in Leip­zig durch­ge­setzt. Von Acme stam­men bei­spiels­wei­se die Bbc-kon­zert­hal­le in der bri­ti­schen Haupt­stadt, auch her­aus­ra­gen­de Bau­ten im aus­tra­li­schen Melbourne, in Istan­bul oder Ham­burg. SABCHEF We­ber be­tont den of­fe­nen Cha­rak­ter des Ge­bäu­des: Mehr als die Hälf­te des 10 000 Qua­drat­me­ter gro­ßen Grund­stücks will die Auf­bau­bank in ei­nen für je­der­mann zu­gäng­li­chen Säu­len­gar­ten ver­wan­deln. Leip­zi­ger In­ge­nieu­re der Fir­ma Win­ter ha­ben ein Sys­tem ent­wi­ckelt, bei dem die 24 Me­ter ho­hen Säu­len des Vor­plat­zes über wär­me­über­tra­gen­de Roh­re ther­misch ge­nutzt wer­den: Nachts neh­men sie die Wär­me des Ge­bäu­des über Be­ton­ker­ne auf und küh­len so das gan­ze Haus auf na­tür­li­che Wei­se für den kom- men­den Tag vor. Auch die Ver­duns­tungs­käl­te im Säu­len­gar­ten wird für ein an­ge­neh­mes Raum­kli­ma in der Bank ge­nutzt. Das En­sem­ble er­hält auch ei­ne Tief­ga­ra­ge.

Der Um­zug ist Teil des Stand­or­te­kon­zepts der säch­si­schen Staats­re­gie­rung zur Be­hör­den­mo­der­ni­sie­rung: Leip­zig ver­liert dem­nach sei­nen Lan­des­rech­nungs­hof nach Dö­beln und er­hält da­für den Sitz der Säch­si­schen Auf­bau­bank. Das Stand­or­te­ge­setz war An­fang 2012 von der da­ma­li­gen Cdu/fdp-ko­ali­ti­on im Land­tag be­schlos­sen wor­den. Der Kauf­ver­trag über das Grund­stück wur­de kurz dar­auf ab­ge­schlos­sen; im Au­gust 2013 be­gann der Ab­riss des Ro­bo­tron-ge­bäu­des. Der Ar­chi­tek­ten­wett­be­werb wur­de im Ok­to­ber 2013 fi­nal zu­guns­ten von Acme ab­ge­schlos­sen – nach Ver­zö­ge­run­gen, weil ein un­ter­le­ge­ner Wett­be­werbs­teil­neh­mer Be­schwer­de ge­gen das Er­geb­nis ein­ge­reicht hat­te. Ers­te Bau­vor­be­rei­tun­gen hat­ten im De­zem­ber 2016 be­gon­nen.

Ani­ma­ti­on: Acme

Die neue Zen­tra­le der Säch­si­schen Auf­bau­bank an der Ger­ber­stra­ße.

Mo­dell: Acme

Das Mo­dell zeigt die neue Zen­tra­le der Säch­si­schen Auf­bau­bank, die zwi­schen dem Ho­tel In­ter­ci­ty und dem ehe­ma­li­gen Land­rats­amt (bei­de links) und dem Ho­tel Wes­tin (rechts) ent­steht.

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