Lau­fen Bau­kos­ten aus dem Ru­der?

Stadtrat dis­ku­tiert am Bei­spiel des neu­en Goe­the-gym­na­si­ums, ob das Con­trol­ling funk­tio­niert

Leipziger Volkszeitung - - Leipzig - VON MA­THI­AS ORBECK

Der Schrift­zug Goe­the-gym­na­si­um ziert be­reits das Ge­bäu­de in Schö­ne­feld. Vom neu­en Schul­jahr an kön­nen künf­ti­ge Abitu­ri­en­ten das neue, frisch sa­nier­te Gym­na­si­um in der Gor­ki­stra­ße be­zie­hen. Leip­zig hat sich die Sa­nie­rung der bei­den Schul­häu­ser, die durch ei­nen Brü­cken­gang ver­bun­den sind, et­wa 20,05 Mil­li­on kos­ten las­sen. Mehr als ur­sprüng­lich ge­plant. In der Vor­wo­che muss­te der Stadtrat ei­nen Nach­schlag von 1,8 Mil­lio­nen Eu­ro be­wil­li­gen. Für Karsten Al­brecht (CDU) ist das Bau­vor­ha­ben da­her „ei­ne lan­ge Ge­schich­te von Pan­nen und Un­ge­reimt­hei­ten“. Nach ei­nem Baustopp und der De­bat­te um die Ver­bin­dungs­brü­cke ha­be der Stadtrat schon ein­mal Mehr­kos­ten von 1,46 Mil­lio­nen Eu­ro be­wil­li­gen müs­sen, er­in­ner­te er. Schon da­mals sei klar ge­we­sen, dass dies nicht aus­reicht, weil Haus­schwamm in al­ten Holz­bal­ken ent­deckt wor­den sei. „Die Con­trol­ling­be­rei­che ha­ben ver­sagt. Das ist bei gro­ßen Bau­vor­ha­ben oft so. Kos­ten­stei­ge­run­gen in Mil­lio­nen­hö­he müs­sen künf­tig ver­mie­den wer­den“, so Al­brecht.

Mar­git­ta Hollick (Lin­ke) for­der­te ihn auf, „auf dem Tep­pich zu blei­ben“. „Dass das Bau­vor­ha­ben teu­rer wird, ha­ben wir schon da­mals ge­sagt.“Das Amt für Ge­bäu­de­ma­nage­ment ha­be re­gel­mä­ßig kon­trol­liert und ver­sucht, Kos­ten zu sen­ken. Bei al­ten Ge­mäu­ern sei dies aber nicht im­mer so ein­fach. „Wir ren­nen von ei­nem Bau­pro­jekt zum nächs­ten – da ist ei­ne ver­nünf­ti­ge Vor­be­rei­tungs­zeit oft nicht mög­lich. Das hängt mit un­se­rer be­son­de­ren Si­tua­ti­on des star­ken Wachs­tums zu­sam­men“, er­klär­te Bau­bür­ger­meis­te­rin Dorothee Du­brau (par­tei­los). Hin­zu kommt: In der Start­pha­se wer­den Kos­ten oft künst­lich mi­ni­miert, um mög­lichst vie­le Pro­jek­te an­schie­ben zu kön­nen. Du­brau ver­wies eben­so auf per­so­nel­le und struk­tu­rel­le Pro­ble­me in ih­rem De­zer­nat. „Vi­el­leicht kön­nen Sie auch mal an­er­ken­nen, was mei­ne Mit­ar­bei­ter in den letz­ten Jah­ren ge­leis­tet ha­ben“, wand­te sie sich an den Stadtrat. Schnell mal „20 Schu­len oder 80 Kin­der­gär­ten“an­zu­schie­ben, sei ei­ne gro- ße Her­aus­for­de­rung. So sei zwar zu­sätz­li­ches Per­so­nal ein­ge­stellt wor­den, was von der Amts­lei­tung al­ler­dings auch ge­steu­ert wer­den müs­se. „Gro­ße Auf­ga­ben sind nicht mit ge­gen­sei­ti­gen Schuld­zu­wei­sun­gen zu lö­sen.“Micha­el Wei­ckert (CDU): „Es geht um das Geld der Bür­ger, das wir ver­wal­ten. Da sind wir zu Sorg­falt ver­pflich­tet.“Für Sieg­fried Schle­gel (Lin­ke) ist es un­ge­heu­er wich­tig, qua­li­fi­zier­te Pla­nun­gen für künf­ti­ge Bau­vor­ha­ben vor­zu­be­rei­ten und bei Be­darf recht­zei­tig aus der Schub­la­de zu zie­hen. Da ist die Stadt auf ei­nen bes­se­ren Weg. So hat sich Schul­bür­ger­meis­ter Tho­mas Fa­bi­an (SPD) ei­nen Pla­nungs­vor­lauf für 24 Neu- und Er­wei­te­rungs­bau­ten vom Rat ab­seg­nen las­sen.

Fo­to: André Kempner

Wird im Som­mer er­öff­net: das neue Goe­the-gym­na­si­um in Schö­ne­feld. Der Stadtrat hat in der Vor­wo­che ei­nen Nach­schlag bei den Bau­kos­ten be­wil­ligt.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.