Fei­ge, aber schön

Leipziger Volkszeitung - - Tierleben - VON LA­MA HORST

Ret­tungs­leit­stel­le der Feu­er­wehr:

Te­le­fon 0341 550044000 bei Ti­er­not­fäl­len.

Ti­er­not­hil­fe Leip­zig:

Te­le­fon 0172 1362020, Leip­zi­ger Stra­ße 216, 04178 Leip­zig.

Ers­ter Frei­er Tier­schutz­ver­ein, Trä­ger des Tier­heims Leip­zig:

Brei­ten­feld, Gus­tav-adolf-al­lee 35, Te­le­fon 0341 9117154.

Uni­ver­si­tät Leip­zig, Kli­nik für Klein­tie­re, An den Tier­kli­ni­ken 23:

24-stün­di­ger Not­dienst für le­bens­be­droh­li­che Not­fäl­le. Sprech­stun­den nur nach Ter­min­ver­ga­be, Te­le­fon 0341 9738711.

Kli­nik für Vö­gel und Rep­ti­li­en, An den Tier­kli­ni­ken 17:

034347 81633.

Te­le­fon 0341 9738405.

Tier­ärzt­li­che Kli­nik für Klein­tie­re Dr. Kühn/dr. Schmidt:

Pa­nitzsch, Carl-benz­stra­ße 2, Te­le­fon 034291 316000.

Igel­schutz­zen­trum:

Horn­stra­ße 9, Te­le­fon 0341 4247662.

Tier­schutz­ver­ein Bor­na:

04539 Groitzsch, Oell­schütz Nr. 10, Te­le­fon 0163 4091013; Be­reit­schaft Fund­tie­re: Te­le­fon 0175 1258019.

Tier­heim Oelz­schau:

Te­le­fon 034346 61639.

Gna­den­hof Los­sa:

Te­le­fon

Tier­schutz­ver­ein Roch­litz/geit­hain:

04808 Thall­witz OT Los­sa, Te­le­fon 0174 6066343 oder 03425 8561998. Ha­ben Sie, lie­be Le­ser, ei­nen tie­ri­schen Ge­fähr­ten, mit dem Sie ein un­schlag­ba­res Team bil­den? Ha­ben Sie et­was be­son­ders Auf­re­gen­des oder Be­rüh­ren­des mit Ih­rem oder ei­nem an­de­ren Tier er­lebt? Be­rich­ten Sie uns da­von.

Sie kön­nen schrei­ben an die

Lvz-lo­kal­re­dak­ti­on, Stich­wort: Tier­le­ben, Pe­ters­stein­weg 19, 04107 Leip­zig. E-mail: tier­le­ben@lvz.de, Te­le­fon: 0341 21811321, Fax: 0341 9604631. L ie­be Le­ser,

kürz­lich fiel mir beim Stö­bern in un­se­rer zoo­ei­ge­nen Bi­b­lio­thek wie­der ein­mal das be­rühm­te Werk „Brehms Tier­le­ben“von Al­f­red Brehm in die Hu­fe, und beim Le­sen stol­per­te ich über die Tüp­fel­hyä­nen, die vom Au­tor als „… fei­ges Tier…“be­zeich­net wer­den. Ei­ne mir bis da­hin un­be­kann­te Ein­schät­zung, die al­ler­dings nicht oh­ne Be­dacht ge­trof­fen wur­de, wie ich auf den wei­te­ren Sei­ten las. Auf sei­nen zahl­rei­chen Streif­zü­gen durch die Re­vie­re der Tüp­fel­hyä­nen lern­te er sie in der Art ken­nen, dass sie ih­re An­grif­fe gern aus dem Hin­ter­halt her­aus „pla­nen“und die Men­schen tun­lichst mei­den. Un­se­re sechs Tüp­fel­hyä­nen sind mir dies­be­züg­lich nicht in Er­schei­nung ge­tre­ten. Da­her rührt mei­ne Ver­wun­de­rung über die­se Aus­sa­ge, aber vi­el­leicht möch­te man vor sei­nen Zoo­kol­le­gen eher das Ge­sicht wah­ren, und au­ßer­dem bin ich ja kein Zwei­bei­ner. Ich bin je­den­falls ein Freund der Tüp­fel­hyä­nen. Ihr ge­fleck­tes Fell ge­fällt mir au­ßer­or­dent­lich, glänzt im Son­nen­schein be­son­ders schön und ver­tuscht et­was den plum­pen Kör­per. Na­tür­lich ist mir nicht ver­bor­gen ge­blie­ben, dass sie bei ei­ni­gen Be­su­chern nicht gera­de hoch im Kurs ste­hen, wes­halb ich heu­te ei­ne Lan­ze für sie bre­chen möch­te. Denn die Tüp­fel­hyä­ne hat be­son­de­re We­sens­zü­ge und kör­per­li­che Merk­ma­le. Zum Bei­spiel sind ih­re Kie­fer ex­trem mäch­tig, und sie kön­nen da­mit im Grun­de al­les ka­putt be­kom­men, selbst die lie­be­voll ge­bas­tel­ten Be­schäf­ti­gungs­scha­fe von den Pfle­gern. In­ner­halb kür­zes­ter Zeit zer­klei­nern sie Röh­ren­kno­chen, als ob es nichts Leich­te­res gä­be. Da­zu kommt ei­ne star­ke Kau­mus­ku­la­tur, die ihr üb­ri­ges tut. Ein ein­zi­ges Mal war ich zu­ge­gen, als sie Kno­chen be­ka­men. Das knir­schen­de und kna­cken­de Ge­räusch klingt mir heu­te noch in mei­nen zar­ten Oh­ren. Auf der Su­che nach Fut­ter durch­strei­fen die ge­sel­li­gen Tie­re, die in Grup­pen von bis zu 60 Tie­ren le­ben, in den Däm­me­rungs- und Nacht­stun­den die Step­pen. Ze­bras, An­ti­lo­pen, Ha­sen oder Aas sind dann das Ziel der Be­gier­de. Ge­jagt wird haupt­säch­lich im Ru­del, und oft­mals wird das er­leg­te Tier le­ben­dig zer­ris­sen, da der Tö­tungs­biss fehlt.

Das Sa­gen ha­ben ein­deu­tig die Hyä­nen­weib­chen, nur das rang­höchs­te Männ­chen darf sich paa­ren. Die Jung­tie­re selbst wer­den in Höh­len oder un­ter­ir­di­schen Bau­en zur Welt ge­bracht. Bei Mehr­lings­wür­fen über­lebt oft­mals nur ein Jung­tier, denn be­reits un­ter den Jung­tie­ren be­steht ein Kon­kur­renz­kampf, und nur der Stär­ke­re über­lebt. Wir hier im Zoo Leip­zig kön­nen uns über re­gel­mä­ßi­gen Nach­wuchs freu­en, der auch bis­wei­len in den ge­schaf­fe­nen Höh­len auf der Au­ßen­an­la­ge zur Welt kommt. Da hö­ren die Pfle­ger zu­nächst nur die Ru­fe der Jun­gen und wis­sen manch­mal ta­ge­lang nicht, wie groß der Wurf ist. Ich muss schon ge­ste­hen, dass die Jung­tie­re wirk­lich nied­lich aus­se­hen mit ih­rem an­fäng­lich schwar­zen Fell, das sich erst nach ein paar Mo­na­ten um­färbt. Das Mut­ter­tier trägt die Neu­ge­bo­re­nen mit dem ty­pi­schen Na­cken­griff, der zwar et­was grob aus­sieht, aber für die Klei­nen nicht un­an­ge­nehm ist. Die letz­te Nach­zucht, die bei uns auf­kam, wur­de zu Be­ginn des Jah­res 2016 ge­bo­ren. Die bei­den Hyä­nen Zu­lu und Sa­ha­ra sind aus dem Gröbs­ten her­aus und ha­ben sich gut ent­wi­ckelt. Vor ein paar Ta­gen ha­ben wir die Nach­zuch­ten aus dem Jahr 2013, die Weib­chen Ki­ra und Kim, an ei­nen Zoo in Ame­ri­ka ab­ge­ge­ben. Da­mit ha­ben wir jetzt Platz für den nächs­ten Nach­wuchs. Ich freue mich schon jetzt, wenn klei­ne Hyä­nen das ers­te Mal toll­pat­schig über die An­la­ge lau­fen und vi­el­leicht Sie, lie­ber Le­ser, ent­zü­cken. Ihr Horst La­ma Horst ist das Mar­ke­ting­tier des Zoos.

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