Phy­sio­the­ra­peu­tin weiß: „Wenn ein Hund pupst, hat man al­les rich­tig ge­macht“

Hei­ke Amt­hor bie­tet in Stöt­te­rit­zer Pra­xis Ent­span­nungs­mas­sa­gen, Übun­gen und an­de­re Hil­fen für Vier­bei­ner

Leipziger Volkszeitung - - Tierleben - VON ANDREA SCHUL­ZE www.hun­de­phy­sio­the­ra­pie-in-leip­zig.de

Wenn ein Hund pupst, hat man al­les rich­tig ge­macht“, sagt Hei­ke Amt­hor. Die Hun­de­phy­sio­the­ra­peu­tin meint da­mit, dass man an­hand der Luft­ent­wei­chung aus dem Darm er­ken­nen kann, ob ein Hund ent­spannt ist oder nicht – wenn ja, hat die Mas­sa­ge ge­wirkt. Seit An­fang die­ses Jah­res ist Amt­hor selbst­stän­dig.

An­ge­fan­gen hat ih­re be­ruf­li­che Wei­ter­ent­wick­lung mit ei­ner mo­bi­len Pra­xis für die Hun­de­phy­sio­the­ra­pie als Ne­ben­er­werb. „Ein Drei­vier­tel­jahr hat­te ich die­se, als mein Ar­beit­ge­ber mir kün­di­gen muss­te“, er­zählt die 51-Jäh­ri­ge. Ge­ar­bei­tet hat­te sie haupt­be­ruf­lich in ei­nem Al­ters­heim als Phy­sio­the­ra­peu­tin. Um die The­ra­pie auch für Hun­de an­bie­ten zu kön­nen, mach­te sie ei­ne Wei­ter­bil­dung. „Aus der Ar­beits­lo­sig­keit her­aus ha­be ich dann mei­ne Selbst­stän­dig­keit ge­grün­det“, so Amt­hor.

Schein­bar klei­ne Übun­gen sind um­so ef­fek­ti­ver

Sie fand Pra­xis­räu­me in Stöt­te­ritz, die sie ab Mit­te Fe­bru­ar an­mie­ten konn­te – mit ei­ner Stra­ßen­bahn­hal­te­stel­le vor der Tür und ei­nem Park ge­gen­über. „Der Park ist be­son­ders gut, da­mit ich mir die Hun­de in Be­we­gung an­schau­en kann“, er­klärt Amt­hor. Beim ers­ten Ter­min schaue sie sich das Gang­bild des Hun­des an so­wie die Ge­len­ke, die Knie­stel­lung, die Band­schei­ben. Sie schaut, ob ir­gend­wo Ent­zün­dun­gen vor­lie­gen. Nach dem Be­fund kann sie ei­ne ent­spre­chen­de Be­hand­lung für das Tier aus­ar­bei­ten. „Ich se­he da­bei den gan­zen Hund, nicht nur den Teil, der be­trof­fen ist. Zu­erst lo­cke­re ich die Mus­ku­la­tur, da­nach ar­bei­ten wir an den Schwach­stel­len“, sagt Hei­ke Amt­hor. Ers­te Er­fol­ge sind meist schon di­rekt nach der Be­hand­lung zu se­hen.

Die Be­hand­lung dau­ert et­wa 30 bis 45 Mi­nu­ten pro Ter­min. Da­bei wird die Mus­ku­la­tur des Hun­des ge­lo­ckert und es wer­den klei­ne­re Übun­gen ge­macht. „Ei­ni­ge der Übun­gen se­hen nach nicht viel aus, sind aber da­für um­so ef­fek­ti­ver“, er­klärt Amt­hor. Auch wei­ter­ge­hen­de Übun­gen für zu Hau­se ge­be sie den Be­sit­zern mit, da­mit sie dort wei­ter mit ih­rem Hund ar­bei­ten kön­nen. „Bis­her hat auch je­der Hund gut mit­ge­macht“, so die Hun­de­phy­sio­the­ra­peu­tin. Wenn es auf An­hieb nicht so gut klappt, lie­ge das oft auch an der Auf­re­gung des Hun­de­hal­ters. „Dar­um bie­te ich zu­sätz­lich zu der Be­hand­lung für Hun­de auch Well­ness für den Men­schen an, mit Mas­sa­gen oder Me­di­ta­tio­nen“, sagt Hei­ke Amt­hor. Das Tier kann zu der Well­ness­be­hand­lung mit­kom­men, es gibt di­rekt ei­ne Ku­schel­ecke in dem Raum.

Be­hand­lung bei Hüft­dys­pla­sie oder Ar­thro­se sinn­voll

Die Phy­sio­the­ra­pie ist für Hun­de sinn­voll, die Pro­ble­me mit den Ge­len­ken ha­ben, wie ei­ne Hüft­dys­pla­sie, oder un­ter Ar­thro­se lei­den. „Kaum je­mand weiß, dass es die­se The­ra­pie gibt für die Tie­re. Die meis­ten wer­den vom Tier­arzt dar­auf auf­merk­sam ge­macht.“Mitt­ler­wei­le hat Hei­ke Amt­hor ih­re Pra­xis in der Ar­nold­stra­ße 22 nach und nach zu ei­nem Schmuck­stück ge­macht und will die Wän­de auch als Ga­le­rie nut­zen. So ist dort zur of­fi­zi­el­len Ein­wei­hungs­fei­er am 22. April – von 10 bis 16 Uhr – auch Ma­le­rei von Cas­par Kel­ling zu se­hen. Loh­nend für Tier­freun­de in der Groß­stadt dürf­te aber auch schon ein Be­such auf der In­ter­net­sei­te der Fach­frau sein. Mit ih­rem Hund Max hat sie et­li­che Vi­de­os ge­dreht, wie Vier­bei­ner – et­wa bei schlech­tem Wet­ter oder ei­ner Er­kran­kung – so­gar in der Woh­nung gut be­schäf­tigt wer­den kön­nen. Zum Bei­spiel lässt sich mit ei­nem al­ten Hand­tuch und et­was Fut­ter im Hand­um­dre­hen ei­ne ganz un­ge­wöhn­li­che „Früh­lings­rol­le“bas­teln, an der Mensch wie Tier lan­ge Spaß ha­ben.

Fo­to: André Kempner

Ei­ne Hun­de­phy­sio­the­ra­pie hilft nicht nur Mus­keln und Ge­len­ken – sie baut auch Stress bei den Vier- und Zwei­bei­nern ab, ist das Cre­do von Hei­ke Amt­hor.

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