„Aus Träu­men wer­den Zie­le“

Re­né Rüb­ner en­ga­giert sich eh­ren­amt­lich für zwei Pa­ten­kin­der beim Pro­jekt „Wund­er­fin­der“der Stif­tung Bür­ger für Leip­zig

Leipziger Volkszeitung - - Leipzig Live 2g - VON DÖR­TE GROMES

Als die Grup­pe von sie­ben Grund­schul­kin­dern und ei­ni­gen Er­wach­se­nen die­ser Ta­ge die Me­di­a­ci­ty beim MDR be­tritt, wird es auf ein­mal quir­lig. Auf­ge­reg­tes Ge­plap­per hallt durch das Foy­er und da­zu vie­le Fra­gen: „Dreht ihr hier auch Ki­ka?“, lau­tet ei­ne von ih­nen. Nicht zum ers­ten Mal sind die Kin­der aus der Wil­helm-wan­der­grund­schu­le im Leip­zi­ger Os­ten mit ih­ren Pa­ten un­ter­wegs, um Or­te jen­seits ih­res all­täg­li­chen Ho­ri­zon­tes ken­nen­zu­ler­nen. Auf Stu­dio-tour beim MDR wa­ren sie je­doch noch nie.

Den Ter­min or­ga­ni­sier­te Re­né Rüb­ner. Der Mar­ke­ting-ma­na­ger ist seit Be­ginn des Schul­jah­res bei den Wund­er­fin­dern: „Ich bin zu­fäl­lig drauf ge­sto­ßen und fand toll, dass das Pro­jekt im Leip­zi­ger Os­ten an­ge­sie­delt ist, wo ich selbst woh­ne.“Das von der Stif­tung Bür­ger für Leip­zig ge­tra­ge­ne Pro­gramm er­mög­licht es Kin­dern aus so­zi­al be­nach­tei­lig­ten Fa­mi­li­en, hin­ter Tü­ren zu schau­en, die ih­nen sonst ver­schlos­sen blei­ben. Im Lau­fe ei­nes Schul­jah­res un­ter­nimmt je­der der ins­ge­samt 35 Pa­ten mit sei­nen zwei Pa­ten­kin­dern im Grund­schul­al­ter et­wa zehn Aus­flü­ge. Pro­jekt­lei­te­rin Eva Rie­mer er­klärt: „Es geht nicht nur dar­um, ih­nen ein­präg­sa­me Er­leb­nis­se zu ver­schaf­fen. Die Kin­der be­kom­men Auf­merk­sam­keit ge­schenkt, die sie in ih­rem All­tag oft ent­beh­ren und ent­wi­ckeln so ein neu­es Selbst­be­wusst­sein.“

Bei der Tour durch ver­schie­de­ne Mdrstu­di­os sind die Schü­ler mit Feu­erei­fer da­bei. Zu­fäl­lig wird gera­de ei­ne Sze­ne für die Arzt-se­rie „In al­ler Freund­schaft“ge­dreht. Die Kin­der dür­fen ei­nen kur­zen Blick auf das Set wer­fen. Dass die dort her­um­ste­hen­den Weiß­kit­tel kei­ne ech­ten Ärz­te, son­dern Schau­spie­ler sind, ist für man­che Kids zu­nächst ver­wir­rend.

Im so­ge­nann­ten Gre­en­screen-raum wer­den dann vor ei­nem grü­nen Vor­hang ver­schie­de­ne Ko­s­tü­me und Re­qui­si­ten aus­pro­biert. Tour-gui­de Andre­as Wil­ke fügt an­schlie­ßend di­gi­tal ver­schie­de­ne Hin­ter­grün­de ein. Samt Ver­klei­dung mon­tiert er die Kin­der in ei­nen Zau­ber­wald oder in ei­ne ver­schnei­te Win­ter­land­schaft. Das sorgt für gro­ße Aha-ef­fek­te – auch bei Re­né Rüb­ner. Als Wi­kin­ger ver­klei­det po­siert der 32-Jäh­ri­ge zu­sam­men mit sei­nen Pa­ten­kin­dern Ma­rie Wil­helm und Finn Gö­thel. Bei­de be­su­chen die drit­te Klas­se und freu­en sich auf je­de Un­ter­neh­mung mit ihm.

Hö­he­punkt der Tour ist der Nach­bau ei­nes Nach­rich­ten­stu­di­os. Die Grund­schü­ler dür­fen Kin­der­nach­rich­ten vom Te­le­promp­ter ab­le­sen und wer­den da­bei auf­ge­nom­men. Der neun­jäh­ri­ge Finn spricht den Wet­ter­be­richt und ist sicht­lich stolz, als er es ge­schafft hat. Da­nach sin­gen die Mäd­chen spon­tan noch ein Früh­lings­lied für die Ka­me­ra. – „Ich dach­te, es wür­de lang­wei­lig wer­den, aber es war span­nend“, zieht die Dritt­kläss­le­rin Eli­sa Lace am En­de das Re­sü­mee.

Sol­che Aus­sa­gen be­stä­ti­gen Rüb­ner in sei­nem En­ga­ge­ment. Er will Kin­dern Mut ma­chen, die es schwe­rer als an­de­re ha­ben, ih­re Träu­me zu ver­fol­gen oder über­haupt erst wel­che zu ent­wi­ckeln. „Aus Träu­men kön­nen ir­gend­wann Zie­le wer­den und dann er­ken­nen die Kin­der, dass es sich doch lohnt, sich in der Schu­le und in der Fa­mi­lie an­zu­stren­gen“, lau­tet Rüb­ners Cre­do. Der­zeit sucht die Stif­tung Bür­ger für Leip­zig nach wei­te­ren eh­ren­amt­li­chen Pa­ten, die im nächs­ten Schul­jahr für das Pro­jekt ak­tiv wer­den wol­len. Wer sich für die Wund­er­fin­der in­ter­es­siert, kann Pro­jekt­lei­te­rin Eva Rie­mer kon­tak­tie­ren: Te­le­fon 0341 9601530, eva.rie­mer@buer­ger­fu­er­leip­zig.de; www.die­wund­er­fin­der.de

Fo­to: André Kempner

Re­né Rüb­ners Pa­ten­kin­der Ma­rie und Finn hat­ten beim Be­such der Mdr-stu­di­os nicht nur als Wet­ter­frö­sche viel Spaß.

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