To­kio hat ei­nen fes­ten Platz im Kopf

Der Leip­zi­ger Nach­wuchs-rad­sport­ler Fe­lix Groß hat gro­ße Plä­ne

Leipziger Volkszeitung - - Sport -

LEIP­ZIG.

Beim der­zei­ti­gen April- bis Win­ter­wet­ter gibt es ga­ran­tiert an­ge­neh­me­re Sport­ar­ten als Stra­ßen­rad­sport. Noch vor we­ni­gen Wo­chen war der Leip­zi­ger Fe­lix Groß auf der Son­nen­sei­te sei­ner Dis­zi­plin un­ter­wegs – im Trai­nings­camp auf Mallor­ca. Da­nach be­stritt der bis­he­ri­ge Ju­ni­or an der hei­mi­schen Red-bull-are­na sein ers­tes Män­nerr­ren­nen: Her­aus sprang Rang acht im Kri­te­ri­um. Im­mer­hin hat­te sich Groß nach schwa­chem Auf­takt noch in den 60 Ki­lo­me­ter lan­gen Wett­be­werb zu­rück­ge­kämpft und mit Erik Mohs und Eric Bau­mann zwei deut­lich rou­ti­nier­te­re Fah­rer aus der Re­gi­on hin­ter sich ge­las­sen. „Mehr war nicht drin“, re­sü­mier­te Groß hin­ter­her la­ko­nisch.

So oder so wird dem 18-Jäh­ri­gen ei­ne gro­ße Zu­kunft vor­aus­ge­sagt. „Fe­lix’ Ziel ist Olym­pia 2020 in To­kio“, sagt sein Trai­ner Ro­land Hem­pel vom Lan­des­ver­band, „das kann er schaf­fen.“In Leip­zig setzt Hem­pel die Trai­nings­plä­ne von Bahn­bun­des­trai­ner Sven Mey­er um, da­ne­ben er­hält Groß hier Un­ter­stüt­zung vom ehe­ma­li­gen Leip­zi­ger Uni-pro­fes­sor Diet­mar Jun­ker, der sich um die Leis­tungs­dia­gnos­tik küm­mert.

Sei­nen Sport fi­nan­ziert der zwei­fa­che Deut­sche Ju­nio­ren­meis­ter vor al­lem über ei­ne Stel­le bei der Bun­des­wehr, zu de­ren Sport­för­der­grup­pe er neu­er­dings ge­hört. Da­ne­ben ist der ge­bür­ti­ge Leip­zi­ger seit die­sem Jahr Teil des rad-net Ro­se-teams, das vor vier Jah­ren vom Bund Deut­scher Rad­fah­rer zur För­de­rung von Nach­wuchs­fah­rern ge­grün­det wur­de.

Wich­tig ist aber na­tür­lich auch die fa­mi­liä­re Hil­fe. Fe­lix’ Va­ter Mike war frü­her selbst Rad­sport­ler, sei­ne Mut­ter Leicht­ath­le­tin, sein jün­ge­rer Bru­der Franz ist eben­falls ein Ta­lent im Sat­tel. Nur so konn­te Groß ne­ben dem Abi noch meh­re­re hun­dert Ki­lo­me­ter pro Wo­che schrub- ben und re­gel­mä­ßig zu Ren­nen in halb Deutsch­land fah­ren. „Ei­ne sei­ner gro­ßen Stär­ken ist sein ex­tre­mer Fleiß“, lobt Trai­ner Hem­pel. Da­zu kom­me die Fä­hig­keit, sich im Ren­nen noch zu stei­gern, wie erst am Sonn­tag an der Red-bull-are­na be­wie­sen.

Die größ­te Groß-schwä­che sind (noch) die Berg­fahr­ten. Da­für fehl­ten al­ler­dings auch dei Trai­nings­mög­lich­kei­ten in der Re­gi­on. Zu­min­dest auf dem Er­go­me­ter lie­ßen sich die Hö­hen­un­ter­schie­de aber leid­lich si­mu­lie­ren, so Hem­pel.

Und schon am Wo­che­n­en­de bie­tet sich für Fe­lix Groß die Mög­lich­keit, sei­ne noch fri­sche Bilanz im Her­ren­be­reich zu ver­bes­sern. In der Nä­he des ehe­ma­li­gen Po­lit­bü­ro-som­mer­pa­ra­die­ses in Wand­litz tritt er beim „12. Rund um das Dri­ving Cen­ter Groß Dölln“an. „Da se­he ich gu­te Chan­cen für ihn“, sagt Ro­land Hem­pel.

Chris­ti­an Ditt­mar

Fo­to: Chris­ti­an Mod­la

Fe­lix Groß (18) gilt als das größ­te Leip­zi­ger Rad­sport-ta­lent.

Fo­to: Ver­ein

Mit Po­ka­len, Me­dail­len, Ur­kun­den und Scho­ko­ha­sen: Die Po­kal-bes­ten.

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