Pro­zess­be­ginn: Kind zu To­de miss­han­delt

Stief­va­ter soll Fünf­jäh­ri­gen ge­tö­tet ha­ben

Leipziger Volkszeitung - - Aus Aller Welt - VON EL­KE SILBERER VON HEI­KE MANS­SEN

MÖN­CHEN­GLAD­BACH.

Ge­gen ei­nen 27Jäh­ri­gen, der das Kind sei­ner Le­bens­ge­fähr­tin zu To­de miss­han­delt ha­ben soll, hat in Mön­chen­glad­bach der Pro­zess be­gon­nen. Laut An­kla­ge hat­te der Mann den fünf­jäh­ri­gen Luca im Ok­to­ber 2016 so hef­tig ge­schla­gen, dass das Kind ein Schä­del-hirn-trau­ma er­litt, die Milz riss und es Ein­blu­tun­gen an Ma­gen und Darm be­kam. Au­ßer­dem soll er den Jun­gen ge­würgt ha­ben. Der klei­ne Luca lag nach An­ga­ben der Mut­ter blau und „mit Schaum vor dem Mund“in sei­nem Bett­chen in ih­rer Woh­nung im nie­der­rhei­ni­schen Vier­sen.

Dem An­ge­klag­ten wer­den Tot­schlag, ge­fähr­li­che Kör­per­ver­let­zung und Kör­per­ver­let­zung vor­ge­wor­fen. Er äu­ßer­te sich beim Pro­zess­auf­takt am Di­ens­tag nicht zu den Vor­wür­fen. Lu­cas Mut­ter steht eben­falls vor Ge­richt, sie ist we­gen Miss­hand­lung durch Un­ter­las­sen an­ge­klagt. Die 24-Jäh­ri­ge soll ent­ge­gen ei­ner ge­richt­li­chen Wei­sung den Kon­takt zwi­schen ih­rem Part­ner und Luca zu­ge­las­sen ha­ben. Ihr Le­bens­ge­fähr­te hat­te trotz­dem bei ihr ge­wohnt, sag­te die Mut­ter.

Der 27-Jäh­ri­ge soll den klei­nen Luca be­reits im Ja­nu­ar ver­gan­ge­nen Jah­res ge­schla­gen ha­ben, wor­auf das Ju­gend­amt das Kind in sei­ne Ob­hut nahm. Nach der an­geb­li­chen Tren­nung von dem An­ge­klag­ten durf­te der Jun­ge dann wie­der zur Mut­ter. Sie muss­te aber den Kon­takt zu dem An­ge­klag­ten un­ter­bin­den.

Als im Kin­der­gar­ten im April Ver­bren­nun­gen am Rü­cken des Kin­des auf­fie­len, ließ das Fa­mi­li­en­ge­richt die Er­zie­hungs­fä­hig­keit der Mut­ter prü­fen. Ein Sach­ver­stän­di­ger kam nach frü­he­ren An­ga­ben des Ge­richts zu dem Schluss, dass das Kin­des­wohl von Luca nicht ge­fähr­det sei und von dem An­ge­klag­ten kei­ne Ge­fahr aus­ge­he.

Wer mag, kann dem Park beim Wach­sen zu­se­hen. Droh­nen­vi­de­os im In­ter­net zei­gen je­den Fort­schritt. Zei­gen, wie Be­ton, Glas und Grün sich zu ei­nem gro­ßen Gan­zen zu­sam­men­fü­gen. Nach drei­jäh­ri­ger Bau­zeit ist die neue Fir­men­zen­tra­le des Elek­tro­nik­kon­zerns App­le in Cu­per­ti­no im ka­li­for­ni­schen Si­li­con Val­ley ein­zugs­fer­tig: App­le Park heißt sie, die ers­ten Mit­ar­bei­ter rich­ten sich der­zeit ein. Der Um­zug von mehr als 12 000 Mit­ar­bei­tern wer­de aber mehr als sechs Mo­na­te dau­ern, teil­te das Un­ter­neh­men mit.

Der Me­ga­bau war App­le-grün­der Ste­ve Jobs’ letz­tes gro­ßes Pro­jekt, für das er Star­ar­chi­tekt Nor­man Fos­ter ge­win­nen konn­te. Das Haupt­quar­tier soll­te et­was Be­son­de­res wer­den. „Wie ein Raum­schiff, das gera­de lan­det“, so be­schrieb der 62jäh­ri­ge Jobs, vom Krebs schwer ge­zeich­ne­te, in sei­ner Prä­sen­ta­ti­on vor dem Stadtrat in Cu­per­ti­no im Ju­ni 2011 das Mam­mut­pro­jekt. Es soll­te sein letz­ter öf­fent­li­cher Auf­tritt sein – vier Mo­na­te spä­ter starb Ste­ve Jobs. Jetzt trägt ein Au­di­to­ri­um auf dem Ge­län­de mit 1000 Sitz­plät­zen sei­nen Na­men. Am un­ter­ir­di­schen „Ste­ve Jobs Thea­ter“wird der­zeit noch ge­wer­kelt. Wenn es im Som­mer fer­tig ist, dürf­ten hier künf­ti­ge die neu­en Ge­rä­te von App­le auf­wen­dig in Sze­ne ge­setzt wer­den.

Be­schei­den, klein – das ist nichts für den Elek­tro­nik-gi­gan­ten aus Ame­ri­ka. Das neue Raum­schiff (es könn­te auch an ein Rie­sen-do­nut sein) im Val­ley ist mit knapp ei­nem hal­ben Ki­lo­me­ter Durch­mes­ser grö­ßer als das Pen­ta­gon. Auf ei­ner Flä­che von 260 000 Qua­drat­me­tern wird im run­den Haupt­ge­bäu­de ge­ar­bei­tet.

Im In­ne­ren des Rings wur­den ein Obst­gar­ten, ei­ne gro­ße Wie­se und ein Teich an­ge­legt. In den Grün­an­la­gen wur­den 9000 ein­hei­mi­sche und – kein Wun­der bei der Hit­ze im Val­ley – dür­re­re­sis­ten­ten Bäu­me an­ge­pflanzt. Ei­ne rie­si­ge Glas­front

Fo­tos: dpa

Das Raum­schiff ist ge­lan­det: Das gro­ße Bild zeigt den neu­en App­le Park in Cu­per­ti­no. Auf dem klei­nen Bild sieht man den Bau­fort­schritt von 2012 bis 2015 als Sa­tel­li­ten­auf­nah­me.

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