Mut­maß­li­cher Face­book­mör­der er­schießt sich auf der Flucht

Ver­däch­ti­ger ver­öf­fent­lich­te scho­ckie­ren­des Vi­deo mit der Tat – das Netz­werk über­prüft nun das Mel­de­ver­fah­ren Tod in Ta­gungs­stät­te: Ehe­mann fest­ge­nom­men

Leipziger Volkszeitung - - Aus Aller Welt - VON AND­REJ SO­KO­LOW

SAN JO­SÉ.

Der mut­maß­li­che Face­boo­kMör­der von Cleve­land im Us-staat Ohio ist tot. Der 37 Jah­re al­te Ver­däch­ti­ge sei am Di­ens­tag im Nord­wes­ten des Staa­tes Penn­syl­va­nia von Be­am­ten ent­deckt wor­den und ha­be sich nach ei­ner kur­zen Ver­fol­gungs­jagd selbst er­schos­sen, teil­te die Po­li­zei mit. Nach ihm war in meh­re­ren Us-staa­ten ge­fahn­det wor­den. Der Ver­däch­ti­ge hat­te Vi­deo­auf­nah­men auf Face­book ver­öf­fent­licht, die ei­nen Mord an ei­nem 74-Jäh­ri­gen zei­gen. Die Bil­der ver­brei­te­ten sich seit dem Wo­che­n­en­de im Netz. Der Fall deckt ein­mal mehr die Schwach­stel­len des Um­gangs mit sol­chen Vi­de­os bei Face­book auf. Der Mord hat die Dis­kus­si­on dar­über neu an­ge­heizt, ob Face­book mehr ge­gen Ge­walt­dar­stel­lung un­ter­neh­men müs­se.

Bis­her ver­lässt sich das Netz­werk zu­meist auf Hin­wei­se von an­de­ren Nut­zern, die et­wa ge­walt­ver­herr­li­chen­de In­hal­te mel­den kön­nen. Das Pro­fil des mut­maß­li­chen Tä­ters wur­de zwar 23 Mi­nu­ten nach Ein­gang der Mel­dung zum Mord­vi­deo ge­sperrt. Das Vi­deo war zu die­sem Zeit­punkt je­doch gut zwei St­un­den lang on­li­ne ver­füg­bar. Und das, ob­wohl ein Hin­weis auf den ver­stö­ren­den Li­vestream mit dem Ge­ständ­nis eben­falls rund zwei St­un­den zu­vor bei Face­book ein­ging. „Wir wis­sen, wir müs­sen bes­ser wer­den“, sagt der Face­book-ma­na­ger Jus­tin Osofs­ky. Face­book be­schäf­ti­ge „Tau­sen­de“Men­schen rund um die Welt, die Mil­lio­nen Face­book-bei­trä­ge prüf­ten, be­ton­te er. Nun sol­le auch das Mel­de­sys­tem auf den Prüf­stand ge­stellt wer­den. In Eu­ro­pa und vor al­lem auch in Deutsch­land mit den Ge­set­zes­plä­nen von Bun­des­jus­tiz­mi­nis­ter Hei­ko Maas wächst der Druck auf On­li­nePlatt­for­men, schnel­ler und här­ter ge­gen Hass, Mob­bing und Ge­walt­dar­stel­lun­gen vor­zu­ge­hen.

Doch das grund­sätz­li­che Pro­blem liegt vor al­lem im Grund­prin­zip, nach dem Netz­wer­ke wie Face­book funk­tio­nie­ren: Sie stel­len nur die Platt­form zur Ver­fü­gung, die In­hal­te kom­men von den Nut­zern und müs­sen nicht vor­ab ge­prüft wer­den.

Ei­ne Bil­der­ken­nungs­tech­no­lo­gie kommt erst zum Ein­satz, wenn Fo­tos oder Vi­de­os be­reits von den Nut­zern ge­mel­det wur­den. Bei Ge­walt­vi­de­os wer­de mit­hil­fe ler­nen­der Ma­schi­nen das Tei­len in vol­ler Län­ge ver­hin­dert, be­ton­te Osofs­ky jetzt. Nur Frag­men­te könn­ten in Be­rich­te oder kri­ti­sche Bei­trä­ge ein­ge­fügt wer­den.

im ka­li­for­ni­schen San Jo­sé sei­ne jähr­li­che Ent­wick­ler­kon­fe­renz F8. Das welt­größ­te On­li­ne-netz­werk stellt bei der zwei­tä­gi­gen Ver­an­stal­tung neue Di­ens­te vor und gibt ei­nen Ein­blick in sei­ne Stra­te­gie.

Auch das The­ma Po­li­tik LÖWENSTEIN.

Im Fall der En­de März er­sto­che­nen Mit­ar­bei­te­rin ei­ner evan­ge­li­schen Ta­gungs­stät­te in Ba­den-würt­tem­berg ist der Ehe­mann der 59-Jäh­ri­gen fest­ge­nom­men wor­den. Wie die Staats­an­walt­schaft am Di­ens­tag mit­teil­te, er­ga­ben die Er­mitt­lun­gen ei­nen drin­gen­den Tat­ver­dacht ge­gen den 62-Jäh­ri­gen. Der Mann leb­te ge­trennt von sei­ner Frau. Die 59-Jäh­ri­ge war auf dem Weg zu ih­rem Au­to er­sto­chen wor­den. Im Zu­ge der Fest­nah­me wur­den Wohn­räu­me und Fahr­zeu­ge durch­sucht.

Fo­tos: dpa

An­teil­nah­me: Das Mord­vi­deo hat die Men­schen scho­ckiert. Am Tat­ort zei­gen sie ih­re Trau­er.

... bei Andre­as Liebl vom Fraun­ho­ferIn­sti­tut für Bau­phy­sik.

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