Von Her­man­ni zu 19 250 Eu­ro Stra­fe ver­ur­teilt

Land­ge­richt sieht Bei­hil­fe zum Sub­ven­ti­ons­be­trug

Leipziger Volkszeitung - - Leipzig - VON JENS RO­METSCH

Matthias von Her­man­ni, der frü­he­re Chef des Leip­zi­ger Be­trie­bes für Be­schäf­ti­gungs­för­de­rung (bfb), hat auch sei­nen Be­ru­fungs­pro­zess am Leip­zi­ger Land­ge­richt ver­lo­ren. Am Mon­tag ver­ur­teil­te ihn die 14. Straf­kam- mer we­gen Bei­hil­fe zum Sub­ven­ti­ons­be­trug zu ei­ner Geld­bu­ße von 19 250 Eu­ro. Mit 110 Ta­ges­sät­zen über je­weils 175 Eu­ro ging Rich­ter Bernd Gick­lhorn so­gar noch et­was über das Straf­maß der ers­ten In­stanz hin­aus. Am 24. März 2016 hat­te das Amts­ge­richt dem bei der Stadt Leip­zig be­schäf­tig­ten Be­am­ten noch Sub­ven­ti­ons­be­trug (al­so nicht nur Bei­hil­fe) an­ge­krei­det, da­für ei­ne Stra­fe von 90 Ta­ges­sät­zen über je 170 Eu­ro (ins­ge­samt 15 300 Eu­ro) ver­hängt. Da­ge­gen leg­ten so­wohl der An­ge­klag­te als auch die Staats­an­walt­schaft Be­ru­fung ein. Des­halb wur­de nun seit 12. April 2017 am Land­ge­richt an drei Pro­zess­ta­gen neu ver­han­delt.

Al­le Zeu­gen­be­fra­gun­gen hät­ten auch dies­mal er­ge­ben, dass der Ver­ein „Res­sour­cen­bün­del“För­der­mit­tel nicht so ein­setz­te wie im Be­wil­li­gungs­be­scheid fest­ge­legt war, sag­te Rich­ter Gick­lhorn zur Be­grün­dung der ak­tu­el­len Ent­schei­dung. Die­ser und wei­te­re Ver­ei­ne wa­ren (und sind) auf ei­nem Grund­stück der Fa­mi­lie von Her­man­ni in Ho­hen­ro­da (Ge­mein­de Schön­wöl­kau im Land­kreis Nord­sach­sen) ak­tiv. Für den Zei­t­raum von En­de 2009 bis En­de 2012 ha­be „Res­sour­cen­bün­del“För­der­mit­tel für zwei „Ener­gie­coach“stel­len be­an­tragt und er­hal­ten. Ins­ge­samt sei ein fünf­stel­li­ger Be­trag aus dem Pro­gramm Kom­mu­nal­kom­bi und aus Mit­teln des Eu­ro­päi­schen So­zi­al­fonds ge­flos­sen. Die da­für ein­ge­stell­ten, zu­vor lan­ge Zeit ar­beits­lo­sen Be­schäf­tig­ten sei­en aber nie als „Ener­gie­coach“ein­ge­setzt wor­den, son­dern hät­ten an­de­re Tä­tig­kei­ten ver­rich­tet, fass­te Staats­an­walt Stef­fen Rahr­bach die Vor­wür­fe in sei­nem Plä­doy­er zu­sam­men. Die Kam­mer schloss sich dem an. Nach ih­rer Über­zeu­gung ha­be von Her­man­ni – der nicht zum ge­wähl­ten Ver­eins­vor­stand zählt – das al­les ge­wusst, un­ter­stützt und auch bei ei­ner Vor-ortüber­prü­fung durch den För­der­mit­tel­ge­ber ge­deckt. Die­ses Fehl­ver­hal­ten sei für ei­nen Lei­ten­den Ver­wal­tungs­di­rek­tor wie den mitt­ler­wei­le 63-jäh­ri­gen An­ge­klag­ten „schon trau­rig“, so Rich­ter Gick­lhorn.

Von Her­man­ni kün­dig­te post­wen­dend ei­ne Re­vi­si­on an. Die Staats­an­walt­schaft ha­be sich nur an ihm rä­chen wol­len, weil er die Jus­tiz­be­hör­den einst in ei­nem Straf­pro­zess zum bfb bloß­ge­stellt ha­be. Die Er­mitt­ler hät­ten da­bei al­le An­ge­bo­te, sich Do­ku­men­te und Ar­beits­er­geb­nis­se vor Ort an­zu­schau­en, ab­ge­lehnt. „Ein sol­ches Fehl­ver­hal­ten stellt uns mit Er­eig­nis­sen in der Tür­kei und Russ­land gleich.“

Matthias von Her­man­ni

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