„Wir wol­len ak­tiv mit­ge­stal­ten“

Eu­ro­pa­freun­de de­mons­trie­ren mor­gen Auf dem Richard-wa­gner-platz wie­der für ei­nen ge­ein­ten Kon­ti­nent oh­ne Gren­zen

Leipziger Volkszeitung - - Leipzig - VON MAT­THI­AS KLÖP­PEL

„Es gibt Zeit­fens­ter in der Ge­schich­te, da ver­fes­ti­gen sich die Din­ge. Und es gibt sol­che, da ist Ve­rän­de­rung mög­lich“, er­zählt Sa­scha Ko­dy­tek mit in­ne­rer Über­zeu­gung. „Ge­ra­de ha­ben wir ei­nes, in dem wir viel ge­stal­ten kön­nen.“Ge­stal­ten – das will der 21-jäh­ri­ge Stu­dent mor­gen um 14 Uhr auf dem Richard-wa­gner-platz, wenn er dort die nächs­te Kund­ge­bung von „Pul­se of Eu­ro­pe“Leip­zig mo­de­riert. Die wird sich mit der Fra­ge aus­ein­an­der­set­zen: „Soll Eu­ro­pa ba­den ge­hen – Was, wenn die EU nicht mehr wä­re?“

Zu der Ver­an­stal­tung sol­len un­ter an­de­rem die Leis­tun­gen der EU in der Re­gi­on be­leuch­tet so­wie das Wis­sen des Pu­bli­kums dar­über in ei­nem Rät­sel­spiel am Glücks­rad auf die Pro­be ge­stellt wer­den. Wel­che Pro­jek­te die EU in Leip­zig und Um­ge­bung al­les un­ter­stützt hat – zum Bei­spiel den Ci­ty­tun­nel –, sei näm­lich vie­len Bür­gern gar nicht be­wusst, hebt Ko­dy­tek her­vor und er­gänzt: „Wir ver­ste­hen uns aber nicht als Wer­be­agen­tur für die EU. Un­ser Ziel ist viel­mehr, für ein ge­ein­tes Eu­ro­pa zu be­geis­tern und die­ses auch ak­tiv mit­zu­ge­stal­ten.“Die Leip­zi­ger Grup­pe der pro­eu­ro­päi­schen Initia­ti­ve „Pul­se of Eu­ro­pe“, die an­fangs wö­chent­lich, jetzt nur noch am ers­ten Sonn­tag des Mo­nats de­mons­triert, hat­te zu­letzt et­was an Zu­spruch ein­ge­büßt. „Es stimmt. Zu un­se­ren jüngs­ten Kund­ge­bun­gen sind im­mer we­ni­ger Leu­te er­schie­nen“, so Ko­dy­tek, der auch Mit­glied im hie­si­gen Ju­gend­par­la­ment ist. Den Grund für den all­mäh­li­chen Rück­gang sieht er vor al­lem in der Wahl Em­ma­nu­el Ma­crons zum fran­zö­si­schen Prä­si­den­ten. Da­durch ha­be sich die po­li­ti­sche Si­tua­ti­on ent­spannt, ob­wohl sich ei­gent­lich kaum et­was ver­än­dert ha­be.

Die De­mo-teil­neh­mer in der Plei­ße­stadt, so der Ein­druck von Ko­dy­tek, wün­schen sich, „dass wir man­ches ak­ti­ver ver­tre­ten und vor­an­trei­ben.“Dem soll in Zu­kunft Rech­nung ge­tra­gen wer­den. Auch se­he die ei­ge­ne Stra­te­gie vor, nicht mehr nur zu be­geis­tern, son­dern auch ver­stärkt zum Nach­den­ken an­zu­re­gen. So plant „Pul­se of Eu­ro­pe“Leip­zig ei­nen Poe­try Slam, bei dem die Au­to­ren er­klä­ren sol­len, wie sie Eu­ro­pa wahr­neh­men, oh­ne die Wör­ter „EU“und „Eu­ro­pa“zu be­nut­zen. Ko­dy­tek ver­spricht, die bei­den be­lieb­tes­ten Tex­te an Eu-ab­ge­ord­ne­te zu schi­cken. Vor der Bun­des­tags­wahl soll es zu­dem Ge­sprä­che mit Po­li­ti­kern über ih­re Ide­en und Vi­sio­nen von Eu­ro­pa ge­ben .

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