Streit um Mi­gra­ti­on be­las­tet Start der Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen

Uni­on deu­tet bei Ko­ali­ti­ons­ge­sprä­chen Be­we­gung bei Ge­sund­heit an – Wirt­schafts­ver­bän­de for­dern Ent­las­tung für Strom­kun­den

Leipziger Volkszeitung - - ERSTE SEITE - VON JÖRG BLANK UND RASMUS BUCHSTEINER

BER­LIN. CDU, CSU und SPD sind un­ter gro­ßem Er­folgs­druck in die ent­schei­den­de Ma­ra­thon­wo­che ih­rer Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen ge­star­tet – und gleich zu Be­ginn hakt es. Ges­tern Abend zeich­ne­te sich ein hef­ti­ger Streit beim The­ma Fa­mi­li­en­nach­zug ab. Aus Teil­neh­mer­krei­sen hieß es, der Ar­beits­grup­pe Mi­gra­ti­on ste­he ei­ne har­te Wo­che be­vor. In der Ar­beits­grup­pe zum The­ma Mi­gra­ti­on ha­be es be­reits zu Be­ginn ei­nen Schlag­ab­tausch zwi­schen den Un­ter­händ­lern von SPD und CSU, Ralf Steg­ner und Andre­as Scheu­er, ge­ge­ben. Cdu-ver­hand­lungs­füh­rer, Hes­sens Mi­nis­ter­prä­si­dent Vol­ker Bouf­fier, sei um Sch­lich­tung be­müht ge­we­sen. Von an­de­rer Sei­te hieß es, Steg­ner ha­be im Prin­zip das in den Son­die­run­gen er­ziel­te Mi­gra­ti­ons­pa­ket wie­der auf­schnü­ren wol­len.

BER­LIN. Zum Start in die ent­schei­den­de Wo­che der Ko­ali­ti­ons­ver­hand­lun­gen mit der SPD ha­ben füh­ren­de Uni­ons­po­li­ti­ker Kom­pro­miss- und Grenz­li­ni­en mar­kiert. Für die CDU wies Saar-mi­nis­ter­prä­si­den­tin An­ne­gret Kramp-kar­ren­bau­er Spdfor­de­run­gen nach ei­ner weit­rei­chen­den Nach­bes­se­rung der Son­die­rungs­er­geb­nis­se zu­rück. Aber auch sie deu­te­te Be­we­gung in der Ge­sund­heits­po­li­tik an. Der de­si­gnier­te baye­ri­sche Mi­nis­ter­prä­si­dent Mar­kus Sö­der (CSU) nann­te die Be­gren­zung der Zu­wan­de­rung es­sen­zi­ell. Aus der SPD äu­ßer­te sich zu­nächst nur Ber­lins Re­gie­ren­der Bür­ger­meis­ter Micha­el Mül­ler – er ver­lang­te Ent­ge­gen­kom­men von Kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel (CDU).

Kramp-kar­ren­bau­er, die Cdu-in­tern als ei­ne aus­sichts­rei­che Nach­fol­ge­rin von Par­tei­che­fin Mer­kel gilt, sag­te der „Bild am Sonn­tag“: „Der Spiel­raum ist sehr be­grenzt.“Sie kön­ne sich nicht vor­stel­len, dass die SPD bei null an­fan­gen wol­le. „Denn das hie­ße, dass man auch Ver­ein­ba­run­gen wie die Grund­ren­te und das Bil­dungs­pa­ket wie­der kip­pen wür­de“, die im Son­die­rungs­pa­pier fest­ge­hal­ten sind.

Zu­gleich sag­te Kramp-kar­ren­bau­er, in der Ge­sund­heits­po­li­tik müss­ten Pro­ble­me be­sei­tigt wer­den. So sei es not­wen­dig, die War­te­zei­ten für Pa­ti­en­ten zu ver­kür­zen – et­wa durch ver­än­der­te Ho­no­rar­sät­ze in Ge­gen­den oder Fach­ge­bie­ten mit Ärz­te­man­gel. Spd-for­de­run­gen nach ei­ner voll­stän­di­gen An­glei­chung der Arzt­ho­no­ra­re wies sie aber zu­rück: „Ei­ne kom­plett ein­heit­li­che Ho­no­ra­rab­rech­nung für ge­setz­lich Ver­si­cher­te und pri­vat Ver­si­cher­te ist nichts an­de­res als die Bür­ger­ver­si­che­rung oh­ne die­sen Na­men. Das wird es mit der Uni­on nicht ge­ben.“

Ko­ali­ti­ons­un­ter­händ­ler setz­ten am Wo­che­n­en­de ih­re Ar­beit fort. Am Sonn­tag­nach­mit­tag spra­chen die Par­tei­chefs Mer­kel, Mar­tin Schulz (SPD) und Horst See­ho­fer (CSU) über die be­vor­ste­hen­de Ver­hand­lungs­wo­che. Am Abend woll­te die 15 Mit­glie­der star­ke klei­ne Run­de der Ver­hand­ler zu­sam­men­kom­men und ers­te Er­geb­nis­se be­wer­ten. Uni­on und SPD wol­len ih­re Ver­hand­lun­gen wenn mög­lich bis kom­men­den Sonn­tag ab­schlie­ßen. Zu­sätz­lich gibt es ei­nen Zeit­puf­fer von zwei wei­te­ren Ta­gen.

Ein Bünd­nis mit­tel­stän­di­scher Wirt­schafts­ver­bän­de for­dert von Uni­on und SPD ei­ne Ent­las­tung pri­va­ter und ge­werb­li­cher Strom­kun­den bei den Strom­kos­ten. „Aus un­se­rer Sicht stellt die Über­nah­me der Kos­ten der Ener­gie­wen­de in den Bun­des­haus­halt die ein­zi­ge pra­xis­taug­li­che Lö­sung dar, die das enor­me Kos­ten­pro­blem für pri­va­te Haus­hal­te so­wie die In­dus­trie in den Griff be­kom­men kann“, heißt es in ei­nem Schrei­ben des „Bünd­nis fai­re Ener­gie­wen­de“an die Ge­ne­ral­se­kre­tä­re von CDU, CSU und SPD, das dem Re­dak­ti­ons­netz­werk Deutsch­land (RND) vor­liegt.

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