Streit in der AFD Sach­sen­an­halt es­ka­liert

Schieds­ge­richt tritt auf Lan­des­par­tei­tag zu­rück

Leipziger Volkszeitung - - SACHSEN UND MITTELDEUTSCHLAND - VON FRAN­ZIS­KA HOEHNL

MAG­DE­BURG/DRES­DEN. Nicht mal ei­ne St­un­de, nach­dem Lan­des­chef An­dré Pog­gen­burg zu mehr Ei­nig­keit auf­ge­ru­fen hat, schal­len lau­te „Lü­ge“-pro­tes­te durch den Raum: Die seit Mo­na­ten durch Zoff auf­fal­len­de AFD von Sach­sen-an­halt hat sich auf ei­nem Par­tei­tag in Gar­de­le­gen stun­den­lang über Par­tei­an­ge­le­gen­hei­ten ge­strit­ten. Die De­bat­ten der fast 250 an­we­sen­den Mit­glie­der gip­fel­ten im ge­schlos­se­nen Rück­tritt des drei­köp­fi­gen Lan­des­schieds­ge­richts. Der Lan­des­vor­stand um Pog­gen­burg ha­be sich er­dreis­tet, die Un­par­tei­lich­keit des Gre­mi­ums an­zu­zwei­feln, sag­te der bis­he­ri­ge Schieds­ge­richts-prä­si­dent Chris­ti­an Hecht. Das Schieds­ge­richt sei „nicht der Schoß­hund des Lan­des­vor­stands“.

Zu­vor hat­ten Afd-po­li­ti­ker die Par­tei zur Ge­schlos­sen­heit auf­ge­ru­fen. Die Span­nun­gen hät­ten ein un­vor­teil­haf­tes Au­ßen­bild er­zeugt, sag­te Pog­gen­burg. Die Fein­de sei­en drau­ßen zu su­chen, er­gänz­te er, und zähl­te „Links­fa­schis­ten und Is­la­mis­ten“auf. Der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Mar­tin Reichardt mahn­te, nicht mehr auf das Tren­nen­de aus der Ver­gan­gen­heit zu schau­en.

Doch aus der Ei­nig­keit wur­de nichts: Schon vor der Ab­stim­mung über ei­ne neue Lan­des­sat­zung bra­chen die Kämp­fe um die Macht­ver­tei­lung zwi­schen Lan­des­vor­stand und ei­ni­gen kri­ti­schen Kreis­ver­bän­den wie­der auf. Ei­ne St­un­de lang wur­de al­lein um das Ab­stim­mungs­ver­fah­ren ge­strit­ten. Auch ei­ne neue Fi­nanz­ord­nung fiel durch. Die AFD Sach­sen-an­halt ringt be­reits seit Mo­na­ten mit Macht­kämp­fen und Strei­tig­kei­ten. Die­se führ­ten zu drei Aus­trit­ten aus der Land­tags­frak­ti­on und meh­re­ren Um­be­set­zun­gen an den Kreis­spit­zen.

Auch in Sach­sen steht am nächs­ten Wo­che­n­en­de ein Afd-lan­des­par­tei­tag an. In Hoy­ers­wer­da soll nach dem Ab­gang von Frau­ke Pe­try ei­ne neue Par­tei­spit­ze ge­wählt wer­den. Um den Vor­sitz kon­kur­rie­ren der Frak­ti­ons­chef Jörg Ur­ban und der am­tie­ren­de Lan­des­chef Sieg­bert Droese, Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­ter aus Leip­zig. Der Aus­gang der Vor­stands­wah­len wird als Rich­tungs­ent­schei­dung ge­se­hen.

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