60 600 Ope­ra­tio­nen Ana­ly­siert – Skep­sis Bleibt

Leipziger Volkszeitung - - SACHSEN UND MITTELDEUTSCHLAND -

Mit dem Op-kran­ken­haus­na­vi­ga­tor will die AOK Pa­ti­en­ten die Ori­en­tie­rung er­leich­tern. Er be­wer­tet für acht ver­schie­de­ne Ein­grif­fe die Qua­li­tät. Für Sach­sen wur­den auf der Ba­sis von fast 60 600 Ope­ra­tio­nen von Aok-ver­si­cher­ten die Er­geb­nis­se er­ho­ben. Für die Qua­li­täts­ein­schät­zung wur­den ne­ben den Pflicht­an­ga­ben der Kli­ni­ken die Abrech­nungs­da­ten der Aok-pa­ti­en­ten von 2013 bis 2015 durch das kas­sen­ei­ge­ne Wis­sen­schaft­li­che In­sti­tut aus­ge­wer­tet. Die AOK hat bei der Be­wer­tung ein ver­ein­fach­tes Sys­tem an­ge­wandt, um das Op-the­ma ver­ständ­lich zu ma­chen und es dann auf Sach­sen über­tra­gen. Kran­ken­häu­ser, die im bun­des­wei­ten Ver­gleich zu den 20 Pro­zent bes­ten beim je­wei­li­gen Krank­heits­bild ge­hö­ren, be­kom­men die No­te „über­durch­schnitt­li­che Qua­li­tät“– sym­bo­li­siert durch drei Punk­te. 60 Pro­zent sind mit zwei Punk­ten „durch­schnitt­lich“. Die 20 Pro­zent Kran­ken­häu­ser mit nied­ri­gen Qua­li­täts­wer­ten be­kom­men ei­nen Punkt, der für „un­ter­durch­schnitt­lich“steht.

Die Kran­ken­haus­ge­sell­schaft Sach­sen sieht den Kran­ken­haus­na­vi­ga­tor kri­tisch. Ei­ne Ein­tei­lung der Kran­ken­häu­ser in drei Ka­te­go­ri­en, wie es der Aok-na­vi­ga­tor tue, wer­de der Kom­ple­xi­tät des The­mas nicht ge­recht, sag­te Ge­schäfts­füh­rer Ste­phan Helm. Auch Me­di­zi­ner, vor al­lem aus gro­ßen Häu­sern, be­ur­tei­len das Op-ran­king skep­tisch. „Bei Ma­xi­mal­ver­sor­gern ist der An­teil an be­son­ders schwer oder kom­plex er­krank­ten Pa­ti­en­ten hö­her. Das lässt dort die Quo­te der Kom­pli­ka­tio­nen an­stei­gen“, mo­niert Pro­fes­sor Micha­el Al­brecht von der Uni­k­li­nik Dres­den. Auch der säch­si­sche Ge­sund­heits­wis­sen­schaft­ler Joa­chim Kug­ler zwei­felt die Be­wer­tung an. „Vie­le Fak­to­ren las­sen sich sta­tis­tisch nicht so ein­fach er­fas­sen. Wenn ein Pa­ti­ent raucht, star­kes Über­ge­wicht hat, trinkt, kann das zu Kom­pli­ka­tio­nen füh­ren, für die das Kran­ken­haus gar nichts kann.“

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