Som­mer­son­nen­wen­de im Ja­nu­ar

A-ha ma­chen mit der Mtv-un­plug­ged-tour halt in der aus­ver­kauf­ten Are­na

Leipziger Volkszeitung - - KULTUR - VON KAT­HA­RI­NA STORK

„This is our ho­me“singt Mor­ten Har­ket am Sams­tag­abend zu Be­ginn des Un­plug­gedkon­zerts von A-ha. Nach nun schon über 30 Jah­ren ist die Büh­ne für das nor­we­gi­sche Trio si­cher auch ein Stück Hei­mat ge­wor­den und das Pu­bli­kum heißt die drei mit der rest­li­chen Band be­geis­tert will­kom­men. „Sum­mer Sol­sti­ce“, ist der Ti­tel der Zu­sam­men­stel­lung von Klas­si­kern und neue­ren Songs, die im Herbst auf Plat­te er­schie­nen ist. Und die Mu­sik bringt im­mer wie­der gro­ße Son­nen­mo­men­te in den Ja­nu­ar, auch wenn sich A-ha und er­gän­zen­de Mu­si­ker erst in der Are­na-akus­tik zu­recht­fin­den müs­sen.

Die un­dank­ba­re Rol­le der Vor­band kommt Alex­an­der Knap­pe zu, deut­scher Sän­ger und Song­schrei­ber. Ei­ne hal­be St­un­de hat er Raum, in der er ein paar sei­ner Songs mit so­li­der Stim­me, aber we­nig Über­zeu­gung prä­sen­tiert, un­ter­stützt von der Ein­mann-band Ro­bert Ker­ner. Dann hat die Un­ge­duld in der aus­ver­kauf­ten Hal­le ein En­de, und auch die letz­ten Be­su­cher kom­men aus der Toi­let­ten­schlan­ge oder ge­stärkt vom Brat­wurst­stand.

A-ha thro­nen zu dritt in ei­nem Licht­kreis, ab­ge­ho­ben von Strei­che­rin­nen, Sa­xo­phon, Bas­sist, Schlag­werk und Key­board, die aus dem Hin­ter­grund un­ter­stüt­zen und stim­mungs­voll In­stru­men­ta­les bei­steu­ern. Auch wenn Mor­ten Har­ket, Gi­tar­rist Paul Waaktaar-sa­voy und Ma­gne Fu­ru­hol­men am Key­board im Rund ver­eint sind, mu­si­zie­ren sie für sich, fah­ren ih­re ei­ge­ne Schie­ne und kom­mu­ni­zie­ren nur in den Me­lo­di­en, so ge­fes­tigt sind sie im A-ha-ge­rüst. Dass Har- ket oder Fu­ru­hol­men zwi­schen den Songs nur sehr sel­ten Kom­men­ta­re oder Über­lei­tun­gen lie­fern, kommt der me­lan­cho­li­schen At­mo­sphä­re zu­gu­te. Und die­ses Ur­ge­stein der Pop-mu­sik muss sich nicht mehr durch an­hei­zen­de Phra­sen beim Pu­bli­kum an­bie­dern. Die Ar­ran­ge­ments spre­chen für sich. Bei so al­ten Ha­sen wan­delt sich die Eu­pho­rie in mu­si­ka­li­sche Ge­las­sen­heit und die drei ge­nie­ßen das Kon­zert sicht­lich. Auf der Lein­wand über ih­ren Köp­fen blitzt im­mer wie­der ein zu­frie­de­nes Lä­cheln von Fu­ru­hol­men oder ein Au­gen­zwin­kern von Waaktaar-sa­voy auf.

Har­ket füllt mit sei­ner ru­hi­gen Stim­me den Raum und scheint die sanf­ten Tö­ne aus der Luft zu grei­fen, so­gar wenn er ins Fal­sett wech­selt, sein Mar­ken­zei­chen. An­fangs muss er et­was ge­gen die Band und den Druck aus den Laut­spre­chern an­sin­gen, aber im Lau­fe des Abends fin­det er sich aus­ba­lan­ciert in der Sound­mit­te ein. Auch die Lein­wand-sze­nen auf der hin­te­ren Wand der Büh­ne sor­gen für Be­geis­te­rung und stim­mungs­vol­le Um­ran­dung: schnee­be­deck­te Berg­land­schaf­ten, Fjord-ufer mit grü­nen Wie­sen oder wo­gen­de Grä­ser wech­seln zu ka­lei­do­sko­par­ti­gen Ani­ma­tio­nen, pas­send zu Text oder Stim­mung der Songs. Bei Hits wie „Foot of the Moun­tain“ern­ten die drei gro­ßen Bei­fall, der bei „The Sun Al­ways Shi­nes on TV“in mi­nu­ten­lan­ge ste­hen­de Ova­tio­nen mün­det.

Nach­dem das Kon­zert in Leip­zig seit Mo­na­ten aus­ver­kauft ist, ha­ben sich A-ha zu­sätz­lich für ei­nen zu­sätz­li­chen Som­mer­stopp in Mit­tel­deutsch­land ent­schie­den: Am 24. und 25. Au­gust 2018 gibt es noch ein­mal die Mög­lich­keit, die Band erst in Dres­den am Elb­ufer und am Abend dar­auf in Mag­de­burg am Dom­platz zu hö­ren.

Den Ab­schluss muss na­tür­lich ihr größ­ter Hit bil­den: „Ta­ke on me“. Und die­se Ver­si­on des Klas­si­kers ist so herz­zer­rei­ßend sanft, dass man Har­ket nicht ein­mal bö­se sein kann, wenn er Spit­zen­tö­ne ok­ta­viert, denn die tie­fe Va­ri­an­te geht auch so­fort ins Herz. Nicht nur bei den Fans der ers­ten St­un­de.

Fo­to: Tho­mas Ku­be

Die nor­we­gi­sche Pop­band A-ha kann in der Are­na Leip­zig auch un­plug­ged über­zeu­gen.

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