SEM­PER­OPERN­BALL

Ein­mal auf dem Sem­per­opern­ball tan­zen – zwi­schen Schu­le und Vo­rabi wur­de die­ser Traum wahr

Leipziger Volkszeitung - - LEIPZIG - VON KERSTIN DE­CKER

Wie sich die De­bü­tan­ten aus Leip­zig schlu­gen

Elf Mi­nu­ten kön­nen see­ehr lang wer­den. So lang, dass man sie nie im Le­ben ver­gisst und spä­ter sei­nen Kin­dern da­von er­zählt. Elf Mi­nu­ten dau­er­te der De­bü­tan­ten­wal­zer am Frei­tag kurz vor Mit­ter­nacht auf dem 13. Dresd­ner Sem­per­opern­ball. Min­des­tens zehn Leip­zi­ger Paa­re ge­hör­ten zu den 100 Paa­ren, die al­le Au­gen im Saal auf sich zo­gen. Als Dan­ke­schön wur­den sie na­ment­lich in der Fern­seh­über­tra­gung er­wähnt.

„Ach, es war gar nicht so schlimm mit der Auf­re­gung. Man hat sich auf sei­ne Cho­reo­gra­fie kon­zen­triert“, er­zähl­te Jo­han­na Rück (17 Jah­re), als der gro­ße Auf­tritt vor­bei war. „Wir sind froh, dass es heu­te so gut lief – im Ver­gleich zu ges­tern.“Denn die Mu­sik hat­te es in sich. Der ei­gens kom­po­nier­te „Me­phis­to-wal­zer“des rus­si­schen Kom­po­nis­ten An­ton Lub­chen­ko war ein Mix aus Wal­zer, Marsch und Rum­ba mit wech­seln­den Tem­pi. An­fangs be­ka­men die Tän­zer zum Üben ei­ne Pro­ben­ver­si­on vom Kla­vier, spä­ter ei­ne Orches­ter­ver­si­on in Play­back, die sich ein we­nig an­ders an­hör­te. Als sie dann mit der Dresd­ner Staats­ka­pel­le prob­ten, klang al­les wie­der an­ders. Und die Cho­reo­gra­fie der Dresd­ner Tanz­leh­rer Sa­bi­ne und Tas­si­lo Lax war noch nie so schwie­rig wie in die­sem Jahr. In­klu­si­ve ei­ner flot­ten Hut­num­mer, bei der die Her­ren ih­re Hü­te ins Pu­bli­kum war­fen. Spä­ter sah man vie­le Ball­gäs­te, wie sie stolz die auf­ge­fan­ge­nen Hü­te auf dem Kopf tru­gen. Auch De­bü­tant Flo­ri­an Mei­er (22) hat­te sich ei­nen Hut zu­rück­er­obert und gab ihn nicht mehr her.

In der Ball­wo­che fuh­ren die Leip­zi­ger je­den Tag nach der Schu­le zum Trai­ning nach Dres­den. Erst nach Mit­ter­nacht wa­ren sie wie­der zu Hau­se. Für An­na Hardt (18) und Flo­ri­an Wal­ter (18) vom Brock­haus-gym­na­si­um kam es be­son­ders di­cke, denn sie schrie­ben auch noch ihr Vo­rabi in drei Fä­chern. Aber al­le pack­ten das Pen­sum. „Teil die­ser gro­ßen Grup­pe zu sein war schön, dar­auf ha­ben wir hin­ge­ar­bei­tet“, fass­te Ma­rie-loui­se Ju­cke­land (18) zu­sam­men. „Das Trai­ning war sehr an­stren­gend, aber es war ein schö­nes Er­leb­nis“, er­gänz­te Max Rei­chelt (17). Die Leip­zi­ger De­bü­tan­ten kom­men gro­ßen­teils vom Brock­haus-gym­na­si­um, vom Bip-krea­ti­vi­täts­gym­na­si­um oder vom Ge­schwis­ter-scholl-gym­na­si­um Tau­cha. Die meis­ten ken­nen sich von der Tanz- schu­le Jör­gens; auch von der Tanz­schu­le Thal­heim & Spies­bach war ein Paar da­bei. Am Mitt­woch lern­ten sie die neue Schirm­her­rin der De­bü­tan­ten ken­nen, An­nett Hof­mann, Le­bens­ge­fähr­tin des neu­en säch­si­schen Mi­nis­ter­prä­si­dent Micha­el Kret­sch­mer. Sie über­gab ih­nen fei­er­lich die of­fi­zi­el­le De­bü­tan­ten-na­del.

Der Auf­tritt beim Sem­per­opern­ball war aber auch ein teu­res Ver­gnü­gen. Die jun­gen Da­men muss­ten ihr maß­ge­fer­tig­tes Kleid kau­fen. Zu­sam­men mit Schmuck, Fri­sur, Ma­ke-up und Schu­hen kos­te­te die­se ei­ne Nacht die Mäd­chen mehr als 400 Eu­ro – Fahrt­kos­ten, Über­nach­tung nach dem Ball und Ver­pfle­gung noch gar nicht mit­ge­rech­net. Die Jungs mus­ten sich ih­ren Smo­king selbst be­sor­gen und ka­men so leicht auf 500 bis 600 Eu­ro. „Un­se­re El­tern und Groß­el­tern ha­ben zu­sam­men­ge­legt oder uns auch was zu Weih­nach­ten ge­schenkt“, er­zähl­te An­na Hardt. Als Ent­schä­di­gung durf­ten die De­bü­tan­ten da­für so lan­ge auf dem Ball mit­tan­zen, wie sie woll­ten.

Auch das Leip­zi­ger Team Bren­ner war wie­der beim Sem­per­opern­ball im Ein­satz. Das Per­so­nal­dienst­leis­tungs­un­ter­neh­men stell­te 60 Kell­ner, die in der Zwin­ger-sei­ten­büh­ne und im Rund­foy­er die Gäs­te be­dien­ten. Dar­un­ter die Dresd­ner Un­terneh­me­rin und So­cie­ty-la­dy Viola Klein mit ih­ren Gäs­ten, die von nie­man­dem an­ders be­treut wer­den will als vom Team Bren­ner. Der Leip­zi­ger En­ter­tai­ner Bert Cal­len­bach trat in der Zi­gar­ren­lounge auf.

Fo­tos: Kerstin De­cker

Die­se De­bü­tan­ten­paa­re aus Leip­zig glänz­ten auf dem Dresd­ner Sem­per­opern­ball 2018 – von links: Jo­han­na Rück (17 Jah­re) und Max Rei­chelt (17), Ma­rie-loui­se Ju­cke­land (18) und Lars Grosch (17), Ma­rie Klein­feld (16) und Lou­is Strauch (17), An­na Hardt (18) und Flo­ri­an Wal­ter (18), So­phie Han­sen (20) und Flo­ri­an Mei­er (22).

Das Team Bren­ner aus Leip­zig un­ter­stütz­te mit 60 Kell­nern den Sem­per­opern­ball. Von links: Andrea Wei­gert, Che­fin Ul­ri­ke Bren­ner und Mo­ha­mad Naif Al-jel­faf.

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