Der Fluch der gu­ten Ta­ten

Leipziger Volkszeitung - - SPORT - VON GUI­DO SCHÄ­FER ➦ g.schae­fer@lvz.de

Wer auf der Ge­halts­lis­te der Ra­sen­bal­ler steht und das Wort Kri­se in den Mund nimmt, wird von den Rb-bos­sen mit ei­nem nas­sen Hand­tuch ge­jagt. Wir da­ge­gen dür­fen das bö­se K-wort so­gar dru­cken. Na­tür­lich er­füllt das, was sich seit je­nem 0:4 in Hof­fen­heim vom 2. De­zem­ber tut be­zie­hungs­wei­se nicht mehr tut, den Tat­be­stand der Schaf­fens­kri­se: sie­ben Bun­des­li­ga­spie­le, sechs Punk­te. Dass ein Auf­stei­ger in sei­nem zwei­ten Bun­des­li­ga-jahr nach 20 Spiel­ta­gen auf Platz fünf steht, ist al­ler Eh­ren wert. Pro­blem: Eben je­ner Auf­stei­ger hat­te sei­ne ers­te Sai­son mit der Vi­ze­meis­ter­schaft ab­ge­schlos­sen und sich da­mit Ruhm und ei­ne Xxl-fall­hö­he ins Haus ge­holt.

Sie spie­len nicht mehr an­ar­chisch of­fen­siv, ha­ben nicht mehr durch­gän­gig das Re­spekt ge­bie­ten­de Tem­po, be­geg­nen nach rausch­haf­ter Sai­son den Mü­hen der Ebe­ne. Und sie wur­den zu­letzt auch nicht ge­ra­de von glück­li­chen Fü­gun­gen ver­wöhnt. Wenn Mon­sieur JK trifft oder der Schi­ri Ab­seits pfeift ... las­sen wir das.

RB wird an­ders wahr­ge­nom­men und be­spielt. Tra­gen­de Fi­gu­ren kämp­fen mit der ei­ge­nen Form, dem Kör­per, der Mehr­fach­be­las­tung, der Gat­tin, den Ver­lo­ckun­gen an­de­rer Clubs oder set­zen ih­re hel­den­haf­te Le­bens­leis­tung mit dem Sa­lär von Neu­zu­gän­gen in Re­la­ti­on.

RB wür­de ger­ne den Köl­ner Links­ver­tei­di­ger Jan­nes-ki­li­an Horn ver­pflich­ten. Köln hat im Som­mer sie­ben Mil­lio­nen Eu­ro nach Wolfs­burg über­wie­sen. Jetzt kommt Horn beim Eff­zeh nicht an Jo­nas Hec­tor vor­bei und viel­leicht nach Leip­zig.

Läu­ten wir die Wo­che mit ei­nem völ­ker­ver­bin­den­den Klein­od aus dem Ba­di­schen ein. Chris­ti­an Streich, der vor Wo­chen­frist RB ge­är­gert hat­te, zu den pfei­fen­den BVB-FANS: „Die den­kat halt: ‚Wenn se ge­ga Frei­burg ned g‘win­nat, ge­ga wen sol­lat se denn dann g‘win­na?‘ Wo­bei, so schlecht sen mir ja au ned. Aber des den­kat se halt.“Ein ech­ter Streich ...

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