Leipziger Volkszeitung

Mord in Plagwitz: Polizei fahndet nach Zeugen

Polizei sucht 14 Zeugen aus Linie 1, die bei der Aufklärung helfen könnten

- VON FRANK DÖRING

LEIPZIG. Noch immer ist der Mord an einem 34-jährigen Leipziger im Stadtteil Plagwitz im Oktober 2017 ungelöst. Jetzt griffen die Behörden zu einer ungewöhnli­chen Maßnahme: Sie veröffentl­ichten Fotos von 14 Zeugen, die mit dem späteren Opfer kurz vor der Tat in der Straßenbah­n waren.

Haben sie etwas Verdächtig­es gesehen, das den Ermittlern hilft, den Mordfall von Plagwitz aufzukläre­n? 14 Personen werden von der Polizei gesucht, die kurz vor der Tat am 1. Oktober 2017 mit dem späteren Opfer in der Straßenbah­n fuhren und wenige Minuten vor der Bluttat mit ihm ausstiegen.

Gestern veröffentl­ichte die Polizei Bilder der Fahrgäste, die von Überwachun­gskameras der Straßenbah­n aufgenomme­n wurden. Ein ungewöhnli­cher Schritt, zumindest in diesem Ausmaß. Doch noch immer fehlt jede Spur vom Täter. Und das, obwohl die Behörden nichts unversucht ließen.

Zwei Öffentlich­keitsfahnd­ungen wurden im Oktober und Dezember vorigen Jahres gestartet. Daneben setzten die Ermittler eine Belohnung für Hinweise zur Ergreifung des Täters in Höhe von immerhin 10 000 Euro aus. Es gingen Hinweise ein, aber offenbar keine entscheide­nden. Rund um den Tatort ließ die Erweiterte Mordunters­uchungskom­mission (EMUK) mit dem Namen „Eduard“knapp 1900 Flugblätte­r an Haushalte verteilen. Auch Polizeitau­cher kamen zum Einsatz, um beispielsw­eise in der Nähe des Riverboats im Karl-heine-kanal nach der Tatwaffe zu suchen.

Zudem erhoffte man sich gezielt Erkenntnis­se von Besuchern diverser Veranstalt­ungen, die an jenem Abend im Umfeld des Tatorts stattfande­n, etwa des „Täubchenth­als“und des „Haus Leipzig“, die zur Tatzeit auf angrenzend­en Straßen unterwegs waren. Doch bislang reichte es nicht für den Durchbruch bei diesen schwierige­n Mordermitt­lungen.

Es war am 1. Oktober 2017, als Dhlmitarbe­iter Stefan M. (34) auf dem Heimweg von der Arbeit vor seinem Haus in der Eduardstra­ße 1 auf brutale Weise getötet wurde. Nach Lvzinforma­tionen versuchte der Täter offenbar, dem Leipziger die Kehle durchzusch­neiden und fügte ihm schwerste Stichverle­tzungenamh­alszu.obstefanm. gezielt aufgelauer­t wurde oder Opfer eines Überfalls wurde, ist unklar.

Fest steht nach Angaben der Polizei: Stefan M. (34) stieg an jenem Abend um 22.08 Uhr an der Haltestell­e Könneritzs­traße/stieglitzs­traße aus der Straßenbah­nlinie 1 aus und ging nach Hause. Mit ihm verließen zu diesem Zeitpunkt an dieser Haltestell­e 14 Fahrgäste die Straßenbah­n. Sieben Minuten, bevor der Mörder gegen 22.15 Uhr in der Eduardstra­ße zuschlug, könnten diese Personen etwas oder jemanden beobachtet haben, dem sie womöglich bislang keine große Bedeutung beigemesse­n haben.

Deshalb erwirkten die Ermittler nun einen richterlic­hen Beschluss, um im Rahmen einer Öffentlich­keitsfahnd­ung die Bilder der in Frage kommenden Fahrgäste herausgebe­n zu können. „Es wird ausdrückli­ch betont, dass es sich bei den abgebildet­en Personen nicht um tatverdäch­tige Personen, sondern um Zeugen handelt“, stellte die Polizei klar.

Wer sich auf den Bildern selbst erkennt oder jemanden identifizi­eren kann, wird gebeten, sich bei der Kripo zu melden. Dies ist möglich per E-mail unter muk.eduard.pd-l@polizei.sachsen.de oder unter Telefon: 0341/966 42695.

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Fotos: Polizei Leipzig Diese 14 Fahrgäste fuhren mit dem späteren Mordopfer Stefan M. am 1. Oktober 2017 in der Straßenbah­nlinie 1 bis zur Haltestell­e Könneritzs­traße/stieglitzs­traße. Gemeinsam stiegen sie aus – sieben Minuten bevor Stefan M. umgebracht wurde.
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Mordopfer Stefan M.

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