Volks­ver­het­zung: Po­li­zei be­en­det Neo­na­zi­kund­ge­bung

Leipziger Volkszeitung - - SACHSEN UND MITTELDEUTSCHLAND -

DRES­DEN. Die Po­li­zei hat am Sonn­abend ei­ne Kund­ge­bung des vor­be­straf­ten Neo­na­zis und Ho­lo­caust-leug­ners Ger­hard Itt­ner in Dres­den we­gen des Ver­dachts auf Volks­ver­het­zung vor­zei­tig be­en­den las­sen. Ei­ner ent­spre­chen­den Auf­for­de­rung kam der Ver­an­stal­ter nach. Ge­gen zwei Red­ner auf dem Post­platz wur­den Straf­ver­fah­ren ein­ge­lei­tet, wie die Po­li­zei­di­rek­ti­on Dres­den ges­tern mit­teil­te. Zur Ab­si­che­rung der Kund­ge­bung und meh­re­rer Ge­gen­de­mons­tra­tio­nen wa­ren 730 Po­li­zei­be­am­te im Ein­satz.

Auf der Neo­na­zi-kund­ge­bung mit an­fangs et­wa 200 Teil­neh­mern kam es zu tu­mult­ar­ti­gen Sze­nen. Als die De­mons­tran­ten die ers­te Stro­phe des Deutsch­land­lie­des san­gen, dreh­te die Po­li­zei dem Laut­spre­cher­wa­gen den Strom ab. Der Auf­marsch wur­de von Ge­gen­pro­tes­ten in Sicht- und Hör­wei­te be­glei­tet. Dar­an be­tei­lig­ten sich nach Schät­zun­gen meh­re­re Hun­dert Men­schen.

Schon als der Kund­ge­bung die Auf­lö­sung droh­te, ver­lor der aus Fran­ken stam­men­de Itt­ner die Selbst­be­herr­schung. Er stürm­te auf Po­li­zis­ten zu und schrie sie als „Volks­ver­rä­ter“an. Auf der Kund­ge­bung hat­te Itt­ner we­gen ei­nes noch schwe­ben­den Ver­fah­rens in Sa­chen Volks­ver­het­zung selbst nicht das Wort er­grei­fen dür­fen. Nach Auf­lö­sung der Ver­samm­lung wand­te er sich den­noch an die zu die­sem Zeit­punkt be­reits bis auf ein paar Dut­zend Leu­te ge­schrumpf­te Men­ge. Er be­zeich­ne­te die Bun­des­re­pu­blik als „ver­bre­che­ri­sches Re­gime“, be­schwor de­ren Un­ter­gang und droh­te den Po­li­zis­ten mit Ver­gel­tung. Die Po­li­zei brach­te den to­ben­den Itt­ner spä­ter zu ei­nem Mann­schafts­wa­gen. Im An­schluss ver­such­ten Teil­neh­mer der Rech­ten-de­mo, zur Frau­en­kir­che zu lau­fen. Po­li­zei­be­am­te stopp­ten die Grup­pe und spra­chen ge­gen 81 Teil­neh­mer Auf­ent­halts­ver­bo­te für die In­nen­stadt aus.

Fo­to: Twit­ter

Ira­ki­sche Sol­da­ten film­ten die Sze­nen, als Lin­da W. in Mos­sul ent­deckt wur­de.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.