Mu­se­ums­che­fin­nen se­hen Frei­heit der Kunst be­droht

Leipziger Volkszeitung - - KULTUR -

Sach­sens Mu­se­ums­che­fin­nen wen­den sich ge­gen ei­ne Zen­sur in der Kunst im Zu­ge der #Metoo-de­bat­te. Die Ge­ne­ral­di­rek­to­rin­nen der Staat­li­chen Kunst­samm­lun­gen Dres­den (SKD) und der Kunst­samm­lun­gen Chem­nitz, Ma­ri­on Acker­mann und In­grid Mös­sin­ger, hal­ten das Ab­hän­gen von Bil­dern oder die Über­ma­lung ei­nes Ge­dichts für pro­ble­ma­tisch und über­trie­ben. Die Din­ge soll­ten in ei­nen Kon­text ge­setzt und kom­men­tiert wer­den, sag­te Acker­mann.

Für Al­ber­ti­num-che­fin Hil­ke Wa­gner ist die Selbst­zen­sur die größ­te Ge­fahr der zeit­ge­nös­si­schen Kunst. „Die kann man seit ei­ni­gen Jah­ren be­ob­ach­ten, ganz ab­ge­se­hen von der #Metoo-de­bat­te“, sagt sie. „Auf­grund des Drucks der po­li­ti­cal cor­rect­ness droht die Kunst an Schär­fe zu ver­lie­ren.“Der männ­li­che Blick auf das weib­li­che Ge­schlecht sei in der Kunst­ge­schich­te her­vor­ra­gend do­ku­men­tiert, meint Mös­sin­ger, die Kunst­wer­ke zu ent­fer­nen, sei kon­tra­pro­duk­tiv. „Wer wählt aus, was zu se­xis­tisch ist?“

Laut Skd-che­fin Acker­mann müs­sen ethi­sche Be­den­ken ernst ge­nom­men wer­den, ge­ra­de wenn sie von der jün­ge­ren Ge­ne­ra­ti­on kom­men. Statt in Dra­ma­ti­sie­rung zu ver­fal­le, brau­che es Er­klä­run­gen, mahnt sie. Für sie geht die Dis­kus­si­on um se­xis­ti­sche und ju­gend­feind­li­che Kunst am We­sent­li­chen vor­bei. „Der ei­gent­li­che Kern der #Metoo-be­we­gung, wo es um ver­ba­le und phy­si­sche Über­grif­fe geht, wird nach wie vor kaum of­fen­ge­legt.“Viel­mehr wür­den die The­men ver­mischt: Ethik und Äs­t­he­tik, Künst­le­rin­nen in Mu­se­en, die Fra­ge von Ero­tik und Nackt­heit.

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