Wü­ten­de Schü­ler for­dern strik­te­re Waf­fen­ge­set­ze

Nach Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pan­ne vor dem Schul­mas­sa­ker wächst Kri­tik am FBI – ein An­ru­fer hat­te die Be­hör­den vor dem 19-Jäh­ri­gen ge­warnt

Leipziger Volkszeitung - - AUS ALLER WELT - VON GA­B­RIE­LE CHWAL­LEK

FORT LAU­DER­DA­LE. Nach den töd­li­chen Schüs­sen an ei­ner High­school im Us­staat Flo­ri­da sind am Sonn­abend Hun­der­te Schü­ler auf die Stra­ße ge­gan­gen, um für schär­fe­re Waf­fen­ge­set­ze zu de­mons­trie­ren. An der Kund­ge­bung in Fort Lau­der­da­le nah­men auch zahl­rei­che Über­le­ben­de des Blut­ba­des teil. Leh­rer und Ver­tre­ter meh­re­rer Ge­mein­den schlos­sen sich an. In lei­den­schaft­li­chen Re­den brach­ten jun­ge Leu­te ne­ben ih­rer Trau­er um Schul­ka­me­ra­den tie­fen Zorn dar­über zum Aus­druck, dass sich trotz ei­ner nicht ab­rei­ßen­den Se­rie von Blut­ta­ten an Schu­len und an­de­ren Ein­rich­tun­gen nichts an den la­schen Waf­fen­ge­set­zen in den USA ge­än­dert ha­be.

Am Mitt­woch hat­te der 19-jäh­ri­ger Ni­k­las Cruz in der Mar­jo­rie Sto­ne­man Dou­glas High School in Par­k­land – et­wa 50 Ki­lo­me­ter von Fort Lau­der­da­le ent­fernt – mit ei­ner halb­au­to­ma­ti­schen Waf­fe das Feu­er er­öff­net. 17 Men­schen star­ben.

Die Us-bun­des­po­li­zei FBI gab am Wo­che­n­en­de zu, vor der Tat ge­warnt wor­den zu sein. Weil der An­ruf vom 5. Ja­nu­ar aber nicht wei­ter­ge­ge­ben wur­de, er­reich­te er die Po­li­zei vor Ort nicht.

FBI-CHEF Chris­to­pher Wray räum­te ein, der An­ru­fer hat­te auf Cruz’ Ob­ses­si­on für Waf­fen hin­ge­wie­sen und dar­auf, dass der Ju­gend­li­che wo­mög­lich ei­nen Über­fall auf ei­ne Schu­le pla­ne. Po­li­ti­ker aus bei­den gro­ßen po­li­ti­schen La­gern kri­ti- sier­ten das FBI und for­der­ten wei­te­re Auf­klä­rung. „Es ist un­ent­schuld­bar, dass das FBI den vor­ge­schrie­be­nen Ab­läu­fen nicht ge­folgt ist“, sag­te der re­pu­bli­ka­ni­sche Se­na­tor Mar­co Ru­bio aus Flo­ri­da der Zei­tung „USA To­day“. Ted Deutch, de­mo­kra­ti­scher Ab­ge­ord­ne­ter aus Flo­ri­da, sag­te: „Wir brau­chen Ant­wor­ten vom FBI, um si­cher­zu­stel­len, dass, wenn Zeu­gen Hin­wei­se ge­ben, das FBI ih­nen nach­ge­hen wird.“Zu­vor hat­te der Gou­ver­neur von Flo­ri­da, Rick Scott, den Rück­tritt des Fbi-chefs ge­for­dert.

Der Sen­der CNN be­rich­te­te am Sonn­abend, dass sich der To­des­schüt­ze vor der Tat in ei­nem Grup­pen­chat mit Be­kann­ten seit ei­nem hal­ben Jahr oft ras­sis­tisch, schwu­len­feind­lich und an­ti­se­mi­tisch ge­äu­ßert ha­be. Cruz sprach dem­nach mehr­fach über sei­nen Hass auf Ju­den, Men­schen mit dunk­ler Haut und Ein­wan­de­rer. Me­xi­ka­ner woll­te er tö­ten, schwar­ze Men­schen in Ket­ten le­gen und ih­nen die Köp­fe ab­schnei­den. Wei­ße Frau­en, die Be­zie­hun­gen zu Schwar­zen führ­ten, sei­en Ver­rä­te­rin­nen. Auf ei­ne Be­lei­di­gung von Ho­mo­se­xu­el­len ant­wor­te­te er: „Schieß ih­nen in den Hin­ter­kopf.“

Fo­to: Im­a­go

Wut macht sich breit: Schü­ler und El­tern de­mons­trier­ten am Wo­che­n­en­de in Fort Lau­der­da­le für stren­ge­re Waf­fen­ge­set­ze.

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