Kon­tro­ver­se um Er­wei­te­rung von Lan­de­rech­ten

CDU: Chan­ce für Wirt­schaft Lin­ke: Lärm­be­las­tung wächst

Leipziger Volkszeitung - - LEIPZIG - VON KLAUS STAEUBERT

Die im Ko­ali­ti­ons­ver­trag zwi­schen Uni­on und SPD ver­ein­bar­te Er­wei­te­rung der Lan­de­rech­te am Flug­ha­fen Leip­zig/hal­le hat ein un­ter­schied­li­ches Echo aus­ge­löst.

Der Leip­zi­ger Ab­ge­ord­ne­te und ver­kehrs­po­li­ti­sche Spre­cher der CDU-LAND­tags­frak­ti­on, Andre­as No­wak, ver­spricht sich da­von „ei­nen Schub für mehr Ar­beits­plät­ze und In­ves­ti­tio­nen“. Da­durch kön­ne der Flug­ha­fen mehr in­ter­na­tio­na­les Ge­schäft an­zie­hen. „Vor al­lem die Ad-hoc-flü­ge fin­den der­zeit vor al­lem über aus­län­di­sche Flug­hä­fen statt“, er­klär­te No­wak. Wenn diese Son­der­flü­ge über Leip­zig/hal­le ab­ge­wi­ckelt wer­den könn­ten, sei das gut für die hie­si­ge Wirt­schaft. Er rech­net be­son­ders tags­über mit Stei­ge­run­gen. „Mo­men­tan fin­det das Fracht­flug­ge­schäft vor al­lem in der Nacht mit den Ex­press­flie­gern von DHL statt. Die neu­en Re­geln er­mög­li­chen ei­ne gleich­mä­ßi­ge­re Aus­las­tung“, sag­te der Lan­des­po­li­ti­ker.

„In den Flug­ha­fen sind Steu­er­gel­der in­ves­tiert wor­den, und er soll­te des­halb auch aus­ge­las­tet wer­den“, er­klär­te der Vor­sit­zen­de der Cdu-stadt­rats­frak­ti­on, Frank Tornau. Der Flug­ha­fen, der in der in­ter­na­tio­na­len Luftfahrt un­ter dem Kür­zel LEJ be­kannt ist, sei ein we­sent­li­cher Im­puls­ge­ber für die Ent­wick­lung der ge­sam­ten Lo­gis­tik­bran­che im mit­tel­deut­schen Raum. „Mitt­ler­wei­le ar­bei­ten an die 9000 Men­schen am Flug­ha­fen“, so Tornau. „Noch mal vier- bis fünf­mal so vie­le sind bei Ge­wer­be, Han­del und Di­enst­leis­tun­gen be­schäf­tigt.“

Die bei­den Cdu-po­li­ti­ker spra­chen sich je­doch für ei­nen in­ten­si­ve­ren Dia­log mit den „wirk­lich Be­trof­fe­nen“aus. Sie kün­dig­ten an dar­an mit­zu­wir­ken, die Lärm­be­las­tun­gen auf ein Min­dest­maß zu be­schrän­ken und Lärm­schutz­maß­nah­men auch von­sei­ten der Stadt Leip­zig ein­zu­for­dern und zu un­ter­stüt­zen. „Mit dem Nor­d­raum­pro­gramm ha­ben wir da­für ge­sorgt, dass vie­le Maß­nah­men zur Ver­bes­se­rung der Le­bens­qua­li­tät für die Men­schen im Leip­zi­ger Nor­den an­ge­scho­ben wer­den konn­ten“, sag­te Tornau. Dies wer­de sich auch mit dem nächs­ten Dop­pel­haus­halt 2019/20 fort­set­zen.

Die Link­s­par­tei kün­dig­te hin­ge­gen Wi­der­stand ge­gen ei­ne Er­wei­te­rung der Fracht­flug­lan­de­rech­te an, da dies „ein Mehr an Lärm­be­las­tun­gen“vor al­lem in den Abend- und Nacht­stun­den für die An­rai­ner des Flug­ha­fens be­deu­te. „Auf al­len par­la­men­ta­ri­schen Ebe­nen wer­den wir dar­auf hin­wir­ken, dass dies nicht er­fol­gen wird“, so der Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te und Vor­sit­zen­de der Links­frak­ti­on im Stadt­rat, Sö­ren Pell­mann.

Die Bür­ger­initia­ti­ve IG Nacht­flug­ver­bot for­der­te ei­nen so­for­ti­gen Stopp der Groko-plä­ne für den Flug­ha­fen Leip­zig/ Hal­le. 1,6 Mil­lio­nen Men­schen zwi­schen Leip­zig, Hal­le und Mer­se­burg lit­ten be­reits jetzt „un­ter dem un­er­träg­li­chen und ge­sund­heits­schäd­li­chen Nacht­flug und Bo­den­lärm des Luft­fracht­dreh­kreu­zes von DHL“, sag­te der Spre­cher der Bür­ger­initia­ti­ve, Tho­mas Pohl. „Der Flug­ha­fen Leip­zig/hal­le hat ei­nes der schlech­tes­ten Schall­schutz­kon­zep­te“, so Pohl wei­ter. Nir­gend­wo in Deutsch­land ge­be es ei­nen un­ein­ge­schränk­ten Nacht­flug­be­trieb wie am Air­port Leip­zig/hal­le.

Wie be­rich­tet, ha­ben Uni­on und SPD ver­ein­bart, LEJ zum zen­tra­len Fracht­flug­ha­fen Deutsch­lands wei­ter­zu­ent­wi­ckeln und da­zu die in­ter­na­tio­na­len Luft­ver­kehrs­ab­kom­men an­zu­pas­sen. Das wür­de mehr Air­lines als bis­her die Mög­lich­keit ge­ben, Leip­zig/hal­le an­zu­flie­gen.

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