Taucha­er Schloss­ver­ein be­treut seit 15 Jah­ren 84 Reb­stö­cke

Chef­win­zer Ar­min Gal­ler er­klärt den fach­ge­rech­ten Schnitt und gibt Ex­kurs in die Wein­kun­de

Leipziger Volkszeitung - - RUND UM LEIPZIG - VON REIN­HARD RÄDLER

TAUCHA. Für die Win­zer ist jetzt die rich­ti­ge Zeit für den Win­ter­schnitt an den Reb­stö­cken. Wäh­rend Rats­win­zer Die­ter Stol­le be­reits schon am Frei­tag am Wein­spa­lier des Taucha­er Rat­hau­ses den Er­zie­hungs­und Pfle­ge­schnitt durch­führ­te, nutz­ten die Schloss­win­zer des Schloss­ver­eins diese Zeit, da­mit gleich­zei­tig ein Reb­schnitt-se­mi­nar für in­ter­es­sier­te Hob­by­win­zer zu ver­bin­den. Pro­fes­sio­nel­le An­lei­tung be­ka­men die Teil­neh­mer zum wie­der­hol­ten Mal vom aus Rhein­hes­sen stam­men­den Chef­win­zer Ar­min Gal­ler.

Wich­tigs­te Er­kennt­nis das Ta­ges: „Der häu­figs­te Feh­ler beim Reb­schnitt ist, dass zu we­nig ge­schnit­ten wird! Er­trag geht vor Schön­heit“, lau­tet Gal­lerts De­vi­se. Und so setz­te er un­ter den stau­nen­den, teils skep­ti­schen Bli­cken der Hob­by-win­zer ziel­si­cher die Sche­re an das Holz, so­dass am En­de nur noch zwei ein­sa­me Zwei­ge üb­rig blie­ben. „Wer den Reb­schnitt schon im Herbst oder erst im zei­ti­gen Früh­jahr macht, nimmt den Re­ben die Ener­gie für das Wachs­tum. Jetzt zum Bei­spiel sind die Zwei­ge noch tro­cken“, rät der Ex­per­te zur Wahl des rich­ti­gen Zeit­punk­tes. Im Früh­som­mer soll­ten da­her wu­chern­de Ge­höl­ze, um die Gas­se zwi­schen den Reb­stö­cken für die Pfle­ge oder Wein­le­se frei zu hal­ten, nicht ver- schnit­ten son­dern nur am Spa­lier oder den Bin­de­dräh­ten be­fes­tigt wer­den.

„Ich ha­be heu­te viel er­fah­ren, dass ich bei mei­nem Spa­lier­wein an­wen­den kann“, sag­te Fried­rich Lu­ther aus Dö­sen. Auch die an­de­ren Teil­neh­mer aus Taucha, Fuchs­hain oder Möl­kau ha­ben vie­le gu­te Tipps mit­ge­nom­men, so auch Ar­nold Grau­pe aus Wie­deritzsch für die Pfle­ge sei­ner 25 Reb­stö­cke.

Ne­ben den Tipps für den rich­ti­gen Reb­schnitt, gab es von Gal­lert auch noch ei­nen Ex­kurs in die Wein­kun­de. So wies er auch dar­auf hin, dass Wein­fla­schen mit Schraub­ver­schluss kein In­diz für ei­ne min­de­re Qua­li­tät des ed­len Trop­fen sei­en. „Es ist mitt­ler­wei­le auch in tra­di­tio­nel­len Win­zer­be­trie­ben üb­lich, die­sen Ver­schluss zu nut­zen, der die Fla­schen ab­so­lut si­cher ver­schließt. Dass kommt auch der Na­tur zu­gu­te, denn die Rin­de ei­ner Kork­ei­che er­neu­ert sich erst nach neun Jah­ren“, so der er­fah­re­ne Win­zer.

Gal­lert rät auch, bei der An­schaf­fung von Schneid­werk­zeu­gen nicht zu spa­ren, denn das scho­ne zum ei­nen die Ge­höl­ze und zum an­de­ren die Hand­ge­len­ke. „Und wenn man sich doch mal in die Fin­ger schnei­det, ein gu­ter Schluck Rot­wein hilft ge­gen den ers­ten Schreck“, lacht der 70-Jäh­ri­ge.

Für das Team um Hob­by-schloss­win­ze­rin El­ke Ka­be­litz gibt es in die­sem Jahr ein klei­nes Ju­bi­lä­um, denn der Schloss­ver­ein be­treut seit 15 Jah­ren die 84 Reb­stö­cke der ro­ten Dorn­fel­der-kel­ter­trau­be und der wei­ßen Rebs­or­te Birs­ta­ler Mus­kat. Am 22. Sep­tem­ber wol­len die Schloss­win­zer die­sen An­lass, ge­mein­sam mit der säch­si­schen Wein­kö­ni­gin, den Taucha­ern und vie­len Gäs­ten, bei ei­nem „Taucha­er Wein­fest“mit Mu­sik und Wein­ver­kos­tung ge­büh­rend fei­ern. Wer so lan­ge nicht war­ten möch­te, kann aber schon jetzt ge­gen ei­ne Spen­de ei­nen gu­ten Trop­fen von den 370 Fla­schen des 16er Jahr­gang des „Taucha­er Schloss­weins“oder von den 72 Fla­schen Ta­fel­brand beim Schloss­ver­ein er­wer­ben.

Fo­to: Rein­hard Rädler

Beim Reb­schnitt er­klärt Ar­min Gal­ler (links), wor­auf es an­kommt. Der Schloss­ver­ein hat­te zum Se­mi­nar ge­la­den.

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