Klei­ner Ja­pa­ner ganz groß

Rin­ta­ro Ya­ji­ma lässt Che­mie Leip­zig in Fürs­ten­wal­de beim 2:1 ju­beln

Leipziger Volkszeitung - - SPORT - VON JENS FU­GE

FÜRS­TEN­WAL­DE. Tag der Pre­mie­ren für Che­mie Leip­zig: Beim Ta­bel­len­sechs­ten Uni­on Fürs­ten­wal­de sieg­ten die Leutz­scher mit 2:1 und sorg­ten so­mit für den ers­ten Aus­wärts­sieg der Sai­son. Erst­mals er­ziel­ten die Grün-wei­ßen mehr als ei­nen Tref­fer in ei­nem Re­gio­nal­li­ga­spiel, und schließ­lich kam der Ja­pa­ner Rin­ta­ro Ya­ji­ma (25) zu sei­nen ers­ten To­ren im Dress der Che­mi­ker.

Der 1,72 Me­ter gro­ße Ya­ji­ma war der Mann des Ta­ges und wur­de von den Fans nach der Par­tie mit Sprech­chö­ren ge­fei­ert. Stets prä­sent auf dem Platz, grif­fig in den Zwei­kämp­fen, er­staun­lich oft sieg­reich in Luft­kämp­fen, krön­te er sei­ne star­ke Leis­tung mit zwei herr­li­chen To­ren. Das ers­te fiel schon nach drei Mi­nu­ten und ge­hör­te in die Ka­te­go­rie „Tor des Mo­nats“. Ei­nen 25Me­ter-schuss dreh­te er raf­fi­niert ins Drei­an­gel, Tor­wart Boo­ten streck­te sich ver­geb­lich. Die frü­he Füh­rung – Fürs­ten­wal­de war ge­schockt.

Nach dem zwi­schen­zeit­li­chen Aus­gleich nach ei­nem Eck­ball krön­te der Ja­pa­ner ei­nen schul­buch­mä­ßi­gen Kon­ter über Bu­ry und Bött­ger, als er lis­tig lupf­te und zur er­neu­ten Füh­rung ein­netz­te

(38.). „Tol­le Leis­tung. Er hat ge­kämpft wie ein Sa­mu­rai“, grins­te Che­mie-chef Frank Küh­ne nach dem Spiel. „Bis an die Gren­zen ge­gan­gen aber sind heu­te al­le Spie­ler, das war ein gro­ßer Kampf“.

Die Mo­ti­va­ti­on hat­te der Boss höchst­per­sön­lich über­nom­men, als er im Mann­schafts­bus Vi­de­os aus dem Jahr 1984 zeig­te, als Che­mie in den le­gen­dä­ren Ent­schei­dungs­spie­len Uni­on Ber­lin be­sieg­te. „Es scheint ge­hol­fen zu ha­ben“, freu­te sich Küh­ne nach dem Sieg.

Was das Spiel aber auch of­fen­bar­te, war die Schwä­che Che­mies bei Stan­dards. Zwei Dut­zend Ecken und Frei­stö­ße sorg­ten für höchs­te Ge­fahr für das von Do­mi­nic Hei­ne ge­hü­te­te Tor (La­ten­dres­se-le­ves­que pau­sier­te mit fünf gel­ben Kar­ten). Mehr­fach hat­ten die Leutz­scher Glück, wie bei den Chan­cen von Bo­ly­ki (47., 50.) und Stag­ge (Lat­te 80., Ab­seits­tor in der 86.).

Das Po­si­ti­ve: Che­mie ge­wann vie­le Zwei­kämp­fe, er­ober­te oft den Ball. Ne­ga­tiv: Eben­so oft ver­lor man ihn auch wie­der. Es zeig­te sich wie­der die man­geln­de Prä­zi­si­on, die letz­te Ge­nau­ig­keit beim fi­na­len Pass. Hier muss Da­ni­el Hein­ze end­lich wie­der stär­ker wer­den, passt der­zeit zu viel nicht.

Wie en­ga­giert die Mann­schaft auf­trat, im­po­nier­te. Dass sie auch spie­le­risch ge­gen­hielt, war nicht neu. Nur be­lohn­te sie sich end­lich auch ein­mal. Trai­ner Diet­mar De­muth lob­te: „Wir ha­ben dar­an ge­glaubt, woll­ten un­be­dingt et­was mit­neh­men. Schön, dass wir uns be­lohnt ha­ben.“

Jetzt kommt Au­er­bach, dann geht’s nach Lu­cken­wal­de. Die Hoff­nung blüht bei Che­mie.

Hei­ne, Karau, Wa­jer, Ben­ny Schmidt, Lars Schmidt (63. Tro­grlic), Bu­ry, Bött­ger, Lud­wig (74. Bun­ge), Ya­ji­ma, Hein­ze, Mer­kel (85. Stel­mak). 0:1 Ya­ji­ma (3.), 1:1 Bo­ly­ki (19.), 1:2 Ya­ji­ma (38.).

804. Wart­mann (Gross­var­gu­la).

Fo­to: Chris­ti­an Mod­la

Rin­ta­ro Ya­ji­ma traf zum ers­ten Mal für die Grün-wei­ßen.

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