Ir­run­gen, Wir­run­gen auf ho­her See

Über­zeu­gen­des So­lo im L7den 7uf Zeit: D7s The7­ter P7ck lie­fert mit „Die un­beugs7me M7id“ei­ne wei­te­re Ur7uf­füh­rung

Leipziger Volkszeitung - - SZENE LEIPZIG - VON JU­LIA­NE LOCHNER

Es war schon die drit­te Urauf­füh­rung in­ner­halb ei­nes Jah­res: Am Don­ners­tag war­te­te das Thea­ter Pack mit ei­ner Pre­mie­re auf: Frank Schlet­ter in­sze­nier­te das Ein-per­so­nen-stück „Die un­beug­sa­me Maid“von Char­lot Rich­ter im La­den auf Zeit.

Zer­schlis­se­ne Se­gel, im Hin­ter­grund grol­len­der Sturm (raf­fi­nier­te elek­tro­ni­sche Ge­räu­sche: Duo Klin­ger Krenn). Dann ein ek­sta­ti­scher Ur­schrei: Land in Sicht! Die Ka­pi­tä­nin des ori­en­tie­rungs­los und schwer ram­po­niert auf See trei­ben­den Schif­fes meint ih­re lust­lo­se Mann­schaft noch ein­mal für et­was Loh­nen­des mo­ti­vie­ren zu kön­nen: das fried­li­che Ent­de­cken ei­ner pa­ra­die­si­schen In­sel.

Dann aber gibt es Tur­bu­len­zen, die al­les durch­ein­an­der­brin­gen und auch den Zu­schau­er in Ver­wir­rung dar­über stür­zen, wer ei­gent­lich was wann tut und ob über­haupt. Denn am En­de sieht al­les ganz an­ders aus. Wie war das mit dem Fass, und kam erst der Sturm und dann die Meu­te­rei? Oder um­ge­kehrt? Oder gab es das al­les viel­leicht gar nicht?

Darstel­le­rin Cla­ra Fuhr­mann, die erst jüngst im sel­ben Thea­ter als Au­to­rin und Darstel­le­rin von sich re­den mach­te, spielt die Ka­pi­tä­nin eben­so wie die üb­ri­gen Be­sat­zungs­mit­glie­der – ei­nen Kar­to­gra­fen, den Steu­er­mann, den Schiff­bau­er, ei­nen Ma­tro­sen – bei ih­rer ge­mein­sa­men Irr­fahrt, die, wie sich her­aus­stellt, ei­gent­lich die in­ne­re Odys­see ei­ner jun­gen Frau ist, von ih­ren Träu­men und Fan­ta­si­en ge­lei­tet und des­halb auch in ei­ne Wol­ke der Glück­se­lig­keit ge­hüllt; denn wer so herr­lich spin­nen kann, hängt nicht am Tropf der fa­den Rea­li­tät.

Ein­drück­lich, be­rüh­rend und oh­ne jeg­li­che Re­qui­si­ten spielt und spricht Cla­ra Fuhr­mann die Ka­pi­tä­nin und ih­re Cr­ew, setzt ge­konnt Ges­ten und Ge­sichts­aus­drü­cke der di­ver­sen un­sicht­ba­ren Ge­stal­ten, be­tä­tigt sich beim Steu­er­rad­dre­hen, Ru­dern, Lei­ter­klet­tern, Log­buch-schrei­ben, Durchs-fern­rohr-gu­cken und Fla­schen­post-wer­fen – und ent­zückt die Zu­schau­er mit ih­rem be­seelt leuch­ten­den Blick auf die Luft­schlös­ser hin­ter dem Ho­ri­zont.

Mehr braucht gu­tes Thea­ter nicht: ei­nen Darstel­ler, ei­ne Büh­ne und Zu­schau­er, die ge­bannt und mucks- mäus­chen­still ver­fol­gen, wo­hin die Rei­se geht. Im Nu ist ei­ne atem­lo­se St­un­de in­ten­si­ven Er­le­bens vor­bei, als die Ka­pi­tä­nin ei­ne Tür öff­net, hin­ter der sie wahr­schein­lich neue Aben­teu­er ver­mu­tet, und da­hin­ter ver­schwin­det. Fol­gen kann man ihr be­dau­er­li­cher­wei­se nicht mehr. Üb­ri­gens: Wer oder was ei­gent­lich hin­ter der un­beug­sa­men Maid steckt, be­greift man sehr schnell... Wei­te­re Vor­stel­lun­gen 7m 7. und 27. April so­wie 5. und 11. M7i je­weils um 20 Uhr im L7den 7uf Zeit, Kohl­g7r­ten­str7­ße 51, K7r­ten un­ter 0157 71369895 oder per M7il 7n kon­t7kt@the7ter­p7ck.com

Fo­to: An­dré Kempner

Über­nimmt ge­konnt meh­re­re Rol­len: Cla­ra Fuhr­mann im Mo­no­log „Die un­beug­sa­me Maid“im La­den auf Zeit.

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