Frank­reich will neue Ge­sprä­che zu Sy­ri­en

La­w­row sieht schwin­den­des Ver­trau­en zum Wes­ten

Leipziger Volkszeitung - - ERSTE SEITE -

PA­RIS/MOS­KAU. Frank­reich will in der Sy­ri­en-kri­se Russ­land, die west­li­chen Un-ve­to-mäch­te und re­gio­na­le Ak­teu­re an ei­nen Tisch brin­gen. Die Grup­pe aus USA, Groß­bri­tan­ni­en, Frank­reich, Sau­di­ara­bi­en und Jor­da­ni­en sol­le Ver­hand­lun­gen mit dem Iran, Russ­land und der Tür­kei er­öff­nen, sag­te Pre­mier­mi­nis­ter Édouard Phil­ip­pe ges­tern in der Pa­ri­ser Na­tio­nal­ver­samm­lung. Frank­reich, die USA und Groß­bri­tan­ni­en hat­ten in der Nacht zum Sonn­abend Zie­le in Sy­ri­en an­ge­grif­fen. Die Län­der re­agier­ten laut ei­ge­ner Darstel­lung auf den mut­maß­li­chen Ein­satz von Che­mie­waf­fen in Du­ma im sy­ri­schen Bür­ger­krieg, für den sie Sy­ri­ens Re­gie­rung von Prä­si­dent Ba­schar al-as­sad ver­ant­wort­lich ma­chen.

Der rus­si­sche Au­ßen­mi­nis­ter Ser­gej La­w­row sieht durch die­se Mi­li­tär­schlä­ge den Rest an Ver­trau­en zwi­schen Mos­kau und dem Wes­ten schwin­den. „Wir ver­lie­ren die letz­ten Über­bleib­sel an Ver­trau­en“, sag­te er ges­tern. Der Wes­ten hand­le nach ei­ner „sehr merk­wür­di­gen Lo­gik“. So­wohl im Fall des ver­gif­te­ten Ex-agen­ten Ser­gej Skri­pal als auch hin­sicht­lich des mut­maß­li­chen Gift­gas­an­griffs sei­en zu­erst Straf­maß­nah­men ein­ge­lei­tet und dann Be­wei­se ge­sucht wor­den.

Das Er­mitt­ler-team der Or­ga­ni­sa­ti­on für ein Ver­bot der Che­mie­waf­fen soll laut rus­si­schen An­ga­ben mor­gen nach Du­ma wei­ter­rei­sen kön­nen. Das kün­dig­te der rus­si­sche Ver­tre­ter bei der Or­ga­ni­sa­ti­on, Alex­an­der Schul­gin, ges­tern in Den Haag an. Die neun Ex­per­ten wa­ren am Sonn­abend in Da­mas­kus ein­ge­trof­fen, be­ka­men aber bis­lang kei­nen Zu­tritt zu dem Ort.

NÜRN­BERG. Hartz-iv-emp­fän­ger oh­ne Job sind in den ver­gan­ge­nen Jah­ren im Schnitt im­mer län­ger ar­beits­los ge­blie­ben. So stieg die durch­schnitt­li­che Dau­er der Ar­beits­lo­sig­keit bei Be­zie­hern der Grund­si­che­rung kon­ti­nu­ier­lich an – von 555 Ta­gen im Jahr 2011 auf 650 Ta­ge im Jahr 2017. 2016 wa­ren es noch 629 Ta­ge.

Län­ger als drei Jah­re ar­beits­los wa­ren im Jahr 2011 rund 298 000 Hart­zIv-be­zie­her. Bis 2017 stieg die­se Zahl auf rund 317 000 Men­schen. „Man könn­te von ei­ner Ver­här­tung der Lang­zeit­ar­beits­lo­sig­keit spre­chen“, sag­te ein Spre­cher der Bun­des­agen­tur für Ar­beit.

Die Zahl der Lang­zeit­ar­beits­lo­sen, die we­ni­ger als zwei Jah­ren oh­ne Job wa­ren, sank im sel­ben Zei­t­raum al­ler­dings um fast 100 000. Sie gel­ten als et­was markt­nä­her, ha­ben al­so grö­ße­re Chan­cen auf dem boo­men­dem Job­markt. Die Zahl al­ler Lang­zeit­ar­beits­lo­sen sank seit­her um 114 000 auf 809 000 Men­schen im Jah­res­durch­schnitt 2017. Als Lang­zeit­ar­beits­lo­se gel­ten of­fi­zi­ell al­le, die län­ger als ein Jahr oh­ne Job sind. „Dass die Dau­er der Er­werbs­lo­sig­keit im Hartz-iv-sys­tem steigt, ist ein bla­ma­bles Er­geb­nis für die ver­schie­de­nen Bun­des­re­gie­run­gen und lei­der lo­gi­sche Kon­se­quenz des ar­beits­markt­po­li­ti­schen Still­stands“, sag­te die ar­beits­markt­po­li­ti­sche Spre­che­rin der Links­frak­ti­on, Sa­bi­ne Zimmermann.

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