Nord­sach­sen: Spd­auf­stand ge­gen Nah­les

Vor Bun­des­par­tei­tag – Ba­sis fa­vo­ri­siert Stell­ver­tre­ter

Leipziger Volkszeitung - - SACHSEN UND MITTELDEUTSCHLAND - VON RO­LAND HE­ROLD

LEIP­ZIG. We­ni­ge Ta­ge vor dem au­ßer­or­dent­li­chen Bun­des­par­tei­tag der SPD in Wies­ba­den, auf dem am Sonn­tag Andrea Nah­les zur neu­en Vor­sit­zen­den ge­wählt wer­den soll, grum­melt es er­neut an der Ba­sis. Der Wi­der­stand kommt dies­mal aus Nord­sach­sen. Dort ha­ben auf Initia­ti­ve des Ex-vi­ze-land­ra­tes Gerd Rasch­pi­ch­ler 30 Ge­nos­sin­nen und Ge­nos­sen, dar­un­ter der Land­tags­ab­ge­ord­ne­te und Kreis­vor­sit­zen­de Volk­mar Wink­ler und der Vor­sit­zen­de der Kreis­tags­frak­ti­on Hei­ko Wit­tig, ih­rem Un­mut Luft ge­macht. Mit ih­nen fast al­le Orts­ver­band­sVor­sit­zen­den und na­he­zu der kom­plet­te Kreis­vor­stand so­wie Kreis- und Stadt­rä­te.

Oh­ne die Ver­diens­te von Nah­les an­zwei­feln zu wol­len, „muss doch die Fra­ge er­laubt sein, ob po­li­ti­sche Kom­pe­tenz nicht auch mit stil­vol­ler Rhe­to­rik, wür­de­vol­lem mensch­li­chen Um­gang, Re­spekt und ge­gen­sei­ti­ger Ach­tung ein­her­ge­hen soll­te“, schrei­ben die Ver­fas­ser. Not­wen­dig im höchs­ten Amt der Par­tei sei ei­ne Per­son, die un­ter an­de­rem die Sor­gen und Ängs­te der Men­schen ernst näh­me und nach der Wahl das tue, was sie vor den Wah­len ver­spro­chen ha­be. O-ton: „,Fres­se‘ und ,Bät­schi‘ sind da genau­so we­nig hilf­reich wie sei­ner­zeit ,Bas­ta‘ und ,Pack‘.“Der Ap­pell rich­te sich des­halb an die Par­tei­füh­rung und an die sechs stell­ver­tre­ten­den Vor­sit­zen­den, die sich als Al­ter­na­ti­ve zur Wahl stel­len soll­ten.

Kri­tik kam ges­tern um­ge­hend von Sach­sens Spd-ge­ne­ral­se­kre­tä­rin Daniela Kol­be: „Of­fe­ne Brie­fe sind nie ein gu­tes Mit­tel, um den Mei­nungs­streit in­ner­halb ei­ner Par­tei aus­zu­tra­gen, das gilt auch für die­ses Ex­em­plar.“Die SPD sei zwar ei­ne plu­ra­lis­ti­sche Par­tei mit vie­len Stim­men und Mei­nun­gen „und das ist gut so“. „Da­bei soll­ten wir aber kon­struk­tiv mit­ein­an­der um­ge­hen, das heißt für mich auch, dass man Kri­tik dort äu­ßert, wo sie hin­ge­hört und nicht via Zei­tung kom­mu­ni­ziert“, mo­nier­te Kol­be. Zum not­wen­di­gen Er­neue­rungs­pro­zess der SPD ge­hö­re für sie auch, dass man „zu ei­nem wert­schät­zen­de­ren Um­gang in­ner­halb der SPD“kom­me.

Andrea Nah­les

Volk­mar Wink­ler

Hei­ko Wit­tig

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