Schil­lern­des Pro­gramm

Leipziger Volkszeitung - - LEIPZIG - VON MA­RIO BECK

E inst kann­te die Ver­eh­rung Fried­rich Schil­lers in Leip­zig kei­ne Gren­zen. Chro­nis­ten wuss­ten zu be­rich­ten, wie auf­wen­dig dem Dich­ter an­läss­lich sei­nes hun­derts­ten Ge­burts­ta­ges 1859 an der Plei­ße ge­dacht wur­de. Drei Ta­ge im No­vem­ber je­nes Jah­res zo­gen sich die Fei­er­lich­kei­ten hin und mün­de­ten in ei­nen Fe­st­um­zug, der rund 50 000 Leu­te an­zog. An ei­ner Schil­ler-ko­loss­al­büs­te auf dem Markt en­de­te das Spek­ta­kel. Schon ab 1840 wur­de in der Mes­se­stadt die Er­in­ne­rung an ihn re­gel­mä­ßig ze­le­briert: Meist im Schil­ler­haus in Goh­lis, wo er den Som­mer an­no 1785 ver­bracht hat­te, oder aber im Hô­tel de Po­lo­gne in der Ci­ty. Der 1842 ge­grün­de­te Schil­ler­ver­ein mit sei­nen 120 Mit­glie­dern pfleg­te die Er­in­ne­rungs­kul­tur kräf­tig, 1914 wur­de ein Schil­ler aus Mar­mor auf den So­ckel ge­ho­ben.

In der Len­né-an­la­ge steht die be­schä­dig­te Büs­te noch heu­te, aber mit dem Schil­ler­ver­ein war 1949 auf be­hörd­li­che An­ord­nung Schluss. Fast 70 Jah­re währ­te die Nicht­exis­tenz, jüngst ist er wie­der aus der Tau­fe ge­ho­ben wor­den. Im Gar­ten­saal des Gohli­ser Schlöss­chens for­mier­te er sich neu, ei­nen In­ter­net­auf­tritt gibt es be­reits. Und für den 9. Mai ist ein schil­lern­des Pro­gramm mit un­ter­halt­sa­men Re­zi­ta­tio­nen, Sa­ti­ren, ly­ri­schen Ein­la­gen und ei­ner Buch­vor­stel­lung an­ge­kün­digt. Ge­dacht ist das Gan­ze auch als Grün­dungs­fei­er des Ver­eins, dem Jörg Flem­ming vor­steht.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.