Das gro­ße Auf­räu­men nach dem Ver­di­streik

Rund 400 Ku­bik­me­ter il­le­ga­le Abla­ge­run­gen muss­ten ges­tern vor Leip­zigs Wert­stoff­hö­fen be­sei­tigt wer­den

Leipziger Volkszeitung - - LEIPZIG - VON COR­NE­LIA LACH­MANN

Er­nüch­te­rung ges­tern vor den Wert­stoff­hö­fen (WSH): Ein grau­si­ges Bild bot sich den Mit­ar­bei­tern der Stadt­rei­ni­gung, als sie zur Ar­beit ka­men. Trotz um­fang­rei­cher In­for­ma­ti­on im Vor­feld der Streiks vom Frei­tag und Sonn­abend hat­ten er­schre­ckend vie­le Bür­ger die Hin­wei­se zu al­ter­na­ti­ven, le­ga­len Ab­ga­be­mög­lich­kei­ten von Ab­fäl­len nicht ernst ge­nom­men und so­wohl am Frei­tag als auch am Sonn­abend Müll oh­ne Skru­pel groß­flä­chig hin­ter­las­sen (die LVZ be­rich­te­te).

„Bei­nah an all un­se­ren Wert­stoff­hö­fen wa­ren die Zu­stän­de ka­ta­stro­phal“, re­sü­mier­te En­ri­co Fren­kel, Lei­ter Fach­be­ra­tung/recht im Ei­gen­be­trieb Stadt­rei­ni­gung. Rund 400 Ku­bik­me­ter il­le­ga­ler Abla­ge­run­gen muss­ten nach ers­ter Schät­zung vor den Hö­fen be­räumt wer­den. In der Gärt­ner­stra­ße in Grünau ging auf­grund der Un­men­gen von Ab­fall bis mit­tags erst ein­mal gar nichts. Nur we­nig bes­ser sah es auf den Hö­fen in der Krö­ner-, Löß­ni­ger, Kra­kau­er und Dies­kau­stra­ße aus. Be­son­ders är­ger­lich: Auch Au­to­tei­le, Bau- und Ab­bruch­ab­fäl­le wur­den ent­sorgt. „Da­bei wer­den die­se ge­ne­rell nicht von un­se­ren WSH an­ge­nom­men“, be­ton­te Fren­kel. Dass vor dem Ob­jekt Löß­ni­ger Stra­ße 7 so­gar 150 Ki­lo­gramm Alt­far­ben ab­ge­stellt wur­den, sei mehr als un­ver­schämt. „Nicht nur, dass die Schad­stof­fe übers Wo­che­n­en­de im öf­fent­li­chen Raum stan­den. Ei­ni­ge Farb­ei­mer lie­fen auch noch aus. Die­se Stel­len müs­sen jetzt in­ten­siv be­han­delt wer­den.“Bis Don­ners­tag soll die ge­sam­te Ent­sor­gung wie­der ge­ord­net er­fol­gen.

Frust scho­ben auch Frank Block und sein Kol­le­ge in der Krö­ner­stra­ße. „Wir kön­nen erst mal nur die Ein­fahrt frei räu­men, hier kom­men ja be­reits die Leu­te, die dar­auf ge­war­tet ha­ben, dass sie ih­ren Sperr­müll heu­te re­gu­lär ab­ge­ben kön­nen“, sag­te der 58-Jäh­ri­ge. „Guckt euch das doch mal an! Wir sind nur zu zweit, kön­nen bloß nach und nach al­les weg­räu­men.“Sau­er ist er au­ßer­dem, dass die ers­ten Leip­zi­ger ihr Zeug schon vorm Tor plat­zier­ten, als am Don­ners­tag im­mer­hin bis 19 Uhr ge­öff­net war.

Das un­er­laub­te Trei­ben blieb nicht un­ent­deckt. „Am Sonn­abend wur­den von 13.30 bis 20.30 Uhr ins­ge­samt 15 Wert­stoff­plät­ze im Stadt­ge­biet kon­trol­liert“, hieß es auf An­fra­ge aus dem Ord­nungs­amt. Über­all sei­en er­heb­li­che Men­gen Sperr­müll ab­ge­la­gert ge­we­sen. „Für neun Ord­nungs­wid­rig­kei­ten­ver­fah­ren wur­den Be­weis­mit­tel ge­si­chert, die wei­te­ren Er­mitt­lun­gen dau­ern an.“Wie es hieß, hät­ten die In­spek­to­ren vor Ort zwar auch Leu­te an­ge­trof­fen, de­ren Ab­sicht un­ver­kenn­bar war, die es sich dann aber ver­knif­fen, ih­ren Müll zu hin­ter­las­sen.

Die Abla­ge­rung von Ab­fall vor Wert­stoff­hö­fen stellt ei­nen Ver­stoß ge­gen die Pa­ra­gra­fen 13 und 19 der Ab­fall­wirt­schafts­sat­zung der Stadt Leip­zig dar. Bei ge­ring­fü­gi­gen Abla­ge­run­gen wird ein Buß­geld in Hö­he von 50 Eu­ro fäl­lig.

Fo­to: An­dré Kemp­ner

Trotz Warn­streiks ha­ben vie­le Leip­zi­ger Sperr­müll vor dem Wert­stoff­hof in der Krö­ner­stra­ße ab­ge­legt. Frank Block (58) räumt müh­sam die Ein­fahrt frei.

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