Wer un­ter­ver­mie­tet, ris­kiert die Kün­di­gung

Leipziger Volkszeitung - - LEIPZIG -

Was Haus­be­sit­zer tun kön­nen, gilt für Mie­ter nur be­dingt. An­ke Ma­te­j­ka, Vor­sit­zen­de des Leip­zi­ger Mie­ter­bun­des, warnt da­vor, die ei­ge­ne Woh­nung an Tou­ris­ten un­ter­zu­ver­mie­ten. „Da­mit soll­te man vor­sich­tig sein, denn da­für braucht man die Zu­stim­mung des Ver­mie­ters“, stellt sie klar. Grund­sätz­lich ha­be der Mie­ter kei­nen An­spruch dar­auf.

Es sei denn, es sind Grün­de ent­stan­den, die das recht­fer­ti­gen, et­wa ein Job­ver­lust. „Der Ver­mie­ter hat dem Mie­ter die Woh­nung zu Wohn­zwe­cken über­las­sen und nicht, da­mit der­je­ni­ge da­mit Geld macht“, so Ma­te­j­ka. Bie­tet er sei­ne Woh­nung trotz­dem im In­ter­net an, kön­ne das bö­se Fol­gen ha­ben. „Zu­nächst ris­kiert er ei­ne Ab­mah­nung, da­nach im schlimms­ten Fall die Kün­di­gung.“In ih­rer Be­ra­tungs­stel­le sei­en zwar bis­her noch kei­ne Fäl­le die­ser Art auf­ge­taucht, sagt die Mie­ter­bund­che­fin. Sie ken­ne aber Leu­te, die ih­re Woh­nung Tou­ris­ten un­er­laubt zur Ver­fü­gung stel­len.

Die Leip­zi­ger Woh­nungs- und Bau­ge­sell­schaft (LWB) hat ei­ni­ge Mie­ter ab­ge­mahnt, die ih­re Woh­nun­gen bei Airb­nb oder an­de­ren Por­ta­len an­ge­bo­ten hat­ten. Ei­ne Un­ter­ver­mie­tung an Tou­ris­ten sei grund­sätz­lich un­ter­sagt, heißt es. Bei der LWB ist von Ein­zel­fäl­len in Alt-löß­nig und im Zen­trum die Re­de, bei de­nen Mie­ter ih­re Woh­nun­gen an Rei­sen­de zwi­schen­ver­mie­tet hat­ten, so Lwb­spre­che­rin Sa­mi­ra Sach­se. Das Un­ter­neh­men sei Hin­wei­sen von Nach­barn nach­ge­gan­gen und ha­be Ab­mah­nun­gen aus­ge­spro­chen. Die Mie­ter ha­ben da­nach ent­we­der ih­re An­zei­gen aus dem Netz ge­nom­men oder aber den Miet­ver­trag für die Woh­nung be­en­det. „In vier Fäl­len hat die LWB dem Mie­ter ge­kün­digt, wo­bei ei­ne frist­lo­se Kün­di­gung vor Ge­richt an­hän­gig ist“, so Sach­se.

Auch bei an­de­ren Leip­zi­ger Woh­nungs­ge­nos­sen­schaf­ten sind Un­ter­ver­mie­tun­gen an Tou­ris­ten nicht er­laubt. Bei der Woh­nungs­ge­nos­sen­schaft Pro Leip­zig, der et­was über 1000 Woh­nun­gen in der Stadt ge­hö­ren, sind bis­her zwar kei­ne Fäl­le be­kannt. „Wir wol­len das nicht“, sagt ei­ne Mit­ar­bei­te­rin aus der Ver­wal­tung. Das Un­ter­neh­men ha­be Angst, dass die Rei­sen­den ran­da­lie­ren oder Krach ma­chen. Den ge­wach­se­nen Haus­ge­mein­schaf­ten wür­de es oh­ne­hin nicht ent­ge­hen, wenn Frem­de im Haus ein­und aus­gin­gen. „Wir wür­den es mit Si­cher­heit er­fah­ren.“

Axel Ehr­hardt, Vor­sit­zen­der der Leip­zig Ho­tel Al­li­an­ce, sieht in den An­bie­tern kei­ne „fai­ren Wett­be­wer­ber“.

An­ke Ma­te­j­ka, Vor­sit­zen­de des Leip­zi­ger Mie­ter­bun­des, warnt Mie­ter da­vor, ih­re Woh­nung auf Platt­for­men wie Airb­nb an Tou­ris­ten zu ver­mie­ten.

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