Ver­schnauf­pau­se an der Mit­te der Welt

Vom Nord­pol zum Süd­pol zu Fuß: Extremläuf­er Rob­by Cle­mens er­reicht in Ecua­dor den Äqua­tor

Leipziger Volkszeitung - - LEIPZIG - VON MA­RIO BECK

La Mi­tad del Mun­do – Grü­ße von der Mit­te der Welt hat der Leip­zi­ger Extremläuf­er Rob­by Cle­mens per Face­book und Twit­ter aus Süd­ame­ri­ka in die Hei­mat ge­sen­det. Auf sei­ner Tour „Vom Nord­pol zum Süd­pol zu Fuß“, zu der er sich vom gleich­na­mi­gen Schla­ger Frank Schö­bels in­spi­rie­ren ließ, mach­te der 56-Jäh­ri­ge jetzt in San An­to­nio na­he der ecua­do­ria­ni­schen Haupt­stadt Qui­to Sta­ti­on. Dort, rund 2850 Me­ter über dem Mee­res­spie­gel, mar­kier­te er ein wei­te­res wich­ti­ges Etap­pen­ziel. Nach dem Start sei­nes Un­ter­neh­mens vor gut ei­nem Jahr auf ei­ner rus­si­schen Nord­pol-drift­sta­ti­on über­quer­te der „Worl­drun­ner“nun den Äqua­tor, der in San An­to­nio durch ein Mo­nu­ment mit Erd­ku­gel groß in Sze­ne ge­setzt ist.

Auch ei­ne kur­ze Vi­deo­bot­schaft schick­te Cle­mens von je­nem Null-brei­ten­kreis, der die Naht­stel­le von nörd­li­cher und süd­li­cher He­mi­sphä­re dar­stellt. „Vie­len Dank an al­le, die mich bis­her un­ter­stützt ha­ben und da­zu bei­tru­gen, mei­nen gro­ßen Traum zu er­fül­len“, sag­te der Mann mit Rau­sche­bart und Pfer­de­schwanz, der mitt­ler­wei­le als „Ger­man For­rest Gump“be­zeich­net wird. Auch als Bot­schaf­ter für das Leip­zi­ger „Haus Le­ben“auf Schus­ters Rap­pen un­ter­wegs, will er 2019 den in der Ant­ark­tis ge­le­ge­nen süd­lichs­ten Punkt der Er­de er­rei­chen. Mit der An­kunft am Äqua­tor hat Cle­mens geo­gra­fisch die Hälf­te der Stre­cke ge­schafft, wenn­gleich nicht über die ge­sam­te Dis­tanz ge­rannt wur­de.

Wie be­rich­tet, düs­te er an­fangs mit dem Flug­zeug zur Nord­pol-drift­sta­ti­on „Bar­neo“, nahm dort an ei­nem ei­si­gen Ma­ra­thon teil. An­schlie­ßend flog Cle­mens nach Grön­land, durch­quer­te es auf Ski­ern und hob dann in Rich­tung Ka­na­da ab, um von Mon­tre­al aus nur noch im Renn­mo­dus un­ter dem Mot­to „Run your dreams“vor­an­zu­kom­men.

Quer durch die USA und Me­xi­ko mach­te er mit sei­nem klei­nen Ge­päck-bug­gy Ki­lo­me­ter um Ki­lo­me­ter. In Gua­te­ma­la-ci­ty wur­de Weih­nach­ten 2017 un­ter Pal­men ge­fei­ert. Zu Sil­ves­ter war Cle­mens schon in El Sal­va­dor an­ge­langt, stieß mit der freund­li­chen Tou-

Vie­len Dank an al­le, die da­zu bei­tra­gen, mei­nen gro­ßen Traum zu er­fül­len.

ris­mus­po­li­zei in der Haupt­stadt San Sal­va­dor auf den Jah­res­wech­sel mit Sel­ters an und be­kam den Rei­se­se­gen des Erz­bi­schofs.

Die Für­bit­te wirk­te in den letz­ten Mo­na­ten, als er Hon­du­ras, Ni­ca­ra­gua, Cos­ta Ri­ca, Pa­na­ma und Ko­lum­bi­en pas­sier­te. Von Bles­su­ren wie der Ent­zün­dung ei­nes Schien­beins, die Cle­mens in Me­xi­ko ku­rie­ren las­sen muss­te, blieb er ver­schont. Sei­ne vie­ler­orts ge­hal­te­nen Vor­trä­ge wa­ren stets Pu­bli­kums­ma­gne­ten, bei den deut­schen Bot­schaf­tern und Ho­no­rar­kon­su­len Rob­by Cle­mens, Extremläuf­er war er stets will­kom­men, gran­dio­se Land­schaf­ten und hilfs­be­rei­te Leu­te säum­ten sei­nen Weg. Al­ler­dings kreis­te über dem Be­gleit­fahr­zeug na­mens „Fran­ky“kein Schutz­en­gel. Mehr­fach wur­de es durch Auf­fahr­un­fäl­le ram­po­niert und muss­te in die Werk­statt. Als „Ha­fen des Grau­ens“er­leb­te Cle­mens den im ko­lum­bia­ni­schen Car­ta­gena, wo­hin „Fran­ky“per Schiff von Pa­na­ma über­ge­setzt wur­de und da­bei die Bü­ro­kra­tie Wel­len schlug. Car­ta­gena of­fen­bar­te sich als hei­ßes Pflas­ter. Cle­mens wur­de dort spon­tan zu ei­ner Hoch­zeits­fei­er ein­ge­la­den. In der Kir­che fing das Kleid der Braut Feu­er. „Konn­te aber so­fort ge­löscht wer­den“, pos­te­te Cle­mens plus Be­weis­fo­to.

Me­dia­les Echo be­glei­tet ihn, er selbst hält sei­ne Fan­ge­mein­de stän­dig über die so­zia­len Netz­wer­ke mit Bil­dern und Tex­ten auf dem Lau­fen­den. Vor dem Haus des eins­ti­gen Dro­gen­bos­ses Pa­blo Es­co­bar im ko­lum­bia­ni­schen Me­del­lin lich­te­te er sich bei­spiels­wei­se ab, zu Os­tern zeig­ten ihn Auf­nah­men bei ei­ner Old­ti­merSpritz­tour durch die Haupt­stadt Bo­go­ta und we­nig spä­ter bei ei­nem Dampf­bad in ei­nem Vul­kan­see. An den Grenz­über­gän­gen gab es bis­lang kei­ne Pro­ble­me, die Be­am­ten lie­ßen sich so­gar oft mit Cle­mens ge­mein­sam fo­to­gra­fie­ren. Mo­men­tan legt er in Qui­to, der höchst­ge­le­ge­nen Haupt­stadt der Welt, ei­ne Ver­schnauf­pau­se ein und rüs­tet sich für die nächs­te Etap­pe ent­lang der An­den.

Rob­by Cle­mens

Mit dem ei­nem Bein auf der Nord­halb­ku­gel, mit dem an­de­ren auf der süd­li­chen He­mi­sphä­re: Rob­by Cle­mens steht am Äqua­tor in San An­to­nio in Ecua­dor. Im Hin­ter­grund ragt das Mo­nu­ment „La Mi­tad del Mun­do“auf.

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