Ga­me over!

RB Leip­zig und Trai­ner Ralph Ha­sen­hüttl lö­sen Ver­trag auf Es gab kein kon­kre­tes An­ge­bot des Ver­eins über 2019 hin­aus Hat­te „Ha­si“zu hoch ge­po­kert? Wer über­nimmt sei­nen Job?

Leipziger Volkszeitung - - ERSTE SEITE - VON GUI­DO SCHÄ­FER

LEIP­ZIG. „Es ist für mich ei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit, mit Ralph Ha­sen­hüttl in die neue Sai­son zu ge­hen.“Zwi­schen die­sem State­ment von Rb-sport­di­rek­tor Ralf Rang­nick (59) am Sonn­tag Nach­mit­tag im MDR und der Tren­nung vom 50-jäh­ri­gen Chef­trai­ner der Ro­ten Bul­len am gest­ri­gen Mitt­woch la­gen kei­ne 72 St­un­den. Nach ei­nem Gip­fel­tref­fen am Di­ens­tag und ei­ner Nicht­ei­ni­gung in Sa­chen Ver­trags­ver­län­ge­rung wa­ren die Fron­ten ge­klärt: Die Ehe Rb/ha­sen­hüttl wird vor­fris­tig ge­schie­den! Doch wie geht’s wei­ter auf Bul­len­wie­se und Bul­len­bank?

Als RB und Alex­an­der Zor­ni­ger 2015 ge­trenn­te We­ge gin­gen, setz­te sich Rang­nick selbst auf die Bank.

Ein er­neu­tes Come­back des Schwa­ben ist nicht voll­ends aus­ge­schlos­sen. In der Ver­lo­sung ist aber auch ei­ne Dop­pel­spit­ze mit Zsolt Löw und Ro­bert Klauß.

Ges­tern wur­den die Tren­nungs­mo­da­li­tä­ten be­spro­chen, um 14 Uhr mach­te RB den Sach­ver­halt via Pres­se­mit­tei­lung öf­fent­lich. Dar­in ist von Dank­bar­keit für Ge­leis­te­tes und Ein­ver­nehm­lich­keit die Re­de. Rang­nick hät­te „sehr gern“mit Ha­sen­hüttl wei­ter­ge­macht. „Im Ge­gen­satz zum Win­ter bin ich al­ler­dings zu der Er­kennt­nis ge­kom­men, dass ein wei­te­res ge­mein­sa­mes Jahr zu­nächst ein­mal aus­ge­reicht hät­te.“

Für Ha­sen­hüttl gab es laut Rang­nick „je­doch kei­ner­lei Al­ter­na­ti­ve zu ei­ner vor­zei­ti­gen Ver­trags­ver­län­ge­rung.“Ha­sen­hüttl wird so zi­tiert: „Es ist für bei­de Sei­ten nicht wün­schens­wert, oh­ne ei­ne lang­fris­tig ge­klär­te Zu­kunft in ein letz­tes Ver­trags­jahr zu ge­hen. Aus die­sem Grund ha­be ich die Ver­eins­füh­rung ge­be­ten, die Zu­sam­men­ar­beit zu be­en­den.“

Die Rb-spie­ler wa­ren über­rascht vom Aus für ih­ren Chef. Na­tio­nal­spie­ler Mar­cel Hals­ten­berg ließ sich am Trai­nings­zen­trum von Jour­na­lis­ten auf den Stand der Din­ge brin­gen, Mar­cel Sa­bit­zer twit­ter­te: „Es wa­ren zwei sehr er­folg-rei­che Jah­re mit tol­len Mo­men­ten, Dan­ke für al­les, Coach!“Sach­sens Fuß­ball-chef Her­mann Wink­ler sag­te: „Im har­ten Fuß­ball-pro­fi­ge­schäft Er­fol­ge er­zie­len und mensch­lich blei­ben, ist schwer. Ralph Ha­sen­hüttl hat das ge­schafft.“Lok-trai­ner

Hei­ko Scholz: „Ralph wird nicht lan­ge auf ei­nen Job war­ten müs­sen, er ist ein Gu­ter.“

Das Trai­ner-be­ben in Leip­zig, es bro­del­te schon län­ger. Ers­te at­mo­sphä­ri­sche Stö­run­gen ka­men auf, als Ha­sen­hüttl im De­zem­ber ei­ne Of­fer­te zur Ver­trags­ver­län­ge­rung ab­lehn­te. Der Coach wähn­te sich nach fan­tas­ti­schen 18 Mo­na­ten am län­ge­ren He­bel, lieb­äu­gel­te mit grö­ße­ren Her­aus­for­de­run­gen. Als Ha­sen­hüttl un­ter dem Stress der Mehr­fach­be­las­tung den Rb-fuß­ball de­fen­siv mo­di­fi­zier­te, kam es zu ei­nem Rich­tungs­streit mit Rang­nick, des­sen Men­tor Hel­mut Groß und Ge- schäfts­füh­rer Oli­ver Mint­zlaff. Über­dies kos­te­ten die K.-o-run­den in der Eu­ro­pa Le­ague Zeit und Kraft – und nach Ein­schät­zung der Chef­eta­ge ein Stück weit die er­neu­te Qua­li­fi­ka­ti­on zur Cham- pi­ons Le­ague. Den­noch hat­te Ha­sen­hüttl Hoff­nung, dass beim Gip­fel­tref­fen ei­ne Aus­wei­tung sei­nes bis 2019 lau­fen­den Ver­tra­ges fi­xiert wird. Lauf­zeit­tech­nisch und fi­nan­zi­ell. Da­zu kam es nicht mehr.

Fo­to: dpa

„Ga­me over!“(Das Spiel ist aus) hieß es ges­tern of­fi­zi­ell für Ralph Ha­sen­hüttl als Trai­ner bei RB Leip­zig. Be­reits am Di­ens­tag­abend war durch­ge­si­ckert, dass man sich trennt.

Re­pros: LVZ

Ti­tel­sei­te der BILD vom Mitt­woch.

Ti­tel­sei­te der BILD vom Mon­tag.

Aus der Pres­se­mit­tei­lung von RB Leip­zig.

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