Air­port Leip­zig: Grü­ne for­dern mehr Lärm­schutz

Nacht-flug­be­we­gun­gen stei­gen stär­ker als am Tag

Leipziger Volkszeitung - - SACHSEN UND MITTELDEUTSCHLAND - VON ANDRE­AS DUNTE

LEIP­ZIG. Die An­zahl der Flug­be­we­gun­gen am Flug­ha­fen in Sch­keu­ditz ist seit 2011 um fast 6000 ge­stie­gen. Das hat der säch­si­sche Bun­des­tags­ab­ge­ord­ne­te Ste­phan Kühn (Grü­ne) aus Ant­wor­ten der Bun­des­re­gie­rung auf sei­ne An­fra­gen er­fah­ren. Der Flug­ha­fen Leip­zig/hal­le müs­se stär­ker in den Lärm­schutz in­ves­tie­ren, for­dert er. Dies sei drin­gend nö­tig, denn mit dem im Ko­ali­ti­ons­ver­trag ver­ein­bar­ten Aus­bau zum zen­tra­len Lan­de­punkt für die Luft­fracht in Deutsch­land wer­de der Flug­be­trieb auch nachts wei­ter zu­neh­men. Der Flug­ha­fen wi­der­spricht dem. Die Schutz­maß­nah­men sei­en mehr als aus­rei­chend.

Kon­kret hat sich die An­zahl der Flug­be­we­gun­gen am Air­port in Sch­keu­ditz seit 2011 von 64097 auf 69815 (2017) er­höht. Wo­bei die Flü­ge bei Nacht (22 bis 6 Uhr) stär­ker zu­ge­nom­men ha­ben und zwar um 3502 auf 34560. Das Plus bei Flü­gen am Tag be­trägt im ge­nann­ten Zei­t­raum 2216 auf 35 255. Des­halb müs­se beim pas­si­ven Lärm­schutz nach­ge­bes­sert wer­den: „Bei Be­trof­fe­nen um den Flug­ha­fen Leip­zig/ Hal­le wur­den zum Bei­spiel nur Roll­la­den­käs­ten und Lüf­ter ein­ge­baut, nicht aber Schall­schutz­fens­ter wie in Ber­lin für den neu­en Haupt­stadt­flug­ha­fen.“Kühn wei­ter: „Ein Dreh­kreuz ers­ter Klas­se geht nicht mit Lärm­schutz zwei­ter Klas­se!“

Der Flug­ha­fen sieht das an­ders. Es wür­de nicht nur in den Ein­bau von schall­ge­dämm­ten Lüf­tern in Schlaf- und Kin­der­zim­mer in­ves­tiert. Zu den Maß­nah­men ge­hö­re auch der Ein­bau von Schall­schutz­fens­tern oder Dämm­maß­nah­men an Roll­la­den­käs­ten, Fas­sa­den oder Dä­chern. Prin­zi­pi­ell wür­de je­der An­trag auf Schall­schutz durch ei­nen un­ab­hän­gi­gen Gut­ach­ter ge­prüft, er­läu­tert Air­port­spre­cher Uwe Schuh­art. Aus­schlag­ge­bend sei­en durch Pro­gno­se­da­ten er­mit­tel­te zu­künf­ti­ge Lärm­be­las­tun­gen so­wie die bau­li­che Sub­stanz des je­wei­li­gen Ge­bäu­des. „Das Nacht­schutz­ge­biet, in­ner­halb des­sen der Flug­ha­fen ver­pflich­tet ist, pas­si­ve Schall­schutz­maß­nah­men durch­zu­füh­ren, um­fasst ei­ne Flä­che von 256 Qua­drat­ki­lo­me­ter und ist da­mit mehr als drei­mal so groß, wie es das no­vel­lier­te Flug­lärm­ge­setz von 2007 vor­sieht.“Bis­lang sei­en über 140 Mil­lio­nen Eu­ro in Lärm­schutz­maß­nah­men in­ves­tiert wor­den.

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