Äu­ßerst be­son­ders

Leipziger Volkszeitung - - KULTUR - VON JA­NI­NA FLEISCHER

W er mit ei­nem Re­stau­rant hip sein will, muss ei­ni­ges be­ach­ten. Zu­nächst emp­fiehlt sich ei­ne vor­an­ge­gan­ge­nen Kar­rie­re als Pro­mi. Die kann auf ei­nem Schau­spiel-en­ga­ge­ment fu­ßen. Olym­pi­sche Me­dail­len ma­chen sich gut. Als ganz ho­he Schu­le gilt ein Vor­stra­fen­re­gis­ter, das idea­ler­wei­se von Kör­per­ver­let­zung an­ge­führt wird. Sän­ger geht na­tür­lich auch.

Da kann es vor­kom­men, dass so ein Pro­mi nichts bis gar nichts mit sei­ner Gas­tro­no­mie zu schaf­fen hat, son­dern nur den Na­men her­gibt. Hips­ter-gas­tro­no­mie aber ist un­denk­bar oh­ne das Äu­ße­re und Be­son­de­re. „Zum to­ten Hecht“zum Bei­spiel gibt es vie­le – aber nur ein „No­bel­hart & Schmut­zig“.

Die­ses Spei­se­lo­kal be­fin­det sich am kür­ze­ren En­de der Ber­li­ner Fried­rich­stra­ße und ver­wen­det Pro­duk­te aus der nä­he­ren Um­ge­bung. Was eben so streunt und sprießt zwi­schen Deut­schem Cur­ry­wurst-mu­se­um und Wil­ly-brandt-haus ... „Wir ver­wen­den für un­se­re Ge­rich­te aus­schließ­lich Pro­duk­te aus der Haupt­stadt und ih­rer Um­ge­bung“, sagt Chef Bil­ly Wa­gner. Um­ge­bung sind: „Meck­len­burg-vor­pom­mern, Bran­den­burg und Ost­see“. Das trifft hof­fent­lich nicht auf die Wei­ne zu und eben­so we­nig auf den für die Re­gi­on wie­der ty­pi­schen Wolf.

Was sich die „No­bel­hart & Schmut­zig“-leu­te tat­säch­lich trau­en, sind Prei­se nach Nach­fra­ge. Wird gut ge­bucht, kos­tet ein Zehn-gän­ge-me­nü 120 Eu­ro – bei nicht so gu­ter Re­ser­vie­rungs­la­ge bleibt es bei 95. So er­klärt Bil­ly Wa­gner sein Kon­zept un­ter an­de­rem auf stern.de. Man kennt das von Flü­gen, Zü­gen und Ho­tels. An­ders bei Pro­mis: Die wer­den bil­li­ger, je mehr sie satt ha­ben. Und dann er­öff­nen sie ein Re­stau­rant.

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