Pfingst­kon­zert mit Wer­ken Ro­sen­mül­lers in Stel­zen

Leipziger Volkszeitung - - KULTUR -

Jo­hann Ro­sen­mül­ler, ge­bo­ren 1619 in Oels­nitz im Vogt­land, ge­stor­ben 1684 in Wol­fen­büt­tel, war ei­ner der Gro­ßen sei­ner Zeit, und sei­ne Kar­rie­re ließ sich auch ziem­lich gut an: Er war Stell­ver­tre­ter des Tho­mas­kan­tors in Leip­zig und Or­ga­nist an St. Tho­mas so­wie der Ni­ko­lai­kir­che. Doch dann wur­de 1655 ruch­bar, dass er mit rund zwei Dut­zend der ihm an­emp­foh­le­nen Tho­maner-kn­a­ben das „So­do­mi­ti­sche Kn­a­ben­schän­den auf gut Ita­lie­nisch“be­trie­ben ha­be, und er wur­de mit Schimpf und Schan­de be­la­den aus der Stadt ge­jagt. Sei­ne Mu­sik ge­riet un­ter dem Ein­druck die­ser un­schö­nen Epi­so­de lan­ge und um­fas­send in Ver­ges­sen­heit. Da­bei ge­hört die, eben­falls durch­aus „auf gut Ita­lie­nisch“kom­po­niert, zum Bes­ten, was die Zeit zu bie­ten hat­te. Nach­zu­hö­ren am Pfingst­mon­tag, ab 16 Uhr, in der Fes­ti­valscheu­ne im vogt­län­di­schen Stel­zen, nicht weit von Ro­sen­mül­lers Ge­burts­ort.

Die In­stru­men­tal- und Ge­s­angs­so­lis­ten vom Leip­zi­ger En­sem­ble 1684 mu­si­zie­ren un­ter der Lei­tung von Ge­wand­haus-chor­di­rek­tor Gre­gor Mey­er ge­mein­sam mit Schü­lern des Ju­lis-mo­sen-gym­na­si­ums Oels­nitz un­ter an­de­rem das ge­wal­ti­ge und un­ge­heu­er ein­dring­li­che Pfingst-werk „Nun gi­best du, Gott, ei­nen gnä­di­gen Re­gen“. Bach­fest-chef­dra­ma­turg Micha­el Maul führt mo­de­rie­rend durch den Nach­mit­tag.

Kar­ten (15 Eu­ro) und In­fos: www.en­sem­ble1684.de; www.stel­zen­fest­spie­le.de

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