Di­gi­ta­le Ent­mül­lung

Trau­ma­ti­sie­ren­de Ar­beit im In­ter­net: „The Clea­ners“

Leipziger Volkszeitung - - FILM - VON ERNST CORINTH

Sie sind die Müll­män­ner un­se­rer Zeit. Frau­en und Män­ner, die im Auf­trag von Face­book, Goog­le und Co. die so­zia­len Netz­wer­ke von di­gi­ta­lem Müll säu­bern, da­bei Bil­der und Fil­me lö­schen, die ver­meint­lich ge­walt­ver­herr­li­chend, por­no­gra­fisch oder gar kin­der­por­no­gra­fisch sind.

Die­sen schwie­ri­gen Job über­neh­men al­ler­dings die Us-in­ter­net­un­ter­neh­men nicht selbst, son­dern Pri­vat­fir­men. Die ha­ben ih­ren Sitz oft auf den Phil­ip­pi­nen. Und ge­nau dort­hin bli­cken nun auch Hans Block und Mo­ritz Rie­se­wieck in ih­rem in­ves­ti­ga­ti­ven Do­ku­men­tar­film „The Clea­ners“.

Was die Clea­ners leis­ten müs­sen, ist un­glaub­lich. Pro Tag sich­ten sie je­weils Tau­sen­de von Bil­dern und müs­sen dann in kür­zes­ter Zeit ent­schei­den, ob sie ge­löscht wer­den. Und die­se oft trau­ma­ti­sie­ren­de Ar­beit ver­än­dert auch die Per­sön­lich­keit und Wahr­neh­mung der Con­tent-ma­na­ger, de­nen es ei­gent­lich nicht er­laubt ist, über ih­re Ar­beit zu spre­chen.

Dass nun ei­ni­ge es in die­sem Film doch tun, grenzt bei­na­he an ein Wun­der. Und das al­les wird in die­sem Film span­nend er­zählt, als wä­re es ein Thril­ler.

„The Clea­ners“,

Re­gie: Hans Block, Mo­ritz Rie­se­wieck, Do­ku­men­tar­film, 88 Mi­nu­ten,

FSK o. A.

Fo­to: Farb­film

Sich­ten, ent­schei­den, lö­schen: Der Job der „Clea­ners“ist trau­ma­ti­sie­rend.

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