Karls­ru­he prüft Tv­bei­trag

Ver­fas­sungs­rich­ter ent­schei­den heu­te

Leipziger Volkszeitung - - MEDIEN - VON RE­NA­TE KORTHEU­ER-SCHÜ­RING

I st der Rund­funk­bei­trag für ARD, ZDF und Deutsch­land­ra­dio ver­fas­sungs­kon­form? Oder ver­stößt er in sei­ner jet­zi­gen Form ge­gen den Gleich­heits­grund­satz? Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt prüft seit ges­tern die­se Fra­ge – und hat zum Auf­takt der zwei­tä­gi­gen Ver­hand­lung kri­ti­sche Fra­gen ge­stellt: Der Bei­trag wer­fe „Pro­ble­me ei­ner gleich­heits­ge­rech­ten Be­las­tung auf“, sag­te der Vor­sit­zen­de des Ers­ten Se­nats, Fer­di­nand Kirch­hof. Das Geld wird seit ei­ner Re­form 2013 pro Woh­nung und nicht mehr wie zu Zei­ten der Ge­büh­ren­ein­zugs­zen­tra­le (GEZ) nach Art und Zahl von Emp­fangs­ge­rä­ten er­ho­ben. Bei Fir­men ist auch die Zahl der Di­enst­wa­gen Grund­la­ge der Bei­trags­hö­he.

So könn­te es nach Wor­ten Kirch­hofs un­ter Gleich­heits­ge­sichts­punk­ten pro­ble­ma­tisch sein, dass für pri­va­te Fahr­zeu­ge kein Bei­trag fäl­lig sei, für Di­enst- oder Miet­wa­gen hin­ge­gen schon. Au­ßer­dem wür­den mit ei­nem Bei­trag pro Woh­nung al­le an­de­ren dar­in woh­nen­den Per­so­nen ent­las­tet – auch das könn­te auf ei­ne Un­gleich­be­hand­lung hin­deu­ten. Der Au­to­ver­mie­ter Sixt und drei Pri­vat­per­so­nen hat­ten Ver­fas­sungs­be­schwer­de ein­ge­reicht.

Die Ver­tre­ter von ARD und ZDF ver­tei­dig­ten die Ab­ga­be. Sie sei die lo­gi­sche Fol­ge der sich ver­än­dern­den Nut­zung durch neu­ar­ti­ge Emp­fangs­ge­rä­te ge­we­sen, sag­te der Ard-vor­sit­zen­de Ul­rich Wil­helm. Zur De­bat­te stand auch die Fra­ge, ob es sich bei dem Bei­trag um ei­ne Steu­er han­delt. Nach An­sicht der Klä­ger wä­re dann der Bund für die Ein­füh­rung zu­stän­dig, nicht die Län­der. Das Ge­richt deu­te­te an, dass es den Bei­trag nicht für ei­ne Steu­er hält. Ei­ne Ent­schei­dung wird für heu­te er­war­tet.

Fo­to: dpa

ARD-CHEF Ul­rich Wil­helm.

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