„Fuß­ball ist ein knall­har­tes Ge­schäft“

Das sagt die Netz-ge­mein­de zur Ha­sen­hüttl-ab­lö­sung

Leipziger Volkszeitung - - SPORT - Mat­thi­as Klöp­pel

LEIP­ZIG. Die Tren­nung zwi­schen Trai­ner Ralph Ha­sen­hüttl und RB Leip­zig hat im In­ter­net schon we­ni­ge Mi­nu­ten nach Be­kannt­wer­den für hef­ti­ge Dis­kus­sio­nen ge­sorgt. Vie­le Fans und Fuß­ball-in­ter­es­sier­te re­agier­ten in den so­zia­len Me­di­en und Fo­ren. Die Sym­pa­thi­san­ten der Ro­ten Bul­len nä­her­ten sich dem heik­len Schritt er­war­tungs­ge­mäß mit Emo­ti­on und reich­lich Un­ver­ständ­nis – teil­wei­se fand sich aber auch Zu­stim­mung.

Über Face­book lie­ßen zahl­rei­che Rb-an­hän­ger ih­rem Är­ger frei­en Lauf. „Von „sprach­los“und „kann ich echt nicht nach­voll­zie­hen“über „Fehl­ent­schei­dung“und „ei­ne Schan­de“bis hin zu def­ti­gen Sprü­chen wie „so was Be­klopp­tes“oder „die spin­nen doch“spra­chen die User der Klub­füh­rung jeg­li­che Kom­pe­tenz ab.

„Ha­sen­hüttl pass­te gut hier­her“

Ein Nut­zer be­fand: „Die cools­te Na­se im Ver­ein raus­hau­en. Un­glaub­lich.“Ein an­de­rer mein­te, mit ihm zu ver­län­gern, wä­re „ein Zei­chen von An­er­ken­nung und Dank­bar­keit“ge­we­sen. Zu le­sen war auch: „Ha­sen­hüttl mit sei­ner be­schei­de­nen, selbst­kri­ti­schen, hu­mor­vol­len Art pass­te gut hier­her.“Zu­mal der Ös­ter­rei­cher mit der „Ju­gend­forscht-mann­schaft“ei­ni­ges er­reicht ha­be.

Ein prag­ma­ti­sches Ur­teil wur­de in die­sem Kom­men­tar deut­lich: „Das ist nun mal Busi­ness, lie­be Nost­al­gi­ker. Fuß­ball ist ein knall­har­tes Ge­schäft.“Und: „Die Sai­son lief et­was schlep­pend.“Dass des­halb nicht über ei­ne Ver­trags­ver­län­ge­rung ver­han­delt wur­de, sei ver­ständ­lich.

Via Kurz­nach­rich­ten­dienst Twit­ter wur­de das The­ma lei­den­schaft­lich un­ter den Hash­tags #Ha­sen­hüttl, #Oh­ne­ha­si­geh­tes­nicht, #Dan­ke­ha­si, #Te­am­ha­si und #Ha­si­muss­blei­ben er­ör­tert. „Was ist denn das für ne Lo­gik?“, frag­te ein User und er­gänz­te: „Zwei­tes Jahr Bun­des­li­ga. Wie­der in­ter­na­tio­nal qua­li­fi­ziert. Klar, ein paar Spie­le echt un­ter al­ler Sau. Aber Herr im Him­mel, es gibt Ver­ei­ne, die hal­ten trotz Ab­stieg zu ih­rem Trai­ner. Man kann es auch über­trei­ben mit dem Ehr­geiz.“

Ei­ni­ge Twit­te­rer sa­hen in der Ent­schei­dung nur Ver­lie­rer. Zum Bei­spiel: „Jetzt wird es wie­der Wo­chen dau­ern, ei­nen pas­sen­den Nach­fol­ger zu su­chen, was na­tür­lich die Vor­be­rei­tung wie­der durch­ein­an­der wir­belt. Und am En­de wird es er­neut Rang­nick ma­chen, der es nicht auf die Rei­he be­kom­men wird.“

„See­le nicht an Rang­nick ver­kau­fen“

Auch Ver­glei­che zur Trai­ner­si­tua­ti­on bei Kon­kur­ren­ten aus der Li­ga wur­den be­müht: „Das nimmt ja lang­sam Dort­mun­der Ver­hält­nis­se an.… ei­nen Trai­ner aus­schließ­lich we­gen per­sön­li­cher Be­find­lich­kei­ten ge­hen zu las­sen?! Ich hät­te mehr Pro­fes­sio­na­li­tät er­war­tet von RR.“Spe­zi­ell an Leip­zigs Sport­di­rek­tor ge­rich­tet war die­ser Tweet: „Es gibt ei­nen Grund­satz im Pro­fi­fuß­ball. Der lau­tet: Ver­kau­fe dei­ne See­le nie­mals an Ralf Rang­nick. Ralf Rang­nick ist ein Dä­mon. Fern von je­der Rea­li­tät. Re­det stän­dig wir­res Zeug.“

Auf Fan-platt­for­men wie www.rb­fans.de ge­stal­te­te sich die De­bat­te aus­ge­wo­ge­ner. Nicht we­ni­ge Rb-jün­ger zeig­ten sich ein­ver­stan­den mit dem Aus für Ha­sen­hüttl, ord­ne­ten den Sai­son­ver­lauf sport­lich und at­mo­sphä­risch ein. Von ei­ner „teils gru­se­li­gen Rück­run­de“mit „teils er­schre­cken­den tak­ti­schen Feh­lern“war un­ter an­de­rem die Re­de. Ge­ra­de nach den ho­hen Nie­der­la­gen, mein­te ein Fo­rums-teil­neh­mer, ha­be der Trai­ner „die Flü­gel ganz schön hän­gen las­sen“. Das sei kein gu­tes Si­gnal an die Mann­schaft ge­we­sen.

„Adam­son“ana­ly­siert: „Es geht dar­um, wie Ha­sen­hüttl zu­künf­tig die Mann­schaft ent­wi­ckeln will, wie er aus ei­ner schwie­ri­gen Ge­men­ge­la­ge her­aus wie­der ei­ne Mann­schaft for­men will. Dass es in der Trup­pe nicht mehr stimm­te, war zu se­hen.“Des­halb sei es bes­ser, so der User, jetzt ei­nen Schluss­strich zu zie­hen und fri­schen Ide­en Platz zu ma­chen.

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